Ehrenamtliche Vielfalt: Seniorenarbeit im Pastoralen Raum Bernkastel-Kues

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Sommerfest in der Herbstresidenz. Bild: Screenshot YouTube-Kanal CO-MESsage

BERNKASTEL-KUES. Der Anteil an Seniorinnen und Senioren an der deutschen Gesellschaft nimmt zu. Dementsprechend stellt die Seniorenarbeit weiterhin eine Herausforderung dar, auch im Pastoralen Raum Bernkastel-Kues. Ehrenamtlich engagierte Menschen leisten dabei unverzichtbare Beiträge – und erfahren häufig an sich selbst, wie bereichernd das Engagement für sie selbst sein kann.

Von Alexander Scheidweiler

Bruno Comes, Pfarrer der Pfarrei St. Matthias Rechts und Links der Mosel, ist Mitglied des Fachteams Seniorenarbeit im Pastoralen Raum Bernkastel-Kues, das die Ehrenamtlichen, die im Pastoralen Raum in der Seniorenarbeit tätig sind, begleitet und unterstützt und deren Aktivitäten koordiniert. Gemeinsam mit Pastoralreferentin Ursula Ludwig und Rainer Martini, Caritas der Gemeinde, bietet Comes u. a. Begegnungsnachmittage für in der Seniorenarbeit Engagierte, Treffen zum Erfahrungsaustausch, Fortbildungen zu verschiedenen Themen der Seniorenarbeit, meditative Wanderungen und Beratung beim Neustart von sozialen Ehrenamtsprojekten an. Wie vielfältig die Möglichkeiten für Ehrenamtler sind, sich in der Seniorenarbeit zu engagieren, stellt Comes in einem unlängst veröffentlichten Video auf seinem YouTube-Kanal CO-MESsage dar. Anlässlich des Sommerfestes der Herbstresidenz in Bernkastel-Kues zeigt er im Gespräch mit unterschiedlichen Menschen, die in der Seniorenarbeit aktiv sind, wie breit die Palette an Möglichkeiten ist, sich als Interessierter einzubringen.

So besucht etwa Holger Zöllner mit seiner Hündin Fritzi die Bewohnerinnen und Bewohner von Senioreneinrichtungen im Pastoralen Raum. Die Freude über die Begegnungen mit dem Hund ist immer groß: „Fritzi lässt sich streicheln, knuddeln, kraulen“, sagt Zöllner. „Oder wir machen kleine Spiele mit ihr, dass sie warten muss und ein Bewohner knotet ein Leckerli aus einer Schnur, um die Motorik der Hände zu mobilisieren“, so Zöllner weiter. Auch auf der Demenzstation verbessere die Stimmung sich sofort, wenn er mit Fritzi vorbeikomme. Dabei macht Zöllner deutlich, dass das Engagement auch für die Ehrenamtlichen selbst bereichernd ist: „Der Lohn ist das Lächeln der Bewohner.“

Auch Sigrid Kallass berichtet im Gespräch mit Bruno Comes von ihrer ehrenamtlichen Arbeit. Sie bietet Seniorinnen und Senioren auf der Station St. Michael in der Herbstresidenz Spaziergänge an: „Am Anfang hat’s ein bisschen gedauert, bis die Bewohner mich kennengelernt haben. Aber mittlerweile ist es so, dass einige schon warten, wenn ich komme“, erklärt Kallass. Spazierengehen, erzählen, Mensch ärgere Dich nicht spielen – so bringt sie Freude und Abwechslung in den Alltag der Bewohner. Auch sie schildert, dass das Engagement ihr viel zurückgibt: „Das ist auch für mich eine große Bereicherung. Es ist sehr schön zu sehen, wie die Bewohnerinnen und Bewohner mich nach und nach kennenlernen, wie sie sich freuen“, meint Kallass. „Ich komme sehr gerne, es macht mir sehr viel Spaß“, fasst sie zusammen.

Rudolf Griebler hat das Ehrenamt in der Seniorenarbeit nach dem Renteneintritt begonnen: „Da dachte ich: ‚Irgendwas musst Du noch machen!‘“ Daraufhin habe er sich in der Herbstresidenz vorgestellt und sei mit offenen Armen empfangen worden. Er habe schnell gemerkt, „wie gut mir das selbst tut, wieviel Respekt ich vor den älteren Menschen wieder bekomme“, sagt Griebler. Er helfe v. a. bei Festen und Veranstaltungen, manchmal komme er aber auch, um Menschen zu fahren, oder zum Spielen – „aber in der Regel, um die Leute zu transportieren“.

Im Gespräch mit lokalo.de erläutert Comes, dass die Arbeit der Haupt- und Ehrenamtlichen sich ergänze. Die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen der Senioreneinrichtungen des Pastoralen Raumes sagten ihm: „Es ist ungemein wichtig, dass wir Ehrenamtler haben, weil das, was die Ehrenamtlichen im Bereich der sozialen Kontakte für die Bewohnerinnen und Bewohner tun, von den Hauptamtlichen nicht geleistet werden kann.“ An den Rückmeldungen zu seinem YouTube-Video habe er gemerkt, dass teilweise das Missverständnis bestehe, die Ehrenamtler sprängen an Stelle der Hauptamtlichen ein. Das sei aber so nicht der Fall, sagt Comes: „Menschliche Zuwendung, Geschichten erzählen, spazieren gehen oder mit dem Rollstuhl spazieren fahren, mal mit jemandem einkaufen oder ein Eis essen gehen – das sind Dinge, die hauptamtlicherseits überhaupt nicht geleistet werden können.“ Dies sei ein zentraler Punkt, der die Wichtigkeit der Arbeit der Ehrenamtlichen unterstreiche: „Ihre Arbeit ergänzt die der Hauptamtlichen, sie ersetzt sie aber nicht. Wir suchen daher im ehrenamtlichen Bereich nach Menschen, die in demjenigen Bereich, an dem sie Freude haben, sagen: ‚Da würde ich mich gerne einbringen‘.“

Es gibt also viele Möglichkeiten und viele gute Gründe, in der Seniorenarbeit aktiv zu werden und dabei auch selbst im Ehrenamt positive Erfahrungen zu machen. Weitere helfende Hände sind deshalb beim Team des Pastoralen Raumes Bernkastel-Kues stets willkommen. So findet am 28. Juli, 15.00 Uhr, im Café der Herbstresidenz Bernkastel-Kues (Stiftsweg 2) ein Treffen mit Haupt- und Ehrenamtlichen statt, zu dem Interessierte herzlich eingeladen sind und dessen Ziel es ist, potenziellen Ehrenamtlern die Seniorenarbeit näherzubringen.

Weitere Informationen zur Seniorenarbeit im Pastoralen Raum Bernkastel-Kues sind hier zu finden.

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