Flut-Untersuchungsausschuss: Kreis Bernkastel-Kues war in Flutnacht gut vorbereitet

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Ein Hochwasser-Schild steht an einem überfluteten Feld. Foto: Andreas Arnold/dpa/Symbolbild

BERNKASTEL-KUES. Der Kreis Bernkastel-Wittlich war nach eigener Darstellung in der Flutnacht im Sommer 2021 gut vorbereitet. Der Katastrophenschutz sei bereits am Morgen des 13. Juli in Hab-Acht-Stellung gewesen, sagte Landrat Gregor Eibes (CDU) am Freitag im Untersuchungsausschuss des Landtags. Am Morgen der Flutkatastrophe, dem 14. Juli, sei schon sehr früh und rechtzeitig der Krisenstab eingerichtet worden, berichtete der Erste Beigeordnete und frühere Landtagsabgeordnete Alexander Licht (CDU).

«Es war alles schon so ausgerichtet, dass wir auf Knopfdruck Stufe 4 hätten auslösen können.» Von dieser Stufe an ist der Kreis zuständig, und nicht mehr die Kommunen. Licht hatte den Landrat vertreten, der nach eigenen Worten im Südtirol im Urlaub war. Diesen habe er abgebrochen, sei zurückgefahren und am 15. im Kreis vor Ort gewesen, sagte Landrat Eibes.

Licht erläuterte, als Leiter einer Enquete-Kommission des Landtags nach dem Hochwasser 1993/94 sei ihm klar: «Es gibt kein gleiches Hochwasser. Jedes ist anders und wird durch lokale Ereignisse verändert.» Die Gutachter hätten bereits damals klargemacht, dass es extreme lokale Hochwasser geben werde. Eine weitere Erkenntnis: «Da war noch nie Wasser, da kommt nie Wasser hin – diesen Satz sollte man sich aus dem Kopf schlagen.»

Der Kreis sei von der Schadenslage nur gestreift worden, stellte der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur, Jörg Teusch, fest. Es seien zwar Gebäude und Infrastruktur beschädigt worden, aber keine Häuser eingestürzt. Bei dem Hochwasser 2021 waren im nördlichen Rheinland-Pfalz 135 Menschen ums Leben gekommen, davon 134 im Ahrtal.

Teusch sieht nach der Flutkatastrophe erheblichen Nachholbedarf beim Katastrophenschutz: «Der Katastrophenschutz muss augebaut werden. Wir brauchen nicht nur 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr, sondern auch im Katastrophenschutz.»

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