Trier: Räume der „Grünen Rakete“ in Palais Walderdorff werden als Kulturraum wiederbelebt

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Kulturdezernent Markus Nöhl (r.), die Amtsleiterin für Stadtkultur und Denkmalschutz, Elvira Classen, und Projektleiterin Stephanie Frauenkron (l.), machen sich ein Bild von den Räumlichkeiten im Palais Walderdorff, in denen gerade Arbeiten zum Brandschutz laufen. Foto: Presseamt Trier

TRIER. Mehr Raum für Kultur: Die derzeit ungenutzten Kellerräume im Palais Walderdorff, bekannt als „Grüne Rakete“, „produktion“ oder „Tönnchen“, werden unter organisatorischer Leitung des Amtes für Stadtkultur und Denkmalschutz für zwei Jahre als Konzeptraum wiederbelebt und der freien Kulturszene zur Verfügung gestellt, wie die Stadt Trier mitteilt. Dies hat der Dezernatsausschuss III, der nun auch für Kulturthemen zuständig ist, am Donnerstagabend einstimmig beschlossen.

Kulturdezernent Markus Nöhl hob die Bedeutung des Beschlusses hervor: „Kultur braucht Räume. Mit der Wiederbelebung kommen wir dem großen Bedarf entgegen und bieten den Kulturschaffenden eine neue Location, um innovative Kulturkonzepte umzusetzen. Unser Ziel ist ganz klar: Wir schaffen einen kreativen Raum in attraktiver Lage. Damit möchten wir die freie Szene der Stadt fördern und auch die negativen Auswirkungen infolge der Corona-Pandemie zumindest etwas abfedern.“

Das Konzept für den neuen Kulturraum sieht vor, ab April 2022 jährlich vier bis sechs Zeitfenster mit einer Mindestdauer von sechs Wochen an wechselnde Kulturinitiativen zu vergeben. Freie Kulturschaffende können sich voraussichtlich ab Februar 2022 mit einem temporären Bespielungskonzept beim Amt für Stadtkultur und Denkmalschutz bewerben. Hierzu werden rechtzeitig weitere Informationen veröffentlicht. Der Fokus soll dabei auf innovativen, genreübergreifenden oder auch experimentellen Formaten liegen, die ein vielfältiges Programm über das Jahr hinweg garantieren und möglichst viele Sparten und Kunstgattungen umfassen.

Über die Vergabe der Zeitfenster entscheidet eine Fachjury, der neben Mitarbeitenden der Kulturverwaltung auch Mitglieder der Freien Szene angehören werden. Die Mietkosten sowie einen Großteil der Nebenkosten für die Räumlichkeiten trägt das Amt für Stadtkultur und Denkmalschutz. Darüber hinaus plant das Amt, besonders förderwürdige Bespielungskonzepte auch finanziell zu unterstützen. Dessen Leiterin Elvira Classen hofft auf zahlreiche Bewerbungen: „Geeignete Räumlichkeiten sind oftmals die Grundlage für künstlerische Arbeit – viele Kulturschaffende können die vielerorts teuren Mieten aus eigener Kraft aber nicht tragen. Mit unserem Projekt wollen wir diesem Trend ein Stück weit entgegenwirken und ein Podium für die vielen kreativen Ideen und Initiativen in unserer Stadt schaffen.“

Um bereits vor Projektbeginn Aufmerksamkeit bei den Zielgruppen zu wecken, ist außerdem der Campus Gestaltung der Hochschule Trier über einen Gestaltungswettbewerb in das Projekt eingebunden. In diesem Rahmen entwickeln Studierende ein passendes Kommunikationskonzept für die neuen Räumlichkeiten.

Bis zur Wiedereröffnung der Räume werden noch Bauarbeiten vorgenommen, um das Kellergewölbe in einen guten, nutzbaren Zustand zu versetzen. Das Amt für Stadtkultur und Denkmalschutz bereitet nun alles vor, damit das Projekt ab April 2022 starten kann. In der Zwischenzeit wird das freie Kollektiv bühne1 e.V. die Räumlichkeiten von Januar bis März mit einem vielfältigen Kulturprogramm bespielen – und damit schon einmal ausleuchten, welches Potenzial die derzeit leerstehenden Räumlichkeiten bergen.

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