Ahrtal: Provisorische Straßen im Flutgebiet sollen winterfest werden

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Die Asphaltdecke der Ortsdurchfahrt der Bundesstraße 267 in Mayschoß wurde durch die Flut zerstört. Foto: Thomas Frey/dpa/Archivbild

MAINZ/SINZIG. Das Hochwasser im Ahrtal hat auch das Straßennetz verwüstet. Nach notdürftigen Lösungen wollen Experten es nun winterfest machen. Insgesamt brauchen sie einen langen Atem. Eine Zwischenbilanz.

Rund vier Monate nach der tödlichen Flutkatastrophe im Ahrtal nehmen Experten beim Wiederaufbau der zerstörten Straßen zunehmend den Winter in den Blick – und suchen händeringend nach neuen Kollegen. Die rheinland-pfälzische Verkehrsministerin Daniela Schmitt (FDP) teilte der Deutschen Presse-Agentur mit: «An allererster Stelle steht nun, die Straßen winterfest zu machen und so die Verkehrssicherheit gerade in der kälteren Jahreszeit zu gewährleisten.»

Immer noch müssen im Ahrtal Autofahrer vielerorts über Schotterpisten fahren. Zahlreiche Flussbrücken hat das Hochwasser hier am 14. und 15. Juli nach extremem Starkregen mit 134 Todesopfern weggerissen – und Fahrbahnen und Böschungen verwüstet. Neben einem Tunnel bei Altenahr ist die Rotweinstraße (B267) bis heute so zerstört, dass hier nicht einmal notdürftig Autos fahren können.

Laut Ministerin Schmitt hat der Landesbetrieb Mobilität (LBM) beim Wiederaufbau des Straßennetzes in dem Rotweingebiet bereits «Enormes geleistet, umgesetzt und auf den Weg gebracht». Das am 1. Oktober in Sinzig in Betrieb gegangene Projektbüro «Wiederaufbau Ahrtal» des LBM sorge «für kurze Wege und schnelle Abstimmungsprozesse».

Um provisorisch wiederaufgebaute Straßenabschnitte winterfest zu machen, wird laut Verkehrsministerium inzwischen eine Asphaltschicht aufgetragen. Zugleich laufe die Sicherung von Straßen in dem teils tief eingeschnittenen Eifeltal weiter. Dem Projektbüroleiter Stefan Schmitt zufolge wurden etwa bei dem Dorf Schuld unter einer Straße mit weggerissener Uferböschung mehr als 500 horizontale Löcher sechs bis neun Meter weit in Felsen gebohrt und mit einer «Vernagelung» die abrutschgefährdete Fahrbahn darüber stabilisiert. Gerade auch wegen der nun frühen Dunkelheit sind laut Ministerium Schutzeinrichtungen und Absturzsicherungen an Böschungen und Stützwänden wichtig, «damit niemand von der Fahrbahn abkommt».

Zum Projektbüro zählen nach den Angaben erst drei Führungskräfte und zwei weitere Beschäftigte in vorerst drei Bürocontainern. «An der Zielgröße von 35 Mitarbeitern halten wir fest», heißt es weiter. «Da der Arbeitsmarkt im gesuchten Sektor alles andere als günstig ist, stellt die Personalgewinnung eine Herausforderung dar.» Auch ein Imagefilm solle dabei helfen. Immerhin könnten etwa Bauingenieure wegen verschlankter und beschleunigter Verfahren im Ahrtal ungewöhnlich rasch Ergebnisse ihrer Arbeit sehen. Beim dauerhaften Wiederaufbau der Straßen muss laut Projektbüroleiter Schmitt aber nicht in Wochen und Monaten, sondern in Jahren gerechnet werden. (dpa)

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