Selbstbestimmt und mobil bis ins hohe Alter

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Symbolbild; pixabay

Zu Hause sitzen, das wollen die meisten Senioren heutzutage nicht. Während in früheren Generationen der Renteneintritt mit dem „Lebensabend“ verbunden war, gehören 65-Jährige heute noch lange nicht zum alten Eisen.
Viele Wünsche für die letzte Lebensstrecke



„Ein Mann ist alt, wenn er ohne Wunsch aufwacht“, sagte einst Enzo Ferrari. Dies gilt natürlich auch für die Frauen und viele Rentner sind heute weit weg vom alt sein. Nach einer Studie des IFT Institut für Freizeit- und Tourismusforschung haben Senioren nicht nur viele Wünsche, sondern setzen diese auch um. Kein Wunder, denn im Vergleich zu 1970 leben die Deutschen heute durchschnittlich zehn Jahre länger als damals. 



Diese gewonnenen Lebensjahre wollen Rentner aktiv begehen. Besonders in den ersten zehn Jahren sind sie aktiv. Eine der wichtigsten Freizeitbeschäftigungen von Senioren ist der Besuch von kulturellen Veranstaltungen. Seniorennachmittage stehen ebenso hoch im Kurs, wie Theater, Oper oder Konzerte. Viele Senioren planen heute Freizeitbeschäftigungen, für die sie während ihres Arbeitslebens keine oder nur unzureichend Zeit hatten. Sie entdecken den Garten für sich und lernen auf Reisen fremde Kulturen kennen.

Mobilität für gesellschaftliche Teilhabe wichtig



Auch wenn erste körperliche Einschränkungen eintreten, wollen viele Senioren weiter an der Gesellschaft teilhaben. Dabei ist es ihnen wichtig, so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Spezielle Wohnkonzepte versuchen hier, eine Alternative zu Senioren- und Pflegeheimen zu schaffen. Die eigene Wohnung kann dabei recht einsam werden. Angehörige sind oft berufstätig und können besonders über den Tag kaum Hilfestellung geben. 



Eine Möglichkeit für ein selbstbestimmtes Leben bieten Senioren-Wohngemeinschaften, in denen verschiedene Menschen gemeinsam leben. Dies hat viele Vorteile:

  • gegenseitige Hilfe im Alltag sorgt für Sicherheit
  • effiziente Organisation für Pflegedienste
  • gemeinsame Investitionsmöglichkeit in einen barrierefreien Umbau

    

So entfliehen Senioren dem starren Tagesablauf in Pflegeheimen, ohne die Sicherheit, bei Bedarf Hilfe zu erhalten, aufzugeben. Für ambulante Pflegedienste ist die Versorgung von mehreren Bedürftigen in einem Haushalt effizienter zu erledigen, als in mehreren Wohnungen. Hinzu kommt, dass ein barrierefreier Umbau der Wohnung kalkulierbarer wird. 



    Generell zahlt die Pflegekasse für den barrierefreien Umbau einer Wohnung bis zu 4.000 Euro pro Person. Leben mehrere Personen mit einer Pflegestufe im Haushalt gibt es für jede 4.000, maximal 16.000 Euro. Dies bedeutet, dass sich in einer WG die Eigenleistung deutlich reduzieren lässt. Barrierefreie Einrichtungen können alle Bedürftigen nutzen und müssen nur einmal eingebaut werden.



    Zur Senioren-WG gibt es zahlreiche alternative Wohnprojekte, die sich an den verschiedenen Interessen der älteren Menschen orientieren. In Trier gibt es ein Wohnprojekt bei dem Studierenden die Bewohner betreuen und mit ihnen die Freizeit gestalten. So kommt es zu einem Erfahrungsaustausch zwischen den Generationen, der beiden Seite neue Erkenntnisse vermittelt. Diese Konversation hilft dabei, dass sich die Senioren noch nicht als altes Eisen fühlen.

    Barrierefreie Umbauten für ein langes selbstbestimmtes Leben
    

Um im Alter ein Leben in der eigenen Wohnung oder WG zu ermöglichen, sind viele Lösungen denkbar. Die Teilnahme an Kultur, Sport oder Ehrenamt setzt das Verlassen der Wohnung voraus. Dies ist beispielsweise durch den Abbau von Barrieren im Eingangsbereich möglich. Schwellen sind für Menschen mit Rollstuhl oder Rollator nicht oder eingeschränkt überwindbar. Für Rollstuhlfahrer kommt hinzu, dass die Türen mehr als 80 Zentimeter breit sein sollten. 



    Gibt es Treppen im Haus, hilft der Einbau eines Treppenlifts. Es gibt verschiedene Systeme, zu denen der Sitzlift zu den gebräuchlichsten gehört. Er eignet sich für Personen, die sich noch gut allein setzen, aber auch aufstehen können. Die Lifte lassen sich häufig einklappen und benötigen wenig Platz. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich die Hilfsmittel auch an kurvigen, engen Treppen anbringen lassen.

    

Für Menschen mit Gelenkschmerzen sind Stehlifte eine Alternative, während Plattformlifte für Rollstühle geeignet sind. Der Einbau erfordert eine ausreichend breite Treppe, denn die Plattform ist 100 mal 80 Zentimeter breit. Außerdem gibt es Hub- und Außentreppenlifte. Der Einbau von Liftsystemen ist auch in Mietshäusern möglich. Vermieter können allerdings verlangen, die Hilfsmittel bei einem Umzug wieder auszubauen. Professionelle Anbieter von Liftsystemen organisieren den Einbau so, dass ein Rückbau ohne Schäden an der Mietsache möglich ist.



    Umbauten in der Wohnung



    Auch in der Wohnung sind barrierefreie Umbauten möglich. Gerade das Bad kann für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zu einer Herausforderung werden. Der Waschtisch muss im Rollstuhl, als sitzend nutzbar sein, der Spiegel sollte direkt darüber angebracht sein. Die Dusche muss stufenlos begehbar sein, an den Wänden müssen Haltegriffe montiert werden. Zur Hürde wird eine Badewanne. Hier hilft ein Wannenlift, die Barriere zu überwinden.



    Auch die Küche wird vor allem für Rollstuhlfahrer eine Herausforderung. Alle Kochutensilien müssen sitzend erreichbar sein, hohe Hängeschränke sind ungeeignet. Für Senioren sind darüber hinaus technische Hilfsmittel sinnvoll, beispielsweise eine automatische Abschaltung des Herds. 



    Für Rollstühle und Rollatoren sind außerdem Türschwellen eine unangenehme Barriere. Hinzu kommt, dass häufig die Fenstergriffe zu hoch angebracht werden. Hier lässt sich mit Griffverlängerungen Abhilfe schaffen. Eine weitere Umbaumöglichkeit liegt in den Türen, die bei Rollstuhlfahrern mehr als 80 Zentimetern bereit sein müssen. Eine Erleichterung ist, wenn die Türen elektrisch geöffnet und geschlossen werden können.

    Fazit
    

Viele Senioren wollen mit Eintritt des Rentenalters noch nicht zum alten Eisen gehören. Hierfür gibt es inzwischen zahlreiche Wohnkonzepte, welche ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Auch die Abenteurer finden dabei interessante Lösungen. Wichtig ist, für eine Barrierefreiheit im Wohn- und Eingangsbereich zu sorgen. Dies ermöglicht eine hohe Mobilität. So können Menschen nach ihrem Arbeitsleben weiter am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.

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