„Unerträgliche Situation“ – Friseur in Rheinland-Pfalz kündigt Klage gegen Schließung an

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Bildquelle: pixabay

Als einer von mehreren bundesweit will ein Friseur in Rheinland-Pfalz gegen die coronabedingte Zwangsschließung seines Friseursalons klagen.

«Die 46-seitige Klage ist fertig und soll noch am Dienstag ans Verwaltungsgericht Trier gehen», kündigte Guido Wirtz in Körperich (Eifelkreis Bitburg-Prüm) an. Er ist auch Vorsitzender Landesinnungsmeister beim Landesverband Friseure und Kosmetik Rheinland. «Ich kann nur als Unternehmer klagen, aber wenn ich Recht bekomme, bekommen die anderen Friseure auch Recht.»

Wirtz sagte, er finde es «unerträglich», dass Friseurbetriebe trotz «perfekter Hygiene- und Schutzkonzepte» nicht öffnen dürften. Die Salons sind seit Mitte Dezember zu. Viele Unternehmer seien nach all den Wochen finanziell am Limit: Sie und ihre Mitarbeiter würden zunehmend in Schwarzarbeit gedrängt, sagte Wirtz. «Es wird auf die heimische Küche ausgewichen.» Und dort gebe es weder Mindestabstände noch Masken oder Kontaktdaten-Dokumentation.

Wirtz geht davon aus, dass rund 30 Prozent der Betriebe im Zuge der Corona-Pandemie aufgeben werden. In Deutschland gibt es etwa 80 000 Friseursalons mit rund 240 000 Beschäftigten. Nach Angaben vom Landesverband Friseure und Kosmetik Rheinland in Prüm sind neben der von Wirtz acht weitere Klagen von Friseuren aus verschiedenen Bundesländern in Vorbereitung oder bereits eingereicht.

© dpa-infocom,

34 KOMMENTARE

    • wenn die Justiz also nicht nach Ihrer Rechtsauffassung urteilt, „versteckt“ sie sich und „funktioniert“ nicht?

      na das ist ja ein tolles Demokratieverständnis!

      lassen Sie mich raten: AfD-Wähler?

      • Die Justiz hat unabhängig und evidenzbasiert zu urteilen und nicht nach der Meinung des Mainstreams und des neu erfundenen „Organs“ Ministerpräsidentenrunde + BK.
        Wie steht es um Ihr Demokratieverständnis?

        • Sie implementieren mit Ihren wertenden Aussagen, dass Ihre Rechtsauffassung die einzig wahre sei. Das ist schlichtweg falsch, verlogen und zeugt von einer Zuneigung zu autoritären Führungsstrukturen.

  1. Auch ich bin Inhaber eines Friseursalons und wir bekommen täglich Anrufe ob wir nicht ausnahmsweise einen Haarschnitt machen könnten.

    Wir lehnen ab, wissen aber, dass die Kunden so lange weitersuchen bis sie jemanden finden der sich bereiterklärt schwarz zu arbeiten.

    Wer ehrlich ist steht wieder blöd da und muss schauen wie er sich über Wasser hält.

    Die Hilfen kommen nicht an, das Konto leert sich.
    Wir stocken das KuG für unsere Mitarbeiter auf das Maximum auf, haben zum Ausgleich Corona Sonderprämien gezahlt.

    Im Vergleich zu vielen anderen Situationen im öffentlichen Leben sind die Hygienekonzepte gut und kontrollierbar.

    Kunden durften seit dem letzten Lockdown nichtmal den Fön anfassen (Vorgabe Berufsgenossenschaft).

  2. Was sind denn bitte die „perfekten Hygiene- und Schutzkonzepte“, die angeblich jeder Frisör einhalten würde?
    Meines Wissens gibt es nämlich gar keinen „perfekten Schutz“, und erst recht nicht unter den Bedingungen, unter denen ein Frisör arbeitet! Genau aus diesem Grund sollen die Betriebe ja noch geschlossen bleiben.
    Denn selbst wenn der Frisör tatsächlich eine FFP2-Maske tragen sollte, dann ist das bei etwa einstündiger Direktbeatmung auf den Kunden aus 30cm Entfernung dennoch KEIN „perfekter Schutz“ vor dem ggf. tödlichen Virus!
    Zumal bei vielen Menschen die Maske nicht richtig sitzt, bzw. viele Menschen es nicht „hinbekommen“, die Maske sachgemäß aufzusetzen und anzupassen, bzw. die aufgesetzte Maske spätestens nach einigen Minuten verrutscht und große Öffnungen im Nasen-Wangen-Bereich aufweist und daher keinen ausreichenden Virenschutz mehr bietet.
    Und wenn der Frisör dann also mit unzureichendem Schutz aus wenigen Zentimetern Entfernung einen Kunden nach dem anderen bedient, kann er logischerweise zu einem potenziellem Superspreader werden.
    Das ist doch nicht schwer zu begreifen, oder?

    Dass die Frisöre in einer schlimmen Lage sind, möchte ich absolut nicht herunterspielen, sondern wenn ich mir ihre Verweiflung vor Augen führe, habe ich großes Mitgefühl.
    Sie brauchen Hilfe – durch Freunde, gemeinnützige Vereine oder durch den Staat (also durch uns), ggf. durch neuartige Hilfskonzepte (oder eine Soli-Abgabe von uns, o.Ä…).
    Wir sollten diese Menschen nicht im Stich lassen!

    Aber wenn sie uneinsichtig die sofortige Öffnung ihrer Betriebe fordern und behaupten, dass sie selbstverständlich ihr Handwerk gefahrlos praktizieren können, weil ihre Tätigkeit absolut ungefährlich für alle Beteiligten (und die vielen Unbeteiligten) sei, ist das m.E. einfach unehrlich und rücksichtslos.
    Zumal die Ausbreitung des Virus über den Frisörsalon ja nicht nur dessen selbstverantwortliche Kunden, sondern in der Folge auch viele „unschuldige“ Dritte betrifft, die teilweise zur Hochrisikogruppe gehören. Und es bei dem Virus für viele Menschen nicht nur um „eine unangenehme Erkältung“, ja nichtmal nur um Schmerzen und hohes Fieber, sondern teilweise sogar um unvorstellbar qualvolle Erstickungskämpfe geht! Und im Falle des Überlebens dann (laut Befunden durch Lungenärzte) ggf. um schwere, irreparable Lungenschäden.

    Durch die strengen Lockdown-Maßnahmen geht die Ausbreitung des Virus derzeit endlich zurück, aber wenn jetzt potenzielle Superspreader-Betriebe wie Frisöre wieder ZU früh öffnen, dann wird die Seuche wieder neu aufflammen. Und das ist dann ein Desaster für alle.

    • Wann waren Sie zuletzt einkaufen. Im Supermarkt, Bäckerei, Tankstelle. Erzählen Sie jetzt bitte nichts über die besondere Gefahr bei Frisören, oder schreiben Sie auf Anordnung? Das ist lächerlich. Wie viele Superspreader (noch so ein Wort) gab es im vergangenen Jahr in Frisörläden? Wie viele gab es überhaupt? Ich kann mich spontan nicht erinnern.

      • Lol. Es braucht 15+ min Kontakt mit einer und der selben infektiösen Person um sich risikoreich anzustecken. Ist im Supermarkt/Bäckerei nicht gegeben! Beim Frisör jedoch schon! 60+ Min! Mit Körperkontakt.

  3. Ich frage mich was GEDANKE für ein Spatzenhirn ist. Mein Vater ist 91 Jahre alt. Die Med. Fußpflege darf zu ihm kommen und eine halbe Stunde mit weniger 1m Abstand die Zehnägel polieren. Die Physiotherapeutin kommt und massiert ihn 45 Minuten mit keinem Abstand. Aber seine Friseurin darf ihm nicht 10 Minuten die Haare schneiden. Bevor man also irgend welche Sch… Parolen raushaut sollte man mal genau überlegen. Beim Zahnarzt sitze ich ne halbe Stunde und er schraubt an einer offenen Wunde rum…und so weiter und so weiter. Also erst überlegen bevor man irgendwelche geistigen Ergüsse öffentlich macht.
    Al,e die die ein festes Einkommen haben mögen gut reden. Versuchen Sie mal mit nix im Supermarkt einkaufen zu gehen. Staatliche Hilfe… im Moment Fehlanzeige. Also bitte..genau überlegen oder informieren bevor man irgendwas raus haut.

  4. Da bald Wahlen sind wären tausendfache Beschwerden wegen der teilweise unsinnigen Coronamassnahmen an die Politik sicher zielführend aber ich weiss das wird nicht geschehen, ich kenne den deutschen Michel (in Israel war kürzlich eine Beerdigung eines ultraorthodoxen Juden und seine Gemeindemitglieder kamen zu Tausenden ohne Abstand und Maske zur Beerdigung, man liess sie gewähren weil die regierende Partei auf ihre Stimmen angewiesen ist).
    Hier in Deutschland kann man jedoch mit mehr Erfolg einen Haufen Steine zu Aktionen aufrufen als die deutschen Obrigkeitsmichels, die Wahrscheinlcihkeit dass die Steine zur Lawine werden ist um Etliches grösser.

  5. So sieht es aus .Ich bin selber eine Friseurin und hab mein Lohn bekommen (Kurzarbeiter Geld ) 700 Euro .Wie soll ich bitte meine Miete bezahlen .Gez, Strom .Essen usw… Das ist echt nicht mehr schön .Klar Gesundheit geht vor .Aber diese ganze Situation macht einen auch krank und deppressiv .

  6. Ich denke, es ist vertretbar, dass Frisöre sogar vor Schulen, Restaurants und anderen Einrichtungen wieder öffnen.
    Inzwischen kann das Schutzkonzept dort auch greifen. Die unsäglichen Visiere sind endlich aus den öffentlichen Bereichen verschwunden und – oh Wunder – die Zahlen gehen runter. Wer hätte das gedacht?
    Bei richtiger Anwendung der FFP2 Maske UND regelmäßiger Lüftung sollte das sicher sein.

  7. Wer hier seinen Gedanken freine lauf lässt sollte sich tatsächlich gut inormieren und sollte vor allem seine Argumente sachlich und wohlüberlegt vorbringen. Das hier viele Menschen in einer schwierigen Situation stehen und es nicht nur einer Berufsgruppe schlecht ergeht, dabei sind wir uns wohl alle einig. Und auch der Fakt, dass die aktuellen, besonders regionalen Zahlen aktuell auf dem Niveau der ersten Welle stehen ist denke ich unstrittig.
    Daher bringe ich nur eine kurze Anmerkungen:
    Sie vergleichen hier Themen der Gesundheitsvorsorge also Physio, Med. Fußflege und Zahnarzt mit der notwendigkeit eines Haarschnittes. Auch wenn ich dem Argument „Hier kann man sich genauso anstecken“ zustimme, ist die Frage nach der Wichtigkeit der Dienstleistung hier der entscheidende Faktor.

  8. Ganz recht so Ingo! Weshalb nur die Friseure? So wird es sein. Um zu überleben, müssten sie Schwarzarbeit anbieten. Die Bekleidungshäuser o der Schuhhandel bietet Hol- u Bringservice an…..

  9. Ihr werdet euch alle noch wundern Leute.
    Wenn die gegenwärtige Situation bis in den Herbst geht, dann ist Feierabend mit dem Deutschland das wir kennen. Wer soll denn die ganzen Entschädigungen zahlen?
    Die meisten von euch wissen nicht mehr was das Lastenausgleichsgesetz war. Das war ein Gesetz, das nach dem 2. Weltkrieg vorsah, dass jeder Bürger 25% seines Vermögens, Haus, Grund, Aktien usw. an den Staat zu zahlen hatte um den Wiederaufbau, Ausgleich an Vertriebene zu finanzieren, gestreckt auf ca 40 Jahre.
    Dann überlegt mal schön: Eure tollen Autos und Häuser sind nicht für die Ewigkeit garantiert, wenn ihr für die Coronakrise wieder eine Sonderabgabe zahlen müsst, und die wird kommen, dann blecht ihr, habt ihr eine Eigentumswohnung im Wert von 160tausend wären das 40000EUR bei obigem Beispiel, plus Zinsen, und die wird man höher ansetzen als die gegenwärtigen Marktzinsen, da kann dann jeder von euch gerne pro Jahr zwei Monatsgehälter an den Staat abgeben.
    Merkel – Abwrackprämie – Schulden
    Merkel – Flüchtlinge – Schulden
    Merkel – Corona – Schulden

    • Merkel – EU-Rettungsschirm(e) – Schulden
      Merkel – Abschaltung AKWs – Kosten
      Merkel – Energiewende – Kosten

  10. Merkel – EEG – Schulden
    Merkel – EU – Schulden
    Etc.
    etc.

    Es wird wohl zu einer Währungsreform kommen, wenn das „Fiatgeld“ der Euro explodiert, weil keine Geldwerstabilität mehr vorhanden ist.

    – Zentralbankgeldmenge 2008 : 0,89 Bio. Euro.

    – Zentralbankgeldmenge 2019 : 3,2 Bio. Euro.

    – Zentralbankgeldmenge NOVEMBER 2020: 4,6 Bio. Euro !

    Sei es drum, ich bin gut vorbereitet.

  11. Unglaublich wie hier manche Leute aus den Kommentaren die politische Gesinnung herauszulesen meinen und dabei weit unter der Gürtellinie schreiben.
    Als wären Kritiker der Anti-Corona-Maßnahmen bzw. der Regierungsarbeit nur im AfD-Lager zu verorten, was natürlich totaler Schwachsinn ist. Kritiker kommen ebenso wie die Befürworter aus allen Lagern, allen Bildungsschichten, allen Ständen und Altersgruppen. Das ist zumindest meine Erfahrung.

  12. Wer glaubt ihr eigentlich dass den Herrn Leibe frisiert? Oder Grinsemariechen? Oder die Merkel?

    Herr Leibe, lesen Sie das mit? Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung haben doch manchmal hier schon Kommentare geschrieben? Ich meine, nach drei Monaten Lockdown müssten doch auch Politiker langsam aussehen wie verfilzte Höhlenmenschen? Oder gibt es ein Rechtskonstrukt das ihresgleichen, Frau Dreyer, für die Dauerwelle während des Lockdowns Ausnahmen zugesteht? Ich bin mir sicher….

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