Rheinland-Pfalz: Baustellen auf Autobahnen – diese Großbaustellen erwarten uns 2021

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Symbolbild; Foto: dpa

KOBLENZ. Baustellen auf Autobahnen nerven. Künftig soll dort besser freie Fahrt ermöglicht werden. Auch 2021 fließen dafür viele Steuermillionen. Dabei ist eine neue Gesellschaft des Bundes am Start.

Großprojekte im rheinland-pfälzischen Straßennetz sind oft schon seit Jahrzehnten in der Diskussion. Ihre Umsetzung kostet viel Geld und Nerven. Nun gibt es eine Premiere: Für Autobahnen ist seit 1. Januar 2021 eine neue Gesellschaft des Bundes zuständig. Dieser gab bisher als Eigentümer das Geld, die Länder waren für Planung, Bau und Betrieb zuständig. Ziel der größten Verwaltungsreform in der Geschichte deutscher Autobahnen ist es, diese künftig schneller zu planen und zu bauen. Eine Auswahl aktueller Autobahnprojekte in Rheinland-Pfalz:

Bei einem Knotenpunkt des Rhein-Main-Gebiets, der alten SCHIERSTEINER BRÜCKE zwischen Wiesbaden und Mainz, rollt schon seit November 2017 der Verkehr über die erste neue Teilbrücke über den Rhein. Beim Übergang vom rheinland-pfälzischen Ufer auf die neue Teilbrücke ist nur Tempo 40 auf den insgesamt vier schmalen Fahrstreifen erlaubt. Die zweite Teilbrücke soll laut der Straßenbaugesellschaft Hessen Mobil in der zweiten Jahreshälfte 2021 fertig werden. Dann soll die A643 hier sechsstreifig sein. Die Gesamtkosten sind mit 216 Millionen Euro beziffert. Die Schiersteiner Brücke wurde in den 1960er Jahren für rund 20 000 Fahrzeuge pro Tag gebaut, 2012 rollten täglich 90 000 darüber. Mit einem Bauunfall und einer Totalsperrung hat diese alte vierspurige A643-Brücke 2015 Schlagzeilen gemacht.

Auf sechs Streifen erweitert werden soll auch der 6,5 Kilometer lange Abschnitt des MAINZER AUTOBAHNRINGS zwischen dem Autobahndreieck Mainz und dem Autobahnkreuz Mainz-Süd. Hier werden laut dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) Rheinland-Pfalz gerade zwei Planfeststellungsverfahren vorbereitet. Der genaue Baubeginn stehe noch nicht fest: «Im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist der Abschnitt in die höchste Dringlichkeitsstufe „vordringlicher Bedarf“ eingestuft.»

Beim AUTOBAHNKREUZ MAINZ-SÜD, wo die A60 über die A63 führt, wird schon seit Sommer 2017 an der Erneuerung zweier Brücken aus dem Jahr 1965 gearbeitet – ein Stau-Nadelöhr im Berufsverkehr teils mit Tempolimit 40. Wegen Rissen an einer Betonplatte der ersten neuen Brücke muss nun eine Baufirma ein Sanierungskonzept vorlegen. «Die ursprünglich im Sommer 2020 vorgesehene Fertigstellung dieser ersten neuen Brücke verschiebt sich in das Jahr 2021», teilt der LBM mit. Erst danach soll parallel dazu die zweite neue Brücke gebaut werden.

Die Erneuerung der A48-RHEINBRÜCKE bei KOBLENZ sollte bis Ende 2020 abgeschlossen worden sein – jetzt wird es laut LBM wohl Frühling 2021 werden. Grund seien «neue Arbeitsschutzvorschriften für das Einrichten und Betreiben von Straßenbaustellen». Derzeit wird noch an den Betonwänden zwischen beiden Fahrbahnen gearbeitet. Rund 70 000 Fahrzeuge rollen jeden Tag über die ein Kilometer lange Brücke.

Seit April 2016 läuft die Erneuerung der ebenfalls vielbefahrenen A61 zwischen der Anschlussstelle RHEINBÖLLEN und der Raststätte HUNSRÜCK auf 7,6 Kilometern. Die Zahl der Fahrspuren erhöht sich von vier auf sechs. Die großen Talbrücken Pfädchensgraben und Tiefenbach werden ersetzt. Die gesamten Baukosten belaufen sich laut LBM auf rund 151 Millionen Euro. Bis 2025 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Die A61 ist ein gutes halbes Jahrhundert alt. Die Nord-Süd-Verbindung gilt als eine der wichtigsten Verkehrsadern im Westen Deutschlands.

LÜCKENSCHLUSS der A1: Bei dieser Nord-Süd-Verbindung von der Ostsee nach Frankreich fehlen in der nördlichen Eifel 25 Kilometer, 10 davon in Rheinland-Pfalz und 15 in Nordrhein-Westfalen. Naturschützer protestieren, Unternehmen dringen auf den raschen Bau. Der LBM betont, mit dem A1-Lückenschluss würden «das nachgeordnete Straßennetz sowie die Ortsdurchfahrten von Lärm und Abgasen entlastet», Umwege vermieden und Wirtschaft und Tourismus in der strukturschwachen Nordeifel gestärkt. Der LBM beziffert die gesamten Baukosten in beiden Bundesländern mit rund 550 Millionen Euro, davon 205 Millionen für den Abschnitt in Rheinland-Pfalz. (dpa)

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