Restaurantbesuch nur mit Auflagen: Museen als Vorreiter

Neustart mit Fragezeichen: Auf dem Weg in eine andere Normalität sind viele Dinge weiter unklar. Lohnt der Gastronomiebetrieb? Und vor allem: Bleibt der Trend der Fallzahlen günstig? Davon hängt viel ab.

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Foto: dpa-Archiv

MAINZ. Jetzt beginnt die Detailarbeit: Wenn Museen und Restaurants in der kommenden Woche wieder öffnen, müssen viele Regeln eingehalten werden. Unterdessen klagen Ärzte über «Corona-Angst» bei ausbleibenden Patienten. Hebammen hingegen verzeichnen ein gestiegenes Interesse. Der Tag in Rheinland-Pfalz im Überblick:

GASTRONOMIE – Gaststätten in Rheinland-Pfalz dürfen ab kommenden Mittwoch (13. Mai) unter Auflagen öffnen – betriebswirtschaftlich lohnt sich das aber längst nicht für alle. «Es profitieren alle, die die Abstands- und Schutzmaßnahmen einhalten können», sagte der Präsident des Dehoga-Landesverbandes, Gereon Haumann, nach einem Gespräch mit der Landesregierung der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. «Jeder Unternehmer muss für sich entscheiden, ob unter diesen Bedingungen sein Geschäft betriebswirtschaftlich sinnvoll ist.» Vorgesehen seien Öffnungszeiten von 6.00 bis 22.00 Uhr, Speisen und Getränke müssten am Tisch verzehrt werden.

ARZTBESUCH – Weil viele Menschen in der Corona-Krise den Weg in Praxen scheuen, leiden niedergelassene Ärzte in Rheinland-Pfalz unter Umsatzrückgängen. Branchenvertreter fordern Unterstützung von Politik und Krankenkassen. Der Präsident der Landesärztekammer, Günther Matheis, spricht von weniger Patienten sowohl in klassischen Hausarzt- als auch in Facharztpraxen. Genaue Zahlen zur Erlösentwicklung lägen noch nicht vor. Die Initiative der Fachärzte in Rheinland-Pfalz sprach von «Corona-Angst» bei Patienten. Dies führe bei vielen ambulant tätigen Fachärzten, die mittelfristig ihren Praxisbetrieb nicht wie notwendig aufrechterhalten könnten, zu Mindereinnahmen.

HEBAMMEN – Der Hebammen-Landesverband Rheinland-Pfalz verzeichnet wegen der Corona-Krise eine verstärkte Nachfrage nach Hausgeburten. «Die Zahl der Anfragen hat im März und im April deutlich zugenommen, wir erklären uns das mit der allgemeinen Verunsicherung wegen der Pandemie», sagte Vizevorsitzende Christiane Rübenach. Kurzfristig sei eine Hausgeburt aber nicht zu leisten. «Viele haben die Vorstellung, dass eine Hebamme jederzeit außerklinisch Geburten machen kann und darf. Doch ohne Ausstattung und Versicherung ist das nicht erlaubt.»

WEIN – Not macht erfinderisch. Das zeigt sich in der Corona-Krise auch in der Weinbranche. Neben originellen Wein-Namen ploppen Neuerungen auf wie Drive-In Weinverkauf, Weintaxis und Online-Weinproben mit Lesung oder Barbecue. Besonders die junge Winzergeneration zeige sich kreativ – gerade bei der Vermarktung über neue Medien, sagt der Sprecher des Deutschen Weininstituts, Ernst Büscher, in Bodenheim bei Mainz. Er ist sicher: Einige neue Konzepte werden auch nach der Krise erfolgreich bleiben.

FALLZAHLEN – Die Gesundheitsämter in Rheinland-Pfalz haben innerhalb eines Tages 20 neue Corona-Infektionen gemeldet. Die Gesamtzahl stieg bis Donnerstag (Stand 10.00 Uhr) um 0,3 Prozent auf 6223, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Ende März waren die täglichen Zuwachsraten noch zweistellig gewesen. Bislang kamen 192 infizierte Menschen ums Leben, drei mehr als am Mittwoch. Unter den Todesfällen waren jeweils 20 im Westerwaldkreis und in der Stadt Mainz sowie jeweils 18 im Kreis Mainz-Bingen und in der Stadt Koblenz.

AUSSTELLUNGEN – Museen, Ausstellungen, Galerien, Gedenkstätten sowie Bau- und Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz dürfen von Montag an wieder öffnen – unter Einhaltung der Abstands-, Schutz- und Hygieneregeln. «Besonders Museen und Galerien können Vorreiter bei der Wiederaufnahme des kulturellen Lebens sein. Sie besitzen oftmals die räumlichen Möglichkeiten, um anspruchsvolle Schutz- und Sicherheitskonzepte umzusetzen», sagte Kulturminister Konrad Wolf (SPD) am Donnerstag in Mainz.

HYGIENE – Die Gewerkschaft GEW zeigt sich besorgt, dass die weitere Öffnung der Schulen unter strengen Hygiene-Vorkehrungen zu einer Überlastung von Lehrkräften führen könnte. Die Entscheidung des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums sei zwar nachvollziehbar, aber «sehr ambitioniert», erklärte die Gewerkschaft am Donnerstag.

NACHFRAGE – Die Nachfrage nach heimischen Weinen ist in den vergangenen Wochen spürbar gestiegen. Nach Beginn der Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie nahmen Einkaufsmenge und Umsatz im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um jeweils rund 9,5 Prozent zu, wie das Deutsche Weininstitut am Donnerstag in Bodenheim mitteilte.

11 KOMMENTARE

  1. Im Bus muss man Maske tragen.
    Beim Einkaufen auch und es wird gezählt, wie viele Menschen sich im Markt aufhalten.
    Die Gastronomie muss auch um 50% herunterfahren.
    Aus epidermologischer Sicht mag das gerechtfertigt sein aber inwiefern ist es gerechtfertigt, dass die Besoffenen am Bahnhof dort täglich zu dutzenden stundenlang eng zusammensitzen können, ohne dass die Ordnungshüter eingreifen?

    • Das ist genauso gerechtfertigt wie dass Radfahrer in Trier auf dem Gehsteig fahren dürfen, dass überall geparkt wird wies jedem gerade passt ohne Rücksicht auf geltende Parkregeln, usw. usw. In Trier ist das eben so dass jeder macht was er will.

    • vlt sollen die ja erkranken …. ein Schelm ….
      @ jenny und Affe …bitte zuerst Schelm googeln und dann antworten

  2. Logischer und menschlicher Weise wird da nichts getan, weil die Ansteckungsgefahr für die O -„Beamten“ zu hoch ist und sie wüßten auch nicht was sie genau mit den oder der Person machen würden.

  3. Auch draussen in Warteschlangen soll eine Maske getragen werden. Einfach nur noch Kasperletheater. Zum Beispiel auf dem Wochenmarkt oder vor der Post. Und wenn ich nur über den Viehmarkt gehen möchte, wenn ich in die Fahrstraße will, muss dann auch schnell mal ne Sicherheitsweltraumschutzmaske aufgesetzt werden?

    • @wolfgang

      Bei deiner Dummschwätzerei trägst Du am besten dein Lebenlang ein Mundschutz.
      Ein einfacher tut es auch, aber unbedingt mit Schallschutz

      • @Affe: nur kein Neid. Affen haben einen maximalen IQ von 60, was sich in deren Kommentaren genauso darstellt. Schade, dass man mit denen nicht auf Augenhöhe diskutieren kann.

    • das ganze ist alles nur noch Show , hier will sich jeder Politiker und auch Virologe profilieren.
      90 % von denen gehören zur Risikogruppe und haben Angst und deswegen werden jetzt Verbote erteilt und neue Gesetze schnell mal durchgewunken.

  4. @ Peterschen, du darfst nicht von dir auf andere schließen.
    Du hast schon als Kind in der Schule viel falsch gemacht.
    Du hast heute auch schon wieder was falsch gemacht, das weißt du!
    Überlege mal scharf nach….

  5. Schatz ?! LAss uns nen Kaffee trinken gehen….warte …. ich ruf schnell an und reserviere einen Tisch….Was ????? ne Stunde Wartezeit ? Wir sollen unserren Ausweiß mitbringen und die Masken nicht vergessen . Zum Kaffee trinken dürfen wir dann den Mundschutz runterziehen . Die Bedienung schmeißt uns dann den Kaffee zu weil Sie ja Abstand halten muss , denn mit Mundschutz versthe ich nur fnfEurodrsich .
    Hier zeigt unsere Regierung mal wieder was sie kann. Gönnerweise Restaurants und Cafes etc dürfen nur unter solch beschissenen Auflagen öffnen dass niemand kommt.
    Später prahlt sie dann “ wir haben euch doch die Chance gegeben , an eurer Insolvenz seid ihr selbst schuld „

  6. Ziel aller Corona-Einschränkungen war es die Kapazitäten des Gesundheitssystems zu schützen. Mehr nicht!
    Die Zahl der Erkrankten und Neuinfektionen war/ist in den überwiegenden Teilen Deutschlands erfreulich gering, und das vielerorts bereits vor den Einschränkungen.
    Warum muss die Gastronomie zukünftig um 22.00 Uhr schließen? Gehts noch? Leben wir alle in einem großen Kindergarten und die Politiker sind unsere Erzieher? Ist der mündige und freie Bürger unfähig sich auch nach 22.00 Uhr an die Regeln zu halten? Warum werden wir alle wie Idioten vorgeführt. Die Arroganz mancher Politiker geht ins Unerträgliche und viele von denen vergessen ihre eigenen Durchschnittlichkeit.
    Ich kann nur hoffen, dass die Gerichte ordentlich beschäftigt werden.
    Zudem freue ich mich bereits auf den Wahlkampf in 2021.

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