Schammatdorf im Trierer Süden feiert Sommerfest

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TRIER. Die Bewohner des Schammatdorfs im Trierer Süden feiern mit ihren Gästen am Samstag, 10. Juni, ab 15 Uhr, das diesjährige Sommerfest.

Die großen und kleinen Besucher werden durch Kinderschminken, Basteln, und Spiele unterhalten. Zu den Akteuren zählen der Chor der Kinder der Matthias-Grundschule, die Band Tinnef, der DJ Dieter Metzen und viele mehr.

Das Schammatdorf ist eines der ältesten integrativen Wohnprojekte in Deutschland und wurde vor fast 40 Jahren gegründet

Entstehungsgeschichte

Auf dem Hintergrund zahlreicher Probleme städtischen Wohnens entwickelte sich in Trier in den siebziger Jahren der Gedanke, ein Wohngebiet mit sozialer Zielsetzung zu errichten. In Zusammenarbeit mit dem Sozialdezernat der Stadt Trier planten die Abtei St. Matthias und die Wohnungsbau und Treuhand AG (gbt) das Schammatdorf, das ab Ende 1979 bezugsfertig wurde.

Die Wohnungsbau und Treuhand AG (gbt) als Bauträger erstellte im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus die Wohnanlage. In den 144 Wohnungen, von denen 44 barrierefrei gehalten sind, wohnen zur Zeit etwa 280 Menschen. Die Bewohner wollen eine neue Nachbarschaft mit hoher Kommunikation, Integration und Partizipation leben.

Die Kaltmiete beträgt derzeit etwa 5,40 Euro je qm Wohnfläche. Zwischenzeitlich haben einige Bewohner ihre frühere Mietwohnung als Eigentum erworben.

Ziele und ihre Verwirklichung

Der Grundgedanke des Projektes ist, einen Wohnbereich zu schaffen, in dem selbständig Lebende mit Menschen zusammenwohnen, die aufgrund ihrer Lebens­geschichte oder spezifischer Beeinträchtigungen Schwierigkeiten mit der selbständigen Bewältigung des Alltags haben. Im Schammatdorf wohnen somit heute Familien mit Kindern, Menschen mit und ohne Behinderungen, ältere Menschen, Studenten, Alleinerziehende… in guter Nachbar­schaft zusammen und helfen sich gegenseitig im Alltag dort, wo es Probleme gibt.

Die Architektur des Dorfes schafft für die Ziele der Integration und Kommunikation gute Voraussetzungen. Die Häuser sind zweigeschossig in sogenannten Wohnhöfen gebaut. Laubengänge und der Hofbereich mit Baum, Sandkasten und Bänken laden zum Verweilen ein. Die halböffentlichen Räume geben den Bewohnern die Möglichkeit zu selbstverständlichen Alltagskontakten. Die Außenanlagen sind weitgehend rollstuhlfreundlich und zudem vielfältig begrünt. Ebenfalls barrierefrei ist das in der Dorfmitte gelegene Schammatdorf­zentrum, das den Nachbarn für ihre Aktivitäten (gemeinsame Mittagessen, Kindertreffs, Kaffeenachmittage, Bastelgruppen, offene Treffs wie z.B. das „Kneipchen“…) zur Verfügung steht. Es ist aber auch Treffpunkt für Initiativen und Veranstaltungen, die über das Dorf hinausgehen (Vorträge, Ausstellungen…).

Auf Grundlage des intensiveren gemeinsamen Wohnens von Menschen mit unterschiedlicher Lebenslage und Lebensorientierung erweitert der Bewohner den eigenen menschlichen Erfahrungshorizont. In den gemeinsamen Aktivitäten, in der Gestaltung der Wohnumwelt und in der Freizeit werden wechselseitige Anerkennung gefördert, persönliche Fähigkeiten zur selbstbestimmteren Lebensführung entwickelt und gegenseitige unentgeltliche Unterstützung aufgebaut. Mit der Gründung eines Vereins haben die Nachbarn auch eine rechtlich verfasste Struktur zur Beteiligung an der Weiterentwicklung ihres Gemeinwesens geschaffen.

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