Verkehrsunfallstatistik 2016 TRIER: Mehr Unfälle – weniger Tote

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TRIER. Geringer Anstieg der registrierten Verkehrsunfälle: Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Trier ereigneten sich im Zeitraum 01.01.2016 bis 31.12.2016 insgesamt 23.112 Verkehrsunfälle. Im Vergleich zum Vorjahr (22.668) stellt dies einen Anstieg von 444 Unfällen dar, was einem Zuwachs von 2,0 % entspricht. Grund hierfür dürfte auch der Anstieg der Zulassungszahlen sein.

11.923 Verkehrsunfälle ereigneten sich innerhalb geschlossener Ortschaften und 10.105 außerhalb geschlossener Ortschaften. Auf Bundesautobahnen wurden 1.077 Verkehrsunfälle registriert.

Verkehrsunfälle mit Personenschaden
Im Bereich des Polizeipräsidiums Trier ereigneten sich im Jahr 2016 insgesamt 2.306 Verkehrsunfälle mit Personenschäden, was einem Anteil von 9,98 % am Gesamtunfallgeschehen entspricht. Bedauerlicher Weise sind im Jahr 2016 bei 31 Verkehrsunfällen Menschen zu Tode gekommen. Es ereigneten sich insgesamt 582 Verkehrsunfälle mit Schwerverletzten, somit 27 mehr als im Vorjahr.
Der gleiche Trend spiegelt sich bei den Verkehrsunfällen mit Leichtverletzten wider. Insgesamt ereigneten sich 1.693 Verkehrsunfälle mit Leichtverletzten. Dies stellt eine Steigerung um 46 Verkehrsunfälle dar.

Bei diesen 2.306 Verkehrsunfällen kamen 3.085 Personen zu Schaden. Es wurden 33 Menschen getötet, 694 schwer verletzt und 2.358 leicht verletzt. 33 Verkehrstote im Jahr 2016 sind der niedrigste Stand in den letzten fünf Jahren.

Die Anzahl der tödlich verletzten ist im Vergleich zum Vorjahr um 7 gesunken. Bei den schwerverletzten Personen ist im Jahr 2016 eine Steigerung um 18 Personen auf 694 festzustellen. Bei den Unfällen mit leichtverletzten Personen ist ein Anstieg der Verletzten von 45 auf 2.358 Personen zu verzeichnen. Ein Erklärungsansatz für die Steigerungen dürfte die Zunahme der absoluten Unfallzahlen sein.

Hauptunfallursachen

Bei den Hauptunfallursachen ist ein Anstieg bei der Unfallursache „Abstand“ und „Abbiegen/Wenden/ Rückwärts-/ Ein- und Ausfahren“ zu verzeichnen.

Abstand
Die Ursache „Abstand“ wurde bei 5.386 Verkehrsunfällen festgestellt. Dies stellt im Vorjahresvergleich einen Anstieg von 534 Unfällen dar. Insgesamt waren 23,30 % aller aufgenommener Verkehrsunfälle auf diese Ursache zurückzuführen. Bei 447 Verkehrsunfällen mit der Unfallursache „Abstand“ waren Personenschäden zu beklagen. Hierbei verunglückten insgesamt 773 Personen.

Fehler beim Abbiegen/Wenden/ Rückwärts-/ Ein- und Ausfahren
An zweiter Stelle der Hauptunfallursachen wurde „Fehler beim Abbiegen/Wenden/ Rückwärts-/ Ein- und Ausfahren“ registriert. Hier sank die Zahl der Unfälle gegenüber dem Vorjahr um 14 auf 4.653. Filtert man die einzelnen Verkehrsunfallursachen heraus, stellt man fest, dass die meisten Verkehrsunfälle wegen „Fehlern beim Wenden und Rückwärtsfahren“ (3545) aufgenommen wurden.

Geschwindigkeit
Auf Platz drei findet sich mit 2.350 Fällen die Hauptunfallursache „Geschwindigkeit“. Dies bedeutet eine Verringerung um 128 Unfällen gegenüber dem Vorjahr. Besonders häufig ist die Altersgruppe der „Jungen Fahrer“ (18 – 24 Jahre) an diesen Unfällen beteiligt. Bei der Analyse der Hauptunfallursachen kann auch in diesem Jahr erneut festgestellt werden, dass die häufigste Ursache bei Unfällen mit Personenschäden eine überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit ist. Bei 671 Verkehrsunfällen mit Personenschaden der Verkehrsunfallursache „Geschwindigkeit“ wurden 15 Menschen getötet, 239 schwerverletzt und 606 leichtverletzt.

Vorfahrt
Die Missachtung der Vorfahrt ist gegenüber dem Vorjahr um neun auf 1.131 Unfälle angewachsen. Bei den 313 Vorfahrtsunfällen mit Personenschaden verunglückten 468 Personen von denen zwei Personen getötet, 93 schwerverletzt und 373 leichtverletzt wurden.

Sonstige Ursachen
Bei den sonstigen Ursachen sind überwiegend die registrierten Wildunfälle (6662) für eine Unfallzahl von 8138 ursächlich. Somit sind die Wildunfälle die häufigste Verkehrsunfallursache.

Alkoholeinwirkung
Im Jahr 2016 war der Alkoholeinfluss in 345 Fällen unfallursächlich bzw. mitursächlich. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 26 Unfälle. Erstmals seit 2012 hat das PP Trier damit in diesem Bereich eine steigende Unfallzahl. Bei 132 Verkehrsunfällen mit der Verkehrsunfallursache Alkohol verunglückten 164 Personen.

Eine Person wurde getötet, 59 schwer- und 104 leichtverletzt. Bei der Altersstruktur der Hauptverursacher ist festzustellen, dass die 45 bis 64-Jährigen und die 25 bis 34-Jährigen als Pkw-Führer die meisten Unfälle mit jeweils der Häufigkeit 73 unter Alkoholeinfluss verursachten. Die „Jungen Fahrer“ folgen mit 59 Unfällen. Auch bei den Fahranfängern, Fahrerinnen und Fahrer, die das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, setzt sich der negative Trend im Hinblick auf eine Zunahme bei den alkoholbedingten Verkehrsunfällen fort. Für 2016 ist eine Steigerung um 13 auf 41 Verkehrsunfälle zu verzeichnen.

Drogeneinwirkung
Bei den Verkehrsunfällen unter Drogeneinwirkung ist im Jahr 2016 eine Zunahme von vier auf 40 Unfälle gegenüber dem Vorjahr festzustellen.

Risikogruppen

Verkehrsunfälle mit Beteiligung der Risikogruppe „Junge Fahrer“ (18 – 24 Jahre)

Bei der Risikogruppe „Junge Fahrer“ sind die Verkehrsunfälle gegenüber dem Vorjahr um 383 auf insgesamt 5.452 Unfälle gestiegen. Junge Fahrer waren an 23,59 % aller Verkehrsunfälle beteiligt. Somit hat sich der stetige Anstieg der letzten fünf Jahre fortgesetzt. Bei 71,90 % dieser Verkehrsunfälle sind die „Jungen Fahrer“ auch Hauptverursacher. „Junge Fahrer“ waren insgesamt 838 Mal an Verkehrsunfällen mit Personenschäden beteiligt, bei 584 dieser Unfälle waren sie der Hauptverursacher.

Dabei wurden 12 Menschen getötet, 246 schwer und 910 leicht verletzt. Die Hauptunfallursache bei Unfällen mit Personenschäden in der Risikogruppe „Junge Fahrer“ ist Geschwindigkeit. Bei sechs tödlichen Verkehrsunfällen war die Unfallursache Geschwindigkeit. 70 Verkehrsunfälle wurden unter Alkoholeinfluss und 23 unter Drogeneinfluss verursacht. Bei 62 Verkehrsunfällen war die Unfallursache „Fehler beim Überholen“ ursächlich.

Begleitendes Fahren mit 17
Gemäß dem nachfolgenden Diagramm ereigneten sich im Bereich des Polizeipräsidiums Trier 27 Verkehrsunfälle, an denen 17-jährige Fahranfänger beteiligt waren.

Bei den 27 Verkehrsunfällen waren zwei Unfälle mit schwerverletzten und vier Unfälle mit leichtverletzten Personen. Bei drei Verkehrsunfällen war Alkohol die Unfallursache.

Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Kindern
Im Jahr 2016 ist ein Anstieg der Kinderbeteiligung um 14 auf 180 Unfälle festzustellen. Allerdings wird der Höchststand von 2014 deutlich unterschritten.

Bei den 180 erfassten Verkehrsunfällen wurden insgesamt 168 Kinder verletzt. In 139 Fällen waren dabei leichte Verletzungen und in 27 Fällen schwere Verletzungen die Folge. Bei zwei Unfällen waren tödliche Verletzungen zu beklagen. 94 Kinder wurden als Mitfahrer in einem Fahrzeug verletzt.

Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Senioren ab 65 Jahren
Im Jahr 2016 ereigneten sich insgesamt 3.863 Verkehrsunfälle unter Beteiligung dieser Altersgruppe. Das sind 521 Verkehrsunfälle mehr als im Vorjahr.

Insgesamt waren 4.173 Senioren im Jahr 2016 an Unfällen beteiligt. Bei 2.698 Unfällen waren die Senioren Hauptverursacher. Bei Analyse der Altersstruktur innerhalb dieser Risikogruppe ist festzustellen, dass das Unfallrisiko mit zunehmendem Alter ansteigt. Bei den Unfällen unter Beteiligung von Senioren wurden elf Personen getötet, 167 schwer und 473 leichtverletzt. Die Anzahl der Getöteten erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um zwei.

Verkehrsunfälle mit motorisierten Zweirädern
Im Jahr 2016 gingen die Verkehrsunfälle mit motorisierten Zweirädern um 20 auf 609 zurück. Dies entspricht einem Anteil von 2,63 % am Gesamtunfallgeschehen Bei den 447 Verkehrsunfällen mit Personenschaden verunglückten 503 Personen, darunter zwölf tödlich, 199 wurden schwer verletzt und 292 leicht verletzt. Dies sind genauso viele wie 2015. Bei der Betrachtung der Unfälle mit motorisierten Zweirädern fällt auf, dass die Altersgruppe der 45 bis 64–Jährigen am häufigsten betroffen ist. Innerhalb dieser Risikogruppe wurde mit den sogenannten „Wiedereinsteigern“ eine Untergruppe identifiziert, die besonders unfallgefährdet ist. Dementsprechend wurde die Verkehrssicherheitsarbeit des Polizeipräsidiums Trier im Hinblick auf motorisierte Zweiradfahrer in den Fokus gerückt.

Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Lastkraftwagen
Im Jahr 2016 ereigneten sich im Polizeipräsidium Trier insgesamt 2.127 Unfälle mit der Beteiligung von Lastkraftwagen. Dies entspricht einem Anteil von 9,20 % am Gesamtunfallgeschehen und stellt im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 52 Unfälle dar. Es waren sieben Gefahrgutunfälle zu verzeichnen. Einmal trat Gefahrgut aus. Durch den stetig zunehmenden Schwerlastverkehr und die damit einhergehende stärkere Belastung des Straßennetzes steigen auch die mit dem Schwerlastverkehr verbundenen Unfallgefahren weiter an. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass für die Erfassung als LKW die Eintragungen in der Zulassungsbescheinigung maßgeblich sind. Somit werden hier nicht nur die mehrere Tonnen schweren Fahrzeuge statistisch erfasst, sondern auch kleinere Fahrzeuge, wie zum Beispiel sogenannte Pick-Ups oder auch Lieferwagen.

Bei 211 Unfällen kamen insgesamt 284 Menschen zu Schaden. Von den 284 Verunglückten wurden vier getötet, 64 schwer und 216 leicht verletzt.

Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Fahrradfahrern
Es wurden insgesamt 352 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Radfahrern registriert. Dies ist eine Steigerung um 18 gegenüber dem Vorjahr. An 84 Unfällen waren sie alleine beteiligt. Es verunglückten insgesamt 291 Menschen. Zwei Personen wurden getötet, 79 schwer verletzt und 210 leicht verletzt. Bei 216 Verkehrsunfällen waren die Radfahrer der Hauptverursacher.

Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Fußgängern
In 2016 stieg die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Fußgängern um 18 auf 223. Zwei Personen wurden getötet. Es ereigneten sich 46 Verkehrsunfälle mit schwerverletzten
und 135 mit leichtverletzten Personen.

Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort

Im Jahr 2016 stieg die Anzahl der Verkehrsunfälle, bei denen sich einer der Unfallbeteiligten unerlaubt von der Unfallörtlichkeit entfernte um 46 auf 3.767 an. Dies sind 16,30 % am Gesamtunfallgeschehen.

Insgesamt konnten im Jahr 2016 im Bereich des Polizeipräsidiums Trier 1.609 aller registrierten Verkehrsunfallfluchten aufgeklärt werden. Dies entspricht einer Aufklärungsquote von 42,71 %.
Bei den Verkehrsunfällen mit unerlaubtem Entfernen vom Unfallort wurden 231 Personen verletzt. 27 davon schwer und 204 leicht.

Wildunfälle
Bei der Betrachtung der registrierten Wildunfälle kann für das Jahr 2016 festgestellt werden, dass es erneut eine Steigerung von 99 Wildunfällen auf insgesamt 6.662 gab. Dies sind 28,82 % am Gesamtunfallgeschehen. Der Zusammenstoß mit Wild war somit die häufigste Verkehrsunfallursache im Bereich des Polizeipräsidiums Trier.

Verkehrsüberwachung

Bei polizeilichen Geschwindigkeitskontrollen wurden 59.051 Verwarnungen ausgesprochen und 23.669 Ordnungswidrigkeitenanzeigen erstattet. Des weiteren erstatteten die Beamten in 1.130 Fällen wegen Alkoholkonsums und in 587 Fällen wegen akuter Drogenbeeinflussung Straf- bzw. Ordnungswidrigkeitenanzeigen.

In 547 Fällen konnten Fahrten in alkoholisiertem Zustand verhindert werden. Darüber hinaus wurden folgende Maßnahmen im Zusammenhang mit der Überwachung des Straßenverkehrs getroffen:

 2.672 Strafanzeigen
 25.468 Ordnungswidrigkeitenanzeigen
 69.458 Verwarnungen
 9.484 Mängelberichte

Verkehrsunfallprävention

Die Verkehrsunfallprävention des Polizeipräsidiums Trier wird sich im Jahr 2017 insbesondere auf die Zielgruppe der „Jungen Fahrer“, Kinder und Senioren konzentrieren, da sich diese in der aktuellen Verkehrsunfallstatistik mit steigenden Zahlen präsentieren. Damit einhergehend wird im Rahmen der Verbundstrategie die Vernetzung mit Kooperationspartnern sowie die Durchführung wirkungsvoller Präventionskonzepte weiter intensiviert.

Dazu gehören die Präventionskampagne „Crash Kurs“ für die Zielgruppe der „Jungen Fahrer“ und die Fortführung und Intensivierung von „BOB Trier“. Die erfolgreichen Veranstaltungen für Motorradfahrer im Rahmen der internationalen Verkehrssicherheits-Konzeption „Motorradfahren in der Eifel – aber sicher!“, mit den Kooperationspartnern Luxemburg, Belgien, Niederlande und Nordrhein-Westfalen und „Verantwortung statt Vollgas“, werden weiter fortgeführt. Die nächsten Veranstaltungen finden am Samstag, 22.04.2017, in Wiesbaum und Samstag, 14.05.2017, in
Trier statt. Das landesweite Verkehrsunfallpräventionskonzept „Vorbild bleiben“ mit Bausteinen und Präventionsmaßnahmen für die Risikogruppe der Senioren wird ebenfalls fortgesetzt.
Das Thema Ablenkung am Steuer wird weiter in den Fokus der Präventionsarbeit gerückt.

„Die Anzahl der Verkehrsunfälle ist im vergangenen Jahr leicht angestiegen“, sagt der stellvertretende Polizeipräsident, Leitender Polizeidirektor Franz-Dieter Ankner, „damit folgt die Region Trier dem Landestrend. Mitursächlich dafür dürfte der Anstieg der Zulassungszahlen sein. Auch wenn 33 Verkehrstote zu beklagen sind, verzeichnen wir damit den niedrigsten Stand der letzten fünf Jahre. Auch im Bereich der Verkehrsunfälle mit motorisierten Zweiradfahrern oder aufgrund zu hoher Geschwindigkeit registrieren wir rückläufige Zahlen. Allerdings gilt es aus polizeilicher Sicht, der in Teilbereichen negativen Verkehrsunfallentwicklung entgegenzuwirken. Wir werden die Schwerpunkte der verkehrspolizeilichen Maßnahmen an den Hauptunfallursachen
und den besonders vom Unfallgeschehen betroffenen Zielgruppen orientieren.

Gefragt sind allerdings alle Beteiligten, die zur Steigerung der Verkehrssicherheit beitragen können, darunter auch die Verkehrsteilnehmer selbst.

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