Uni Trier: Hummel, Schmetterling & Co stärken – Rückgang bestäubender Insekten umkehren

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Foto: Tom Weller/dpa

TRIER. Das EU-Horizon-Projekt BUTTERFLY mit Trierer Beteiligung will den Rückgang von bestäubenden Insekten umkehren. Dabei spielt auch die Psychologie eine wichtige Rolle.

Unter Leitung der Universität von Bergen vereinen 24 wissenschaftliche Einrichtungen zwischen Norwegen und Griechenland ihre Kräfte. Das Ziel: Die Ursachen für den Bestäuberschwund verstehen und Maßnahmen entwickeln, um die für uns lebenswichtigen Tiere zu stärken. Denn ohne Bienen, Hummeln oder Schmetterlinge können sich Pflanzen nicht vermehren und die Lebensmittelversorgung ist weltweit gefährdet. Diese Kettenreaktion, auch Schmetterlingseffekt genannt, gibt dem Projekt seinen Namen.

Neben der Biologie sowie anderen Naturwissenschaften sind im EU-geförderten Projekt auch die Philosophie und Psychologie beteiligt. Und hier kommt Dr. Katharina Schwarz für die Universität Trier ins Spiel. In Biologie und Psychologie ausgebildet, untersucht sie die psychologische Komponente des Themas.

Verhalten im Alltag beeinflussen

Ich beschäftige mich damit, wie man Menschen motivieren kann, im Alltag zum Insektenschutz beizutragen“, so die Forscherin. „Wann greifen Leute zum Beispiel im Baumarkt zur bestäuberfreundlichen Pflanze für Garten oder Balkon?“

Zunächst untersucht Katharina Schwarz, welche psychologischen Effekte die Situation hat. Macht der Insektenschwund Angst? Herrscht ein Gefühl der Machtlosigkeit oder sehen Menschen Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen? Dazu wertet sie Fragebögen aus und macht Computertests mit Probanden. Im Anschluss wird die Wissenschaftlerin auch Feldexperimente durchführen. Sie überprüfen, ob die Ergebnisse der Labortests in der Praxis wirklich zu bestäuberfreundlichem Verhalten führen.

An der Universität Trier kann Katharina Schwarz auf die hervorragende Infrastruktur sowie die breite Expertise von Kolleginnen und Kollegen aus den verschiedenen Bereichen bauen. „Trier ist sehr gut aufgestellt“, so Schwarz. „Es gibt ein hervorragendes Labor für Stresstests und es ist unglaublich viel Wissen vorhanden.“

Wissenschaftlicher Austausch ist es auch, der BUTTERFLY zum Erfolg verhelfen soll. Im Projekt sollen die verschiedenen Disziplinen zusammenkommen, die bisher getrennt voneinander zu diesem Thema geforscht haben. Das regelmäßige Zusammenbringen dieser unterschiedlichen Ansätze führt zu den entscheidenden Ergebnissen.

Der Startschuss für zunächst vier Jahre Förderung fällt am 1. März, im April findet eine erste Versammlung der Beteiligten in Paris statt. „Da ist die Lage von Trier natürlich perfekt“, freut sich die erst 2024 aus Würzburg an die Mosel gewechselte Wissenschaftlerin über eine kurze Anreise.

Horizon Europe ist ein von 2021 bis 2027 laufendes Förderprogramm der Europäischen Union für Forschung und Innovation. Es befasst sich mit dem Klimawandel, den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen und fördert die Wettbewerbsfähigkeit sowie das Wachstum der EU. (Quelle: Universität Trier)

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1 Kommentar

  1. CO2 bekämpfen, von dem die Pflanzen leben und prächtig gedeihen und dann über den Artenrückgang wundern. Holt euch noch ne Gentherapie und rettet so die Umwelt, die vor allem unter solchen Vollpfosten leidet.

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