AOK-Gesundheitsreport: Weniger, aber längere Krankschreibungen in RLP

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Foto: dpa-Archiv

Ob Grippe, Muskel-Skelett-Erkrankung oder Verletzung: Erwerbstätige Rheinland-Pfälzer waren 2019 aus vielerlei Gründen krank geschrieben. Insgesamt ging die Zahl der Krankmeldungen laut AOK zurück. Dafür mussten die Betroffenen aber oft länger der Arbeit fern bleiben.

In Rheinland-Pfalz sind im vergangenen Jahr nach Angaben der Krankenkasse AOK weniger Erwerbstätige krank geschrieben worden als noch ein Jahr zuvor. Allerdings waren die Betroffenen länger arbeitsunfähig gemeldet als im Vergleichszeitraum, wie aus dem aktuellen Gesundheitsreport der AOK hervorgeht.

Demnach waren 5,2 Prozent der erwerbstätigen Kassenmitglieder 2019 mindestens einmal krank gemeldet. Zum Vergleich: Im Jahr zuvor lag der Krankenstand noch bei sechs Prozent. Schwankungen bei den Zahlen treten laut einem AOK-Sprecher über die Jahre immer wieder auf. Das werde unter anderem durch mehr oder minder starke Grippewellen beeinflusst. «Das ist die klassische Erkältung, das ist die klassische Grippe, die die Werte nach oben bringen.»

Mit Blick auf alle Krankschreibungen 2019 waren die häufigsten Gründe hierfür: Erkrankungen der Atemwege (20,9 Prozent), Probleme mit Muskeln oder Knochen (16,4 Prozent), mit der Verdauung (8 Prozent) und Verletzungen (7,2 Prozent).

Beim Vergleich der Jahre 2019 und 2018 änderte sich nicht nur die Zahl der Krankschreibungen insgesamt, sondern auch die Dauer. Laut Report galt eine Krankmeldung im Schnitt 13,5 Tage lang. Das waren 20,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei fielen vor allem vier Krankheiten ins Gewicht. Bei längeren Krankschreibungen ging es in 22,8 Prozent um Probleme mit Muskeln oder Knochen, in 11,5 Prozent der Fälle lag eine psychische Erkrankung vor. Verletzungen machten einen Anteil von 11 Prozent und Erkrankungen einen Anteil von 10,6 Prozent aus.

Für den Report wurden nach Angaben der Autoren nur Daten von erwerbstätigen AOK-Mitgliedern verwendet. In Rheinland-Pfalz seien das im vergangenen Jahr 526 057 Menschen gewesen. Fehlzeiten im Zusammenhang mit Schwangerschaften oder Kinderkrankengeldfällen seien nicht berücksichtigt worden.

Der Bericht soll laut der Krankenkasse nur einen ersten Eindruck über die Krankschreibungen vermitteln. Im Falle von Kurzzeiterkrankungen von drei Tagen beispielsweise könnten die tatsächlichen Zahlen von den Daten der Statistik abweichen. Denn Kurzzeiterkrankungen seien nur dann berücksichtigt worden, wenn die Betroffenen deswegen krank geschrieben waren. Der tatsächliche Anteil von Kurzzeiterkrankungen könne also höher sein als der erfasste Anteil.

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