Jahresbilanz des regionalen Ausbildungsmarktes: Lage auf dem Ausbildungsmarkt spitzt sich zu

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TRIER „Die regionale Wirtschaft sucht händeringend nach geeignetem Nachwuchspersonal,“ sagt Heribert Wilhelmi, vorsitzender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Trier, anlässlich der diesjährigen Pressekonferenz zur Ausbildungsmarktsituation in der Region. Und das sei auch verständlich, „denn junge Menschen im eigenen Unternehmen auszubilden, ist einer der wichtigsten Bausteine zur Sicherung des wachsenden Fachkräftebedarfs.“

Für Ausbildungsbetriebe wird es jedoch immer schwieriger passende Auszubildende zu finden. Von den 4.179 bei der Agentur für Arbeit gemeldeten Ausbildungsstellen, blieben 664 unbesetzt, 95 mehr als im vergangenen Jahr. Gleichzeitig sank die Zahl der Ausbildungsinteressierten im zurückliegenden Berufsberatungsjahr (1.10.2017 bis 30.09.2018) von 3.335 auf 3.140 Bewerber. Der Trend der letzten Jahre setzt sich also fort: „Immer weniger Bewerber kommen auf immer mehr Ausbildungsstellen,“ so Wilhelmi.

Damit das nicht so bleibt, bieten die Agentur für Arbeit und die Wirtschaftskammern eine breite Palette an Unterstützungsmöglichkeiten für junge Menschen, Eltern, Schulen und Betriebe an: „Mit unserer Berufsberatung sind wir an allen allgemeinbildenden Schulen in Sachen Berufsorientierung aktiv. Die Berufsberater der Agentur für Arbeit führen Berufswahlunterricht durch, bieten Schülersprechstunden und Elternabende an und sind bei Ausbildungsmessen und Berufsorientierungstagen vor Ort. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit bildet natürlich die individuelle Ausbildungsplatzvermittlung,“ berichtet Heribert Wilhelmi.

Trotz der vielfältigen Bemühungen und der guten Ausgangssituation am Ausbildungsmarkt, gehen immer wieder Bewerber leer aus. Auch im vergangenen Jahr haben 153, der bei der Berufsberatung registrierten Jugendlichen, keinen Ausbildungsplatz gefunden. „Ziel ist es, jedem ausbildungsinteressiertem Jugendlichen, eine Ausbildungsstelle anzubieten,“ so Wilhelmi. Dazu gehöre allerdings, dass Betriebe verstärkt schwächeren Jugendlichen eine Chance gäben und sowohl Jugendliche als auch Arbeitgeber von den Förderprogrammen Gebrauch machten. Diese seien wichtig, um junge Leute in die Lage zu versetzen, eine Lehre erfolgreich absolvieren zu können.

Auch die beiden großen Wirtschaftskammern IHK und HWK treibt die Frage um, wie ausreichend geeignete Jugendliche für einen der rund 240 verschiedenen Ausbildungsberufe in der Region begeistert werden können. Bei der Industrie- und Handelskammer Trier hält sich, trotz rückläufiger Schülerzahlen, die Zahl der neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse auf einem vergleichsweise stabilen Niveau. Bis Ende September registrierte die Kammer 1.889 Neueintragungen, fünf weniger als im Vorjahr. „Dennoch konnten 39 Prozent der Betriebe nicht alle ihre Ausbildungsplätze besetzen. Daher ist unser Engagement im Bereich der Berufsorientierung für eine Trendumkehr so wichtig,“ betont Ulrich Schneider, Geschäftsführer Ausbildung bei der IHK Trier.

Im Handwerk scheint hingegen eine Trendwende bereits greifbar. Nach mehreren Jahren rückläufiger Ausbildungszahlen, kann die Handwerkskammer Trier zum ersten Mal in Folge ein leichtes Plus bei den Neueintragungen verzeichnen. Ende September registrierte die Kammer 1.253 neue Ausbildungsverhältnisse. Das entspricht einem Zuwachs um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Von einer Entspannung könne jedoch längst noch keine Rede sein, denn der Bedarf an Lehrlingen im Handwerk sei riesig, so Axel Bettendorf, Hauptgeschäftsführer der HWK Trier. Er wirbt für die Karrierechancen in handwerklichen Berufen: „Die Aufstiegschancen im Handwerk sind vielfältig. Vom Gesellen über den Meister bis zum eigenen Betrieb können Jugendliche ihre Zukunft individuell gestalten. Ein weiterer Vorteil ist, dass eine Ausbildung im Handwerk traditionell allen Jugendlichen offensteht – egal welche schulischen, sozialen oder kulturellen Hintergründe mitgebracht werden.“

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