CDU Mariahof fordert: Kein Neubaugebiet Brubacher Hof

5

TRIER. Zu einer außerordentlichen Sitzung trafen sich die Mitglieder des CDU Stadtbezirksverbandes Mariahof und der CDU-Gruppe im Ortsbeirat mit der Bürgerinitiative (BI) „Stoppt Landfraß – Gegen die Bebauung vom Brubacher Hof“ , Vertretern des BUND, dem Vorsitzende des Bauern- und Winzerverbandes, dem Ortsvorsteher von Mariahof, sowie Vertretern der CDU-Stadtratsfraktion zu einem Meinungsaustausch über den Flächennutzungsplan 2025 (FNP).

Das von der Stadt geplante neue Wohnbaugebiet im Bereich „Brubacher Hof“ stößt bei den Betroffenen vor Ort auf harsche Kritik, „und das nicht“, so Ortsvorsteher Jürgen Plunien, „weil wir egoistisch sind und nach dem St. Floriansprinzip keine Bebauung bei uns zulassen wollen, sondern weil wir diesen Flecken Naherholungsgebiet für die nachfolgenden Generationen erhalten wollen.“

Sowohl Ingo Hennen, Landwirt und Gastronom in Brubach, als auch der Vertreter des BUND, Reichert, verwiesen auf die negativen Folgen: Verschlechterung der klimatischen Bedingungen des benachbarten Wohngebietes Mariahof und im Olewiger Tal, Zerstörung eines einzigartigen Naherholungsgebietes und die ungelösten Verkehrsprobleme, die bei ungefähr 5500 zusätzlichen Autofahrten entstehen würden. „Seit Jahrzehnten bringen wir diese Bedenken gegen das Baugebiet vor, sie schlagen sich inzwischen in Tausenden von Unterschriften nieder“, so Hennen.


Der Vorsitzende des Bauern- und Winzerverbands, Peter Weber, und der Sprecher der Bürgerinitiative „Stoppt Landfraß“, Nikolaus Schmidt, fordern ein generelles Umdenken bei den Entscheidungsträgern der Stadt Trier: „Es dürfen keine Flächen mehr bebaut werden, die landschaftlich so wertvoll sind wie der Brubacher Hof!“ Zudem sei die Bebauungsdichte viel zu gering veranschlagt, der errechnete Flächenbedarf sei künstlich aufgebläht: „Anstatt kleine Einfamilienhäuser auf einem 34 ha großen, teuren Baugebiet auf dem Brubacher Hof zu planen, wäre es effektiver und auch sozial verträglicher, dort, wo es architektonisch machbar ist, große Mehrfamilienhäuser zu bauen“, so Schmidt.

Diese Bebauung ließe sich in folgenden, als Alternative zum Brubacher Hof, in Mariahof und der nä-heren Umgebung gedachten potentiellen Baugebieten umsetzen:
• Im Gelände zwischen Mariahof und dem Altersheim Härenwies (9,6 ha) – hier ist eine vorherige Abstimmung mit den Vertretern aus Feyen-Weismark erforderlich,
• Im Gebiet entlang der Oswald-von-Nell-Breuning-Allee (Wolfsberg bis zur Blumenwiese am Gut Mariahof) (2,67 ha),
• Erweiterbar um die Wiesen gegenüber der Trebetastraße (mind. 1,5 ha).

„Wir werden diese Kompromissvorschläge in die Diskussion der Fraktion einbringen und uns weiterhin gegen ein Neubaugebiet ‚Brubacher Hof‘ einsetzen“, so der Stadtbezirksvorsitzende Thorsten Wollscheid. Die Vertreter der CDU Stadtratsfraktion versprachen, diese Vorschläge in die weiteren Beratungen der Fraktion sowie des zuständigen Dezernatsausschusses einzubringen.

rosi@lokalo.de – lokalo.de-Leser berichten

Der neue Service bei lokalo.de:
Informationen, Fotos und Videos zu Ereignissen in der Region per Mail an rosi@lokalo.de.

lokalo.de-Leser berichten direkt von den Orten des Geschehens.
Brandaktuelle News aus erster Hand.

Jetzt lokalo liken und keine News verpassen!
Facebook

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Facebook.
Mehr erfahren

Beitrag laden

5 KOMMENTARE

  1. Die alternativen Vorschläge hören sich schon nach dem Floriansprinzip an. Sind ebenfalls keine guten Alternativen. Man sollte zuerst die Leerstände an Wohnungen betrachten und diese vermieten oder verkaufen. Dann braucht man nur noch sehr wenige bis überhaupt keine Neuanlagen bauen. Leisten kann sich die angedachten Neubauten ohnehin kaum noch jemand. Im Moment wird durch die niedrigen Zinsen etwas von den überteuerten Preisen abgelenkt. Das Erwachen wird kommen, früher oder später.

  2. Dazu nur ein Zitat der scheidenden Baudenzernentin:

    „Nirgendwo schien mir das Interesse gewählter Ratsmitglieder an taktischen und parteibezogenen Winkelzügen so groß und gleichzeitig das Interesse, im Sinne der Stadt zu arbeiten, so glein wie in Trier. Standpunkte wurden und werden häufig den Forderungen und Interessen einer bestimmten Klientel und parteitaktischen Gesichtspunkten untergeordnet“

    • habe das auch mit sehr grossem Interesse im TV gelesen , wenn ich auch mit ihrer Arbeit nicht sehr zufrieden war und auch schon mal mit ihr schriftlich aneinander geriet muss ich sagen dass sie hier als erste mal das ausgesprochen hat was seit Jahrzehnten Fakt ist und in mir Wut hochkochen lässt .
      Für die nächste Stadtratswahl habe ich mir vorgenommen Protest zu wählen weil so wie es jetzt ist gar nichts mehr geht

  3. Der letzte CDU-OB ( wohnt übrigens auch auf der Mary-Ranch) hat den Ort immer genannt: Woanders bitte.
    Trier braucht vielen neuen , BEZAHLBAREN Mietwohnraum. Aber bevor man neue Wohngebiete erschließt, muss man erst die Infrastruktur herstellen, sonst läuft es wie in Kürenz.

    • in Kürenz läuft es nicht es steht morgens ,mittags wenn die Hubschraubermütter alle ihre Kinder aus der Stadt abholen und abends .
      Die Stadt hat bis zum heitigen Tage keinerlei zukunftsträchtige Planungen geschweige denn Ausführungen zur Verbesserung der Verkehrssituation in Angriff genommen, nur Absichtserklärungen und wenn ich mir anschaue was jetzt aus dem Pferdemarkt gemacht wurde müsste man sogar froh sein ,wer weiss was für einen SCHxxxs die sonst anrichten

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.