Vor Landtagswahl: Schnieder: Grenze zu AfD eindeutig – Eder ist alarmiert

3
Wer meine, sich mit der AfD zusammentun zu müssen, «hat in unseren Reihen keinen Platz», sagt Gordon Schnieder, CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Thomas Frey/dpa

MAINZ – Die Zusammenarbeit der konservativen EVP mit Rechtsaußen-Fraktionen im Europaparlament treibt die wahlkämpfenden Landespolitiker in Rheinland-Pfalz um.

CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder reagierte mit einer deutlichen Abgrenzung von der AfD. «Für uns in Rheinland-Pfalz ist völlig klar: Es gibt keine Zusammenarbeit mit der AfD – auf keiner Ebene», sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. «Diese Grenze ist eindeutig.»

Recherchen der Deutschen Presse-Agentur hatten gezeigt, dass die EVP-Fraktion im Europaparlament, zu der auch CDU und CSU gehören, deutlich enger mit der AfD und anderen rechten Parteien kooperieren als bislang bekannt. Konkret hatte die EVP jüngst gemeinsam mit dem rechten Flügel in einer Chatgruppe und bei einem persönlichen Treffen von Abgeordneten an einem Gesetzesvorschlag zur Verschärfung der Migrationspolitik gearbeitet.

Eder warnt vor Folgen für die Demokratie

Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Eder nannte die Berichte über die Zusammenarbeit im Europaparlament «hoch alarmierend». «Die AfD will unsere Demokratie lieber heute als morgen abschaffen», sagte sie. «Wer glaubt, mit ihr als taktische Mehrheitsbeschafferin zusammenarbeiten zu können, liefert unsere Demokratie ans Messer.»

Die Grünen wollen nach der Landtagswahl am 22. März nur mit Parteien koalieren, die sich mit ihnen zusammen im Bundesrat aktiv für ein AfD-Verbot einsetzen. Gerade der Vorgang im Europaparlament zeige, dass es Zeit sei, Farbe zu bekennen, betonte Eder. Ungeachtet dessen sprechen die Umfragen in Rheinland-Pfalz derzeit aber eher für eine künftige Koalition aus SPD und CDU, mit wem als Junior- und als Seniorpartner auch immer.

Schnieder: «In so einem Fall ist man sofort raus»

Schnieder sagte mit Blick auf die Vorgänge auf europäischer Ebene weiter: «Die Vorgänge müssen vollständig aufgeklärt werden, und daraus müssen Konsequenzen folgen.» Das sei jetzt Aufgabe der EVP-Fraktion im Europaparlament. «Von den Vorwürfen sind unsere Abgeordneten der CDU/CSU-Gruppe und ihre Mitarbeiter nicht betroffen.»

Und Schnieder ergänzte: «Wer in solchen Chatgruppen unterwegs ist oder meint, sich mit der AfD zusammentun zu müssen, hat in unseren Reihen keinen Platz. In so einem Fall ist man sofort raus.»

Ganz anders klang das beim rheinland-pfälzischen AfD-Vize Sebastian Münzenmaier. «Wenn das rechts-konservative Lager zusammenarbeitet, ist ein echter Politikwechsel möglich», sagte der Bundestagsabgeordnete. «Und das nicht nur im EU-Parlament, sondern auch in Deutschland.» Die CDU müsse sich vor der Wahl in Rheinland-Pfalz ehrlich machen und sagen, ob sie für einen solchen Wechsel im Land stehe oder für ein «Weiter so» mit der SPD

3 Kommentare

  1. Ehrlich H. Schnieder lieber weiter so mit der SPD als mit CDU/AFD

    Sowas aber auch das die wahrheit über die CDU und ihre AFD Kontakte rauskommt .

  2. Ich weiß nicht, in welcher Welt diese Eder und ihr grüner Anhang leben. Meinen die allen Ernstes, dass es das drängendste Problem der Menschen in Rhld-Plz ist, dass die AfD verboten wird? Die Leute haben andere Sorgen, haben Angst um die Arbeitsplätze und vor den ständig steigenden Preisen. Viele wissen nicht mehr, wie sie die erhöhten Kosten für Heizung, Strom und Sprit stemmen sollen. Wohnungen sind knapp, und dementsprechend hoch sind die Mieten. Das GEsundheitssystem wird immer löchriger, Krankenhäuser schließen wg knapper Kassen. Vom Zustand der SChulen ganz zu schweigen, Aber für die Aufrüstung waren über Nacht 100 Mrd da, doch für mehr Wohnungen kann man keine Zeitenwende ausrufen oder für den Erhalt von Krankenhäusern. Da wird dann um jeden Cent gefeilscht und am Zahnersatz gespart. Und dann kommen Politiker um die Ecke und haben Angst um „unsere“ Demokratie. Demokratie macht keine Wohnung warm und füllt auch nicht die Regale bei den Tafeln. Die größte Gefahr für „unsere“ Demokratie sind solche Leute, die alles für die Demokratie opfern wollen, was das Leben menschenwürdig macht.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.