SAARBRÜCKEN. Im Prozess um den Mord an einem Polizisten im Saarland hat eine Kollegin des Mannes über die Festnahme des mutmaßlichen Täters ausgesagt. Sie sei mit ihrem Streifenpartner zur Fahndung nach dem mutmaßlichen Tankstellenräuber nach Völklingen gerufen worden, berichtete die Frau als Zeugin vor dem Landgericht Saarbrücken.
In ersten Funkmeldungen habe es geheißen, der Täter sei mit einem Messer bewaffnet. «Als wir im Rahmen der Fahndung in Völklingen am Markt eintrafen, konnten wir eine männliche Person feststellen, auf die die Personenbeschreibung zutraf», sagte die Beamtin. Nach erheblicher Gegenwehr sei es mehreren Polizisten gelungen, den Mann zu überwältigen und zu fixieren.
Neben dem Festgenommenen habe eine Pistole gelegen. «Ich kickte mit meinem Fuß die Tatwaffe zur Seite», sagte die Polizistin. Der Verschlussriegel der Waffe sei nach hinten arretiert gewesen – ein Zeichen dafür, dass das Magazin leer geschossen war. Bei einer oberflächlichen Durchsuchung des Verdächtigen hätten die Beamten zudem Bargeld gefunden. «Wir fanden noch einige hundert Euro, versteckt in der Unterhose», sagte sie.
Ermittler: Angeklagter «psychisch auffällig»
Ein Ermittler berichtete außerdem vor Gericht über Erkenntnisse zum Angeklagten kurz vor der Tat. Auf Nachfrage der Vorsitzenden Richterin Jennifer Klingelhöfer schilderte er Aussagen aus dem Umfeld der Schule des 19-Jährigen. Lehrer hätten ihn als psychisch auffällig beschrieben. «Er habe seltsam gegrinst – ähnlich wie eine Figur aus dem Kinofilm ‚Joker‘», sagte der Ermittler. An dem Prozesstag sollte noch ein Sachverständiger aussagen, der vor Gericht die Funktionsweise eines Polizei-Holsters erläutern soll.
Dem 19-jährigen Angeklagten mit deutscher und türkischer Staatsangehörigkeit werden Mord, versuchter Mord und besonders schwerer Raub vorgeworfen. Laut Anklage soll er am 21. August 2025 nach einem Tankstellenüberfall in Völklingen einem Polizeianwärter die Dienstwaffe entrissen und 17 Schüsse abgegeben haben. Sechs Kugeln trafen den 34-jährigen Polizeioberkommissar Simon Bohr, der an den schweren Verletzungen starb. (Quelle: dpa)

















