Mogelpackung des Jahres 2025: Diese Produkte täuschen Verbraucher besonders dreist

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© Verbraucherzentrale Hamburg und Canva.com

Hamburg / Deutschland. Weniger Inhalt, höherer Preis – und das oft gut versteckt: Die Verbraucherzentrale Hamburghat die Abstimmung zur Mogelpackung des Jahres 2025“ gestartet. Verbraucherinnen und Verbraucher können noch bis 20. Januar 2026, 16 Uhr, online darüber entscheiden, welches Produkt den Negativpreis für besonders dreiste versteckte Preiserhöhungen erhält.

Zur Wahl stehen fünf prominente Markenprodukte, bei denen Hersteller laut Verbraucherzentrale die Preise intransparent erhöht haben – meist durch reduzierte Füllmengen bei gleichem oder sogar höherem Verkaufspreis. Dieses Vorgehen wird als Shrinkflation bezeichnet.

Diese fünf Produkte stehen zur Wahl

Auf der Shortlist für die „Mogelpackung des Jahres 2025“ finden sich bekannte Marken aus dem Alltag:

  • Milka Alpenmilch (Mondelez)
    Füllmenge von 100 auf 90 Gramm reduziert – Preis gleichzeitig von 1,49 auf 1,99 Euro erhöht. Ergebnis: über 48 Prozent Preissteigerung, zudem ist das neue Gewicht teils verdeckt auf der Verpackung.

  • Dr. Oetker Käse-Streusel Backmischung
    Als neues Produkt verkauft, aber mit kaum veränderter Rezeptur. Der Kuchen fällt deutlich kleiner aus – Preissteigerung fast 90 Prozent bezogen auf die Menge.

  • Kölln XXL Schoko Hafer-Müsli
    Aus dem „Vorratspack“ wird ein „XXL Pack“ – die Füllmenge sinkt drastisch von 1.700 auf 1.050 Gramm. Trotz niedrigerem Regalpreis rund 30 Prozent teurer.

  • Knorr Penne Pomodoro Mozzarella
    Verpackung wirbt mit mehr Inhalt, doch der Preis steigt stärker als die Menge – real plus 29 Prozent.

  • Jacobs 3in1 Classic Kaffeesticks
    Gleiche Anzahl Sticks, aber deutlich weniger Pulver pro Stick: Inhalt schrumpft von 180 auf 120 Gramm – 56 Prozent Preissteigerung bezogen auf die Menge.

Shrinkflation weit über der Lebensmittel-Inflation

Besonders brisant: Laut Verbraucherzentrale lag die durchschnittliche versteckte Preiserhöhung 2025 bei 28,4 Prozent. Zum Vergleich:
Die offizielle Teuerungsrate für Lebensmittel betrug laut Statistischem Bundesamt bis Ende November nur 2,1 Prozent.

Zudem wurden im vergangenen Jahr 77 neue Produkte in die bundesweit einzigartige Mogelpackungsliste aufgenommen – die zweithöchste Zahl seit Beginn der Erhebungen.

Eine Studie des Portals Lebensmittelklarheit zeigt: 76 Prozent der Verbraucher fühlen sich durch Shrinkflation getäuscht, da Mengenreduzierungen im Alltag oft übersehen werden.

Forderung nach klaren Regeln

Aus Sicht der Verbraucherschützer ist die Entwicklung inakzeptabel. Gefordert werden unter anderem:

  • eine verpflichtende Kennzeichnung von Mengenreduzierungen auf der Verpackung

  • gut sichtbare Hinweise im Handel

  • Verpackungen, die dem tatsächlichen Inhalt entsprechen

Die klare Botschaft: Niemand sollte für weniger Inhalt mehr bezahlen, ohne es sofort zu erkennen.

Jetzt abstimmen

Die Online-Abstimmung läuft vom 5. bis 20. Januar 2026 (16 Uhr).
Am 21. Januar 2026 gibt die Verbraucherzentrale bekannt, welches Produkt den Negativpreis „Mogelpackung des Jahres 2025“ erhält.

Quelle

Verbraucherzentrale Hamburg (Stand: 05.01.2026)

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