TRIER. Wer mit dem Auto durch Trier fährt, kennt das Gefühl: Man rollt gerade erst an, da springt die Ampel schon wieder auf Rot. Besonders an den Kreuzungen Paulinstraße/Nordallee und Lindenstraße/Zurmaienerstraße häufen sich die Klagen. Kurze Grünphasen, lange Wartezeiten – der Frust im Feierabendverkehr ist groß.
Die Stadt hat nun auf Lokalo-Anfrage klargestellt, nach welchen Regeln die Ampeln in Trier überhaupt geschaltet werden. Und die zeigen: Ganz so willkürlich, wie es manchem Verkehrsteilnehmer vorkommt, ist das System nicht.
Sicherheit vor Schnelligkeit
„Sicherheit, insbesondere für Fußgänger und Radfahrer, hat Vorrang“, so das zuständige Amt StadtRaum. Erst danach kommen Beschleunigung des öffentlichen Nahverkehrs und der möglichst reibungslose Verkehrsfluss für den Kfz-Verkehr. Außerdem versucht die Stadt, dort wo es technisch möglich ist, eine „Grüne Welle“ einzurichten.
Die Botschaft ist eindeutig: Die Ampel ist kein reines Instrument, um Autos schnell durchzuschleusen. Sie soll auch schwächere Verkehrsteilnehmer schützen – und die Busse in der Innenstadt verlässlich voranbringen.
Nordallee: Vorrang für Busse
An der Kreuzung Paulinstraße/Nordallee arbeitet die Ampelanlage beispielsweise „verkehrsabhängig“. Heißt: Sie reagiert auf das tatsächliche Verkehrsaufkommen – und gibt den Bussen Vorrang. Damit die Linienfahrten schneller vorankommen und wirtschaftlicher laufen, können die Ampeln extra Grünphasen für den ÖPNV einräumen. Für den Autoverkehr bleibt dann oft nur die „Restzeit“, das erklärt die kurzen Grünphasen, die viele Fahrer empfinden.
Lindenstraße: Feste Schaltpläne und „Grüne Welle“
Anders an der Kreuzung Lindenstraße/Zurmaienerstraße: Dort gilt eine feste Zeitsteuerung. Fußgänger werden regelmäßig zugeschaltet, der Schwerpunkt liegt auf einer Grünen Welle entlang des Moselufers. Wer in die Stadt einfahren will, profitiert – wer queren muss, steht dagegen öfter im Stau.
Verändert wurde an beiden Anlagen übrigens seit Jahren nichts. „Die Schaltungen sind gleich geblieben“, so die Stadt. Beschwerden also nicht wegen Neuerungen, sondern wegen Grundlogik.
Kritik bleibt: Realität versus Papier
Die Leitlinien klingen vernünftig: Sicherheit, ÖPNV-Beschleunigung, Verkehrsfluss. Doch die Praxis auf Triers Straßen zeigt ein anderes Bild: lange Rückstaus, genervte Autofahrer, steigender Ausweichverkehr in Nebenstraßen.
Hier zeigt sich ein Spannungsfeld: Die Stadt will Radfahrer und Fußgänger fördern, Busse beschleunigen und gleichzeitig den Autoverkehr flüssig halten. Alles zugleich geht kaum – und spüren tun es vor allem die, die im Stau stehen.
Fazit
Die Stadt macht klar: Grundsätzliche Änderungen sind aktuell nicht geplant. Ob die „Grüne Welle“ wirklich so effizient ist, wie sie gedacht war, oder ob der Nutzen für Busse den Frust der Autofahrer rechtfertigt, bleibt eine Frage für die politische Debatte.
Eines ist sicher: Wer durch Trier fährt, braucht weiterhin Geduld – und wer regelmäßig an der Nordallee oder an der Lindenstraße steht, weiß nun immerhin, warum.














