„Poller-Stopp prüfen!“ – Mittelstandsunion Trier fordert Neubewertung des Sicherheitskonzepts in der Innenstadt

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Defekte Polleranlage in der Meerkatzstraße Trier vor dem Modehaus Marx mit Polizeifahrzeug und Absperrung – Blick Richtung Konstantinbasilika.
Die Polleranlage in der Meerkatzstraße in Trier, unmittelbar vor dem Modehaus Marx und nahe der Konstantinbasilika. Im Bild sichtbar sind mehrere versenkbare Poller, ein Polizeifahrzeug, eine Baustellenabsperrung mit Warnleuchten und ein Hinweis-Schild zur Durchfahrtregelung. Foto: lokalo.de

TRIER. ut Kaum hat die Stadt Trier mit dem neuen Ringmodell ein überarbeitetes Sicherheitskonzept präsentiert, regt sich erste Kritik: Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Trier, ein wirtschaftspolitischer Zusammenschluss innerhalb der CDU, fordert nun eine erneute Überprüfung des Vorhabens – inklusive möglichem Stopp der Planungen.

Hintergrund: Neue Sicherheitsarchitektur nach Amokfahrt

Nach der tragischen Amokfahrt vom 1. Dezember 2020, bei der in Trier mehrere Menschen ums Leben kamen, hatte die Stadt ein umfassendes Sicherheitskonzept mit stationären und versenkbaren Pollern beschlossen. Dieses sogenannte Wabensystem wurde nun durch ein moderneres, effizienteres Ringkonzept ersetzt – mit Fokus auf einem Innen- und Außenring.

➡️ Hier geht’s zum Bericht über das neue Sicherheitskonzept der Stadt Trier.

MIT: „Sicherheit ja – aber nicht um jeden Preis“

In einer aktuellen Stellungnahme zeigt sich die MIT kritisch gegenüber den neuen Plänen. Der stellvertretende Vorsitzende Christoph Selbach-Schneider betont:

„Bei allem Mitgefühl – das Poller-Konzept sollte mit Blick auf eine gesunde Balance zwischen Sicherheitsnutzen, Einschränkungen im Alltag und Kosten erneut evaluiert werden.“

Die MIT spricht sich für eine „Minimal-Lösung“ aus, die sich auf besonders sensible Bereiche wie Domfreihof, Hauptmarkt, Kornmarkt und Stockplatz beschränkt. Diese Lösung könne zielgerichteter umgesetzt, Kosten gesenkt und die Belastung für Anwohner und Gewerbetreibende reduziert werden. Mehr Politik aus Trier

Kritikpunkte der MIT Trier im Überblick:

  • Keine absolute Sicherheit möglich: Schutzmaßnahmen können nicht alle Situationen abdecken.

  • Lange Bauzeit & hohe Kosten: Fertigstellung dauert Jahre – erste Sanierungen wären dann bereits nötig.

  • Einschränkungen für Innenstadtakteure: Anwohner, Händler und Besucher leiden unter Zugangsbarrieren.

  • Kosten-Nutzen-Abwägung gefordert: Gelder könnten z. B. besser in Bildung oder Innenstadt-Aufwertung fließen.

Politische Debatte neu entfacht

Der Impuls der MIT kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Stadtverwaltung gerade die Entscheidung des Stadtrats am 25. Juni 2025 vorbereitet. Die Diskussion über Sicherheit, Mobilität und Lebensqualität in der Innenstadt erhält damit neuen Zündstoff.

Ob es zu einem Planungsstopp kommt oder eine Evaluierung umgesetzt wird, liegt nun unter anderem bei der CDU-Stadtratsfraktion und dem Stadtrat insgesamt. Klar ist: Die Debatte um den richtigen Weg zur innerstädtischen Sicherheit ist wieder offen.

2 Kommentare

  1. Da kommen die jetzt drauf? Amateure haben das schon vor Jahren (2021) zu Bedenken gegeben, aber die Sicherheitsfanatiker und Gutmenschen im Stadtrat haben das wie eine lästige Fliege beiseite gewischt.

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