Hitzeaktionstag: Wie die Stadt Trier sich auf Hitzewellen in der Zukunft vorbereitet

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Foto: lokalo.de (SE)

TRIER. Unter dem Motto „Deutschland hitzeresilient machen – wir übernehmen Verantwortung“ findet am heutigen Mittwoch, 5. Juni, der bundesweite Hitzeaktionstag statt. Die Organisatoren, bestehend aus Bundesärztekammer, Deutscher Allianz Klimawandel und Gesundheit, AWO Bundesverband, Deutscher Krankenhausgesellschaft, Deutschem Pflegerat, GKV-Spitzenverband, Hausärztinnen- und Hausärzteverband und 50 weiteren Institutionen und Verbänden, weisen darauf hin, dass die Anpassung an den Klimawandel strukturell besser verankert und finanziell seitens des Bundes und des Landes besser ausgestattet werden muss. Auch die Stadt Trier hat sich gemeinsam mit zahlreichen Akteuren aus dem Gesundheits-, Versorgungs- und Pflegewesen auf den Weg gemacht, die Stadt und vor allem die Bürgerinnen und Bürger auf zukünftige Hitzewellen und damit einhergehende Folgen für Körper und Gesundheit besser vorzubereiten.

Auch wenn die große Wärme in Trier derzeit noch auf sich warten lässt, betont Triers Baudezernent Dr. Thilo Becker: „Generell ist durch zahlreiche Prognosen erkennbar, dass unsere Sommer trockener, heißer und auch länger werden als es noch vor einigen Jahren der Fall war. Alles weist darauf hin, dass sich klimabedingte Extremereignisse wie Hitzewellen, Dürren, Starkregen, Hagel und Sturm in der Zukunft noch verstärken werden. Die Starkregenereignisse der letzten Wochen im Großraum Trier und in Süddeutschland sind nur ein Beispiel. Die nächste Hitzewelle ist allein eine Frage der Zeit. Neben den Folgen für Tier und Natur sowie Bauwerke und Infrastruktur sind gerade bei Hitzewellen die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit enorm.“

Das Stadtklima in Trier ist zudem ein Thema für sich: Es wird unter anderem bestimmt durch die naturräumlichen Gegebenheiten wie die unterschiedlichen Höhenlagen, die Kaltluftzufuhr, die Lage am Stadtrand oder im Zentrum sowie die Nähe zur Mosel. Auch bauliche Strukturen spielen bei der Entstehung des Stadtklimas eine Rolle: große und kleine versiegelte Flächen verhalten sich, was die Entstehung von Hitze angeht, anders als Frei- oder gar Grünflächen. Alles in allem ist das Klima in Trier daher sehr heterogen und je nach Stadtteil oder sogar innerhalb der Stadtteile unterschiedlich.

Meike Eisenbeis, Klimaschutzmanagerin im Rathaus, betont, dass die Aufgaben der Stadt, was die Reaktion auf den Klimawandel und dessen Folgen angeht, vielfältig und doch klar sind: „Neben der Anpassung der baulichen und gestalterischen Verhältnisse an das Stadtklima der Zukunft stehen auch die Information und Sensibilisierung der Triererinnen und Trierer zu Themen wie Gesundheit und Hitze, Sonnenschutz und dem allgemeinen Verhalten bei Hitze auf der Liste.“ Neben der bereits frei geschalteten Karte mit kühlen Orten im Geoportal geht deshalb in dieser Woche ein weiteres Online-Angebot mit Tipps und Infos zum Thema Hitzeschutz online. Innerhalb der Stadtverwaltung sind bereits viele Ämter, die für die Innenstadtgestaltung, Nachverdichtung, Mobilität, Bebauungspläne und Umweltthemen zuständig sind, damit beschäftigt, die Stadt und den Stadtraum grüner, attraktiver und resilienter an das sich verändernde Klima zu gestalten.

Ein „Aktionsbündnis Hitze in Trier“, bestehend aus zahlreichen Akteuren wie den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen der Stadt, dem Gesundheitsamt, dem Katastrophenschutz, dem Seniorenbeirat, Einrichtungen für Obdachlose, den Gemeindeschwestern plus, ProFamilia, den Kindertagesstätten und vielen anderen engagierten Institutionen erarbeitet zusammen mit den städtischen Klimaschutzmanagerinnen Julia Hollweg und Meike Eisenbeis einen Maßnahmenkatalog zur Hitzeanpassung. Konkrete Handlungsansätze, wie eine Kommunikationskaskade zur Information der Bürgerinnen und Bürger bei Hitzeperioden, werden erarbeitet und im Hitzeaktionsplan, der noch in diesem Jahr durch den neu gewählten Stadtrat verabschiedet werden soll, zusammengefasst.

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9 Kommentare

  1. Toll, genau dass muss jede Stadt erstellen. Meiner Meinung ist das ganz wichtig für die kommenden Jahrzehnte. Weiter so.

  2. Weil die Bevölkerung verblödet, jedenfalls ein großer Teil davon, muss man künstlich hoch dotierte Stellen schaffen, die dann allseits bekannte Maßnahmen verbreiten? Offensichtlich handelt es sich wieder mal um Versorgungsposten bestimmter politischer Richtungen, weil die Menschen woanders nicht unter kommen können.
    Ich hoffe, der Beitrag von Kommentatorin Marion ist Ironie.

    • Darin sind die grünen Khmer ja topp: unsinnige Posten für Unfähige, die man nirgends gebrauchen kann, siehe R. Lang, Nouripour….

      Kann mich nicht erinnern dass 2003 bei 40 Grad Celsius Trierer angeleitet werden mussten, wie sie sich zu verhalten haben. Und als Junge 1976 im Jahrhundertsommer hat sogar mein Urgroßvater im heißen Hamburg an jedem Ferientag mit mir im Garten gespielt und überlebt. Wie konnte er….?

      Der Versiegelung in Trier Einhalt gebieten und endlich einen Moselaufstieg, um die City zu entlasten, aber dazu bedarf es Vernunft im Stadtrat und die ist sehr dünn gesät!

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