Missbrauchs-Priester von Freisen: Baldiges Urteil durch Kirchengericht – Kardinal Marx seit 2006 teilweise informiert

0
Dunkle Wolken über einer Kirche. Friso Gentsch/dpa/Symbolbild

FREISEN/TRIER. Im Februar verurteilte das Landgericht Saarbrücken einen ehemaligen Priester des Bistums Trier wegen sexueller Nötigung eines Messdieners zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten (lokalo.de berichtete). Wie der Volksfreund berichtet, soll nun auch das Kirchengericht der Erzbistums Köln sein Urteil sprechen.

Das Gericht in Saarbrücken sah es im Februar als erwiesen an, dass der Geistliche im Jahr 1997 im saarländischen Freisen einen 14-jährigen Messdiener auf ein Bett gedrückt, sexuell berührt und seine Bitte aufzuhören ignoriert hatte. Die Revision gegen das Saarbrücker Urteil wurde zwischenzeitlich vom Bundesgerichtshof verworfen.

Zudem läuft seit 2018 ein kirchenrechtliches Strafverfahren gegen den Ruhestandspriester in Köln, das nun auch zu Ende geht. Laut Volksfreund soll das Verfahren bis zum Frühherbst abgeschlossen sein. Dann könnte dem Mann zusätzlich zu der vom weltlichen Gericht verhängten Bewährungsstrafe als kirchliche Strafe die Entlassung aus dem Klerikerstand drohen.

Besonders pikant: Im Zusammenhang mit dem „Fall Freisen“ stehen gravierende Vorwürfe gegen Kardinal Rheinhard Marx, Bischof in Trier von 2002-2008, den amtierenden Bischof Stephan Ackermann und dessen damaligen Generalvikar Georg Bätzing (2012-2016), heute Bischof von Limburg und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, im Raum. So soll Marx bereits im Jahre 2006 über Ermittlungen und ein Teilgeständnis des Mannes informiert gewesen sein. Dennoch blieb der Priester bis 2015 im Dienst und fuhr auch weiterhin mit Messdienern in den Urlaub.

Als die Sache 2016 öffentlich wurde, meldeten sich weitere Betroffene. Bis auf den Freisener Fall wurden die Verfahren aber wegen Verjährung eingestellt. (Quellen: Trierischer Volksfreund, dpa)

Vorheriger ArtikelKellertüren aufgebrochen, Schränke durchwühlt, Bargeld geklaut: Zahlreiche Einbrüche in Luxemburg
Nächster ArtikelUni Trier: Bildung ohne Altersgrenzen für Gasthörer mit dem “Campus der Generationen”

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.