Protest nützte nichts: Flutgeschädigte Nepomukbrücke weitgehend abgerissen

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Bagger reißen die 300 Jahre alte Nepomukbrücke im Ahrtal ab. Das Wahrzeichen von Rech wurde vor zwei Jahren durch die Flutkatastrophe schwer beschädigt. Foto: Thomas Frey/dpa

RECH. Die denkmalgeschützte und bei der Flutkatastrophe stark beschädigte Nepomukbrücke im Ahr-Ort Rech ist am Donnerstag weitgehend abgerissen worden.

«Der Rückbau ist weitestgehend erledigt», sagte der Ortsbürgermeister Thomas Hostert (parteilos) am Donnerstagmittag. «Der ganze Oberbelag ist schon weg.»

Bereits am Mittwoch habe der Rückbau begonnen, nachdem vor knapp zwei Wochen die Nepomuk-Statue samt Sockel gesichert worden war. Die Steine der Brücke würden zur Wiederverwendung sortiert, sagte Holstert. Anders als zunächst erwartet dauere der Rückbau nicht mehrere Wochen. Am Freitag solle es aber noch Arbeiten geben.

Kritik von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Die Deutschen Stiftung Denkmalschutz kritisierte, der Abriss sei keinesfalls ein schonender Rückbau. «Alle historischen Informationen, die die Brücke – außerhalb der sichtbaren Bereiche – in sich trägt, gehen so verloren», teilte ihr Vorstand Steffen Skudelny mit. Die Steine des Bauwerks seien in der Ahr gelandet, schrieb die Stiftung. «Was mit ihnen passiert, ist offenbar nach wie vor ungewiss.»

Die denkmalgeschützte Nepomukbrücke ist inzwischen bundesweit bekannt. An den Pfeilern der Brücke von 1723 zerschellten bei der Flutkatastrophe im Juli 2021 Wohnwagen, Trümmerteile stauten die Wassermassen, die Brücke wurde schwer beschädigt und Teile des Ortskerns wurden komplett weggerissen. Im Streit um die Zukunft der Brücke trat auch Hosterts Vorgänger zurück. Der Abriss erfolgte nun wenige Tage nach dem zweiten Jahrestag der Flutkatastrophe vom 14. auf den 15. Juli.

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