Experten: Trierer Immobilienmarkt entwickelt sich positiv

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Foto: dpa/Symbolbild

TRIER. Die Preise für Trierer Wohnbaugrundstücke stagnierten 2021 im Vergleich mit dem Vorjahr, wie die Stadt Trier mitteilt. Ein Plus von rund 15 Prozent gab es dagegen bei Grundstücken, die sich für Mehrfamilienhäuser, vor allem mit Eigentumswohnungen, eignen. Das geht aus dem neuen Grundstücksmarktbericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte hervor.

Bei der Auswertung von fast 1500 Kaufverträgen über rund 570 Millionen Euro gab es bei den Grundstücken für Ein- und Zwei-Familienhäuser einen Schwerpunkt: Die meisten Abschlüsse wurden im Baugebiet Castelnau II in Feyen registriert. Insgesamt hat sich der Immobilienmarkt nach Einschätzung der Experten positiv entwickelt. Bei Geschäftslagen in der Fußgängerzone gab es aber ein Preisrückgang auf das Niveau von 2019/20.

Bei Eigentumswohnungen wurden 660 Verkäufe registriert, im Vergleich mit 2020 ein Rückgang um rund 20 Prozent. Eine Fläche von rund 47.000 m² wechselte den Besitzer. Nur rund ein Viertel der verkauften Wohnungen entfiel auf Neubauten. Die Preise für Neubauobjekte über 40 m² stiegen um rund vier Prozent. Die höchsten Mittelwerte pro m² wurden in Trier-Nord mit 4900 Euro erzielt, vor Kürenz (4600), den Höhenstadtteilen und Olewig (4300), Heiligkreuz, Feyen und Weismark mit 4200 sowie Trier-West, Euren, Zewen und Ruwer mit 4000 Euro (jeweils ohne Pkw-Stellplatz).

Gebrauchte Eigentumswohnungen über 40 m² wurden 2021 um durchschnittlich acht Prozent höher gehandelt. Bei Appartements bis 40 m² stiegen die Preise im Durchschnitt um vier Prozent, In Irsch und Mariahof lagen sie auf Vorjahresniveau. In der Innenstadt, sowie Heiligkreuz, Feyen, Weismark, Castelnau und den Höhenstadtteilen stiegen sie im Durchschnitt um rund sechs Prozent. Deutlicher größer war das Plus in westlichen Stadtteilen mit 14 sowie in Kürenz mit 17 Prozent.

Der Bericht bietet auch einen Vergleich der Preise von Eigentumswohnungen in verschiedenen Baujahrespannen:

Innenstadt
1950er bis 1970er Jahre: 2600 Euro pro Quadratmeter
1990er Jahre: 3500 Euro pro Quadratmeter

Nord-, Süd- und Ostivertel
1950er bis 1970er Jahre: 2400 Euro pro Quadratmeter
1990er Jahre: 3600 Euro pro Quadratmeter

Heiligkreuz, Feyen, Weismark
1950er bis 1970er Jahre: 2800 Euro pro Quadratmeter
1990er Jahre: 2800 Euro pro Quadratmeter

Olewig, Tarforst, Filsch
1950er bis 1970er Jahre: 2800 Euro pro Quadratmeter
1990er Jahre: 2800 Euro pro Quadratmeter

Kürenz
1950er bis 1970er Jahre: 2600 Euro pro Quadratmeter
1990er Jahre: 2800 Euro pro Quadratmeter

Euren, Zewen, Ruwer, West
1950er bis 1970er Jahre: 2500 Euro pro Quadratmeter
1990er Jahre: 2600 Euro pro Quadratmeter

Ehrang, Pfalzel, Biewer
1950er bis 1970er Jahre: 2000 Euro pro Quadratmeter

Pkw-Stellplätze sind in diesen Beträgen noch nicht eingerechnet.

Die Preise gebrauchter Einfamilienhäuser lagen rund 14 Prozent über dem Vorjahresniveau. Für vermietete Mehrfamilienhäuser wurde durchschnittlich zehn Prozent mehr erzielt. Gemischt genutzte Objekte außerhalb der Fußgängerzone legten um etwa fünf Prozent zu.

Der Bericht enthält auch einen Ausblick: Wegen der jüngst Zinssteigerungen, nicht zuletzt für Baukredite, und der Belastung der Haushalte durch die hohe Inflation wagen die Experten noch keine Prognose, ob die insgesamt positive Umsatzentwicklung anhält.

Die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses legt unter dem Titel „Daten und Fakten zum Trierer Immobilienmarkt“ regelmäßig ihren Bericht vor. Er sorgt wie die auch von dem Ausschuss alle zwei Jahre beschlossenen Bodenrichtwerte für mehr Transparenz auf dem Trierer Immobilienmarkt. Diesmal gibt es eine Einschränkung: Mit Einführung der „ImmoWertV 2021“ änderte sich die Gesetzesgrundlage: „Die Daten des Berichts sind daher nur eingeschränkt zum Vergleich mit den Vorjahren geeignet“, betont der Ausschuss.

Der Bericht bietet erneut die Möglichkeit, den Marktwert bebauter Grundstücke und von Eigentumswohnungen zumindest überschlägig zu berechnen. Er vermittelt mit seinem reichhaltigen Infoteil zu gesetzlichen Grundlagen und der Erläuterung von Fachbegriffen Einblicke in die Grundstücksbewertung. Hierzu sind praxisorientierte Beispielberechnungen mit Wertfaktoren zur überschlägigen Verkehrswertermittlung und Durchschnittspreise für unbebaute Grundstücke, Ein- und Zweifamilienhäuser, Eigentumswohnungen, Garagen und Pkw-Einstellplätze sowie von Geschäftsimmobilien und Mehrfamilienhäusern enthalten. Der Bericht kann demnächst online (gutachterausschuss.trier.de) für 85 Euro bestellt werden.

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5 KOMMENTARE

  1. Der Immobilienmarkt entwickelt sich positiv?
    Jedoch genauer bis 2021 geprüft hat sich der vorgelagerte Bodenmarkt extrem rentabel entwickelt..

    Wann wird der luxemburgische Honorarkonsul aD. Klaus Jensen (sPD) für den Verkauf des Trierer “Bodens” anhand von kommunalen Wohnungseigentum zur politischen Verantwortung gezogen?

  2. @Jekyll
    Probleme?

    Das ist nämlich kein Witz.
    Ich kann es sogar mit Zahlen vom Amt für Bodenmanagement belegen. Die beste Lage in Trier ist vom Mc Donalds auf dem Hauptmarkt bis zur Glockenstraße. Der aktuelle Bodenpreis (Tendenz stark steigend) liegt bei 11.100 € /m². Der Stand war 2002 bei der Einführung der Zäsur auf dem Arbeitsmarkt durch die Hartz4- Reformen bei 3.000,-€ und die Höhe des Bodenpreises war dort im Jahr 1963 = 1.300,- DM/m². Das ist der Beweis, dass der Preis für den Produktionsfaktor “Boden” dort seit 1963 um über 1700% gestiegen ist. Im Schnitt pro Jahr fast 30%!

    Und das man eine mögliche Causa “Jensen+Dreyer” noch nicht genau bzgl. einer möglichen weißen Korruption und Einflussnahmen prüft, ist an und für sich schon sehr fraglich!?

    • Herr Morgenstern, Sie haben offensichtlich die Ironie bezüglich Ihres “Witzes” nicht verstanden. Ich habe Ihnen doch damit zugestimmt aufgrund Ihrer Frage nach der politischen Verantwortung des ehem. Honorarkonsuls………………

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