++ Paukenschlag beim FCK : Merk tritt von allen Ämtern zurück ++

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Markus Merk, Vorsitzender des FCK Beirats und stellvertretender Aufsichtsratvorsitzender. Foto: Oliver Dietze/dpa/Archivbild

KAISERSLAUTERN. Markus Merk war Ende 2019 angetreten, den damals hoch verschuldeten 1. FC Kaiserslautern vor dem Untergang zu bewahren. Das gelang mit Hilfe zahlungskräftiger Investoren. Nun zieht sich der ehemalige Weltschiedsrichter überraschend zurück.

Nach nur 24 Monaten ist für Schiedsrichter-Legende Markus Merk bei seinem Herzensverein 1. FC Kaiserslautern schon wieder Schluss. Der 59-Jährige stellte am Dienstag seine Ämter im Aufsichtsrat und Beirat des Fußball-Drittligisten zur Verfügung und sorgte damit für eine vorweihnachtliche Überraschung beim pfälzischen Traditionsverein.

«Unser gemeinsames Ziel war die Stabilisierung des Vereins und das Schaffen eines Fundaments für eine sportlich positive Entwicklung. Diese Ziele haben wir trotz der Corona-Pandemie erreicht», teilte Merk in einem Statement mit. «Heute möchte ich Euch bekannt geben, dass ich aus persönlichen Gründen meine ehrenamtliche Tätigkeit beim 1. FC Kaiserslautern zum Jahresende abgebe, um mich auch wieder weiteren Themen außerhalb des FCK widmen zu können.»

Der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Keßler dankte Merk für sein Mitwirken an der Rettung des viermaligen deutschen Meisters. «In der damaligen wirtschaftlich existenziellen Situation, zusätzlich geprägt durch eine Erosion in den Gremien – dem vermeintlich schwierigsten Kapitel des FCK – hat er sich nicht der Verantwortung entzogen und ehrenamtlich mit hohem zeitlichem und persönlichem Einsatz als tragende Säule dem Verein zur Verfügung gestellt», sagte Keßler. «Wir bedauern seine Entscheidung sehr.» Erster Nachrücker für Merk in den Aufsichtsrat des Vereins ist Carsten Krick.

Im Dezember 2019 war ein aus fünf Personen bestehendes «Team Merk» bei der Jahreshauptversammlung angetreten, um den damals hoch verschuldeten Roten Teufeln zu helfen. Merk erhielt mit großer Mehrheit das Mandat der FCK-Mitglieder – seine Amtszeit war jedoch immer wieder von Unwägbarkeiten geprägt.

Von Juni bis Dezember 2020 durchlief der Club erfolgreich ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung und sicherte durch die Hilfe regionaler Investoren den Spielbetrieb in der 3. Liga. Die FCK-Fußballer entledigten sich dadurch Schulden von über 20 Millionen Euro. In diesem Jahr gab es eine Umschuldung im Gesamtverein von kurz- in mittel- und langfristige Verbindlichkeiten. Für Merk ein wichtiger Punkt bei der Zukunftssicherung.

Doch im Hintergrund brodelte es stets weiter: Immer wieder gab es in den Gremien Unstimmigkeiten, die regelmäßig zu Rücktritten führten. Zu Beginn dieses Jahres stand auch Merk in der Kritik. Der 59-Jährige sah sich dem Vorwurf ausgesetzt, dass er die Geschäftsführung bei wichtigen Entscheidungen übergangen und ins operative Geschäft eingegriffen habe.

Auch auf der Jahreshauptversammlung am vergangenen Mittwoch, bei der Merk aus persönlichen Gründen fehlte, wurde lange und intensiv über die Rolle des ehemaligen Weltschiedsrichters diskutiert. Ein anwaltliches Gutachten bescheinigte ihm aber, sich keiner «straf- oder satzungsrechtlichen Verstöße» schuldig gemacht zu haben.

All das scheint Merk ein Stück weit zermürbt zu haben. Seinen Arbeitsalltag in Kaiserslautern hatte er unlängst in einem DFB-Interview so beschrieben: «Alle haben die Sehnsucht nach Kontinuität. Gleichzeitig kommt jede Woche jemand um die Ecke und fordert, wir sollen «all in» gehen.» Diesen Spagat muss er nun nicht mehr ausüben.

(Von Florian Reis, dpa)

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