Wegen Flutschäden: Klinikum Mutterhaus Ehrang wird nicht wiedereröffnet

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Foto: Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen/Bettina Leuchtenberg

TRIER. Die Hochwasserkatastrophe im Sommer 2021 hat auch den Standort Ehrang des Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen (‚KMT‘) schwer getroffen. Seitdem am 15. Juli 2021 die gesamte Klinik kurzfristig evakuiert, Patienten und Personal umgehend an die Standorte Mitte und Nord verlegt wurden, steht Ehrang leer und ist nicht mehr betreibbar. Nach gründlicher Abwägung aller Szenarien haben der Aufsichtsrat und die Geschäftsführung des KMT die Entscheidung getroffen, die Klink in Ehrang nicht mehr wiederzueröffnen. Das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium ist entsprechend informiert worden. Dies teilt das Klinikum heute mit.

„Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen, zumal Ehrang eine wichtige Säule innerhalb unseres Klinikverbundes darstellte und wir den Standort weiter ausbauen wollten. Aber letztlich hat die verheerende Jahrhundertflut, die für uns alle völlig unerwartet kam, unsere Pläne für Ehrang komplett zunichte gemacht“, sagt Dr. Christian Sprenger, Medizinischer Geschäftsführer des KMT. Das Hochwasser überflutete damals das komplette Untergeschoss sowie Teile des Erdgeschosses und verursachte erhebliche bauliche Schäden. Darüber hinaus zerstörte die Flut einen Großteil der wichtigen Infrastruktur des Standortes, wie z.B. die Stark- und Schwachstromanlagen, die Notstromanlage, die erst kurz zuvor installierte neue Lüftungs-, Kälte- und Heizungsanlage, den hochmodernen Computertomographen (CT) und das MRT sowie die gesamte externe radiologische Praxis.

Nach ersten vorsichtigen Schätzungen würden sich allein die direkten Kosten des Wiederaufbaus sowie die unmittelbaren Folgekosten auf deutlich über 30 Millionen Euro belaufen. Neben der kompletten Renovierung des Unter- und Erdgeschosses würden zudem noch hohe Kosten für weitere Anpassungs- und Modernisierungsarbeiten in der gesamten Liegenschaft entstehen, um das Gebäude möglichst hochwassersicher zu machen. Hinzu kämen die Kosten für die Neuanschaffung der zerstörten medizinischen Geräte und weiterer Ausstattungsgegenstände.

Noch wichtiger und letztlich ausschlaggebend für die Entscheidung sind die erforderliche Zeit und die unverzichtbare sichere Patientenversorgung. Ein Wiederaufbau würde voraussichtlich mindestens drei bis fünf Jahre dauern. Das KMT müsste nicht nur die Klinik in Ehrang neu aufbauen, sondern für die Dauer des Wiederaufbaus parallel auch in Mitte und Nord die Strukturen für die Patienten ausbauen, weiterentwickeln und optimieren. Denn es reicht nicht, nur eine interimistische Notversorgung zu etablieren, sondern es erfordert einen langfristigen Aufbau von qualitativ hochwertigen Strukturen in Mitte und Nord.

„Eine solche aufwendige Doppelstruktur kann das Mutterhaus personell, organisatorisch und finanziell nicht stemmen. Vor allem aber fehlt dafür die Zeit. Denn es ist unsere Aufgabe und unsere Pflicht, die Menschen in der Region jederzeit bestmöglich zu versorgen. Und das stellen wir in Mitte und Nord sicher“, sagt Oliver Zimmer, Kaufmännischer Geschäftsführer des KMT. Aus genau diesem Grund sollen die Standorte Mitte und Nord baulich und strukturell umgestaltet und erweitert werden. Somit wird der Wegfall des Standortes Ehrang dauerhaft kompensiert. Dafür wird das KMT kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen konsequent umsetzen. Zur Sicherstellung der ambulanten radiologischen Versorgung nach dem Wegfall der Praxis Fischer und Fischer in Ehrang befindet sich das Mutterhaus in intensiven Gesprächen mit den Praxisinhabern, mit dem Ziel, die Praxis am Standort Mitte zu integrieren.

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7 KOMMENTARE

  1. Wahrscheinlich bin ich zu dämlich um es zu verstehen, aber eine Instandsetzung würde die restlichen Kliniken zu sehr belasten und eine Komplettschließung behebt dieses Problem? Seltsame Welt…

  2. Esd ist mehr als bedauerlich dass das Mutterhaus Ehrang nicht mehr als Krankenhaus genutzt wird, jetzt ballen sich die Krankenhäuser in der Stadt Trier, mit den entsprechenden Folgen, wenig Parkplätze , die baulichen Gegebenheiten lassern auch keinen grosszügigen Ausbau mehr zu es sei denn man baut in die Höhe und erhält einen Molloch wie das neue Bettenhaus des Brüderkrankenhauses , das als sehr grosser Komplex weithin sichtbar das Stadtviertel dominiert.

  3. Ich verstehe es auch nicht, das eine dauerhafte Schließung des Hauses mehr zur besseren Patientenversorgung sorgen soll. Es gab schon immer zu wenig Krankenhaus Betten, was teilweise zu 4 Bett Zimmern führt und jetzt stehen einige Betten weniger zu Versorgung.

  4. Warum denn nicht in die Höhe bauen? Wenn man so wenig Platz in einer Stadt hat, ist das doch wohl eine gute Alternative. Besser als zu wenig Betten für kranke Menschen.

  5. In die Höhe bauen kann man sich am Brüderkrankenhaus anschauen, alleine der Hubschrauberlandeplatz verschandelt die Allee nachdem man diesen Turm dorthin gesetzt hat ,im Sommer wird er wenigstens von Bäumen verdeckt und das in der Nähe der Porta Nigra, das Hotel ist ja schon scheußlich aber architektonisch gelungen würde ich das nicht nennen.
    Man hätte ein Krankenhaus außerhalb des Alleenrings neu bauen sollen, es gab ja nach Abzug der Franzosen genügend Flächen.

  6. Komisch- Eschweiler wurde schon längst wiedereröffnet…wo ein Wille da ist auch ein Weg- aber hier nicht gewollt…die KMT hat Ehrang damals für einen Spotpreis erhalten und jetzt das Vielfache von der Versicherung bekommen ;-)…

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