Trier: “Runder Tisch Holz” spricht sich für regionale Wertschöpfung aus

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Foto: pixabay/Symbolbild

TRIER. Was kann das Baugewerbe gegen die angezogenen Holzpreise tun? Vor dem Hintergrund der aktuellen Materialknappheit treibt diese Frage das Bauhandwerk und damit auch Bauherren weiterhin um. Jetzt stand das Thema bei der zweiten Auflage am „Runden Tisch Holz“ im Mittelpunkt. Zu diesem Strategiegespräch kamen auf Initiative der Handwerkskammer (HWK) Trier regionale Vertreter des Forsts, der Kommunen, der Handwerksorganisationen und Unternehmer zusammen, wie die Handwerkskammer mitteilt.



Schnittholz sei auf dem Markt zwar weiterhin erhältlich, stellten die Teilnehmenden in ihrer Videokonferenz fest, aber nur zu überhöhten Preisen. Private oder kommunale Waldbesitzer würden davon jedoch nicht profitieren, hieß es. Wenn in der Wertschöpfungskette die Faktoren Regionalität und Beständigkeit stärker berücksichtigt würden – vom Einschlag im Forst über die Vergabe von Bauaufträgen bis hin zum Einbau beim Kunden – könne dadurch mehr regionale Wertschöpfung erreicht werden. Dazu müssten auch die Sägeindustrie, der Großhandel, Unternehmen und Verbraucher sich miteinander abstimmen. Dabei lehnt es der „Runde Tisch Holz“ ab, in Marktmechanismen einzugreifen und regionale Ketten über ein organisiertes Netzwerk zu schaffen. 


„Auch im Alleingang haben Betriebe trotz angespannter Lage noch einen gewissen Handlungsspielraum“, sagt HWK-Geschäftsführer Dr. Matthias Schwalbach. So sollten sie möglichst langfristige Verträge mit regionalen Sägewerken abschließen, um die Rohstoffversorgung sicherzustellen, Importe zu vermeiden und annehmbare Marktpreise zu erzielen. „Es ist sinnvoll, Holz aus Rheinland-Pfalz stärker in die Kette einzubeziehen und wie eine Marke zu bewerben – ähnlich den Produkten der Eifel- und Mosel-Initiativen.“ Darüber hinaus müsste nach Auffassung der Forstwirtschaft je nach Verwendungszweck geeignetes Bruch-, Sturm- und Käferholz vermehrt in die Produktion eingebunden werden.



Das Handwerk wünscht sich, dass die öffentliche Hand bei der Auftragsvergabe eine Vorreiterrolle übernimmt und nach Möglichkeit regionale Angebote bevorzugt. Ansätze dazu gibt es im Vergaberecht etwa bereits im Hinblick auf Leistungsbeschreibung, Reaktionszeit und nachhaltige Beschaffung. Den Zuschlag erhalten sollten möglichst regionale Unternehmen, die Holz aus heimischen Wäldern verwenden. Wettbewerbsrechtlich sei das allerdings nicht regulierbar. Zudem fordern die Handwerksorganisationen bei öffentlichen Vergaben, Preisgleitklauseln in alle neuen Verträge aufzunehmen. Denn erhöhte Materialkosten seien vom Betrieb nicht zu vertreten und müssten daher entsprechend weitergegeben werden können. 


Schnittholz ist beim Klimawandel Werkstoff Nummer eins – es speichert Wärme und bindet CO2. Verbraucher müssten sich weiterhin auf erhöhte Holzpreise einstellen, so der „Runde Tisch Holz“. Den Verbrauchern empfehlen die Akteure, nicht auf sinkende Holzpreise zu warten. „Bauherren und Sanierer sollten aktuelle Vorhaben nicht aufschieben, sondern jetzt das Handwerk mit der Umsetzung beauftragen“, rät Schwalbach. Denn dass der Holzpreis auf das Niveau vor der Krise zurückfällt, gilt in Expertenkreisen als unwahrscheinlich.

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