„Wir stehen zusammen in der Not“ – Berlin gibt großes Versprechen an Opfer der Katastrophe

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Die Flutschäden haben vielerorts die Trinkwasserversorgung zusammenbrechen lassen. Foto: Thomas Frey/dpa

BERLIN. Von der Flutkatastrophe betroffene Privatleute und Unternehmen bekommen vom Staat bis zu 80 Prozent der durch die Wassermassen entstandenen Schäden erstattet. Wie das Kabinett am Mittwoch entschied, kann in begründeten Härtefällen auch der gesamte Schaden ausgeglichen werden. Zahlungen von Versicherungen und Soforthilfen werden so angerechnet, dass maximal 100 Prozent des Schadens abgedeckt sind.

«Wir stehen zusammen in der Not, das macht unser Land stark und lebenswert», betonte Vizekanzler Olaf Scholz (SPD). 30 Milliarden Euro stünden bereit, um die Zerstörung zu beseitigen und Gebäude wie Infrastruktur neu aufzubauen.

Unwetter mit ungewöhnlich starken Regenfällen hatten Mitte Juli in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen eine Hochwasserkatastrophe ausgelöst. Ganze Landstriche wurden von den Wassermassen verwüstet. 183 Menschen starben.

Die Milliardenhilfen werden von Bund und Ländern gemeinsam gezahlt. Sie sollen zum Wiederaufbau von Wohnhäusern und Unternehmen, aber auch von Infrastruktur wie Straßen, Brücken und Schienen genutzt werden. Die Länder sollen ihren Anteil in Höhe von 14 Milliarden Euro über 30 Jahre beim Bund abstottern.

Verteilt wird das Geld basierend auf den Schadenserhebungen – Rheinland-Pfalz erhält damit laut Finanzministerium rund 55 Prozent der Mittel, NRW rund 44 Prozent, der Rest verteilt sich auf Bayern und Sachsen. Die Verordnung kann erst in Kraft treten, wenn der Bundesrat ihr zustimmt. Die Abstimmung ist für den 10. September geplant.

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5 KOMMENTARE

  1. Versprochen wurde schon vieles, gehalten ist eine andere Frage. Man sieht es daran, das Kosten für Betriebsmittel von Firmen, die in Krisengebieten helfen, ausstehen. Hauptsache, die Provisionen sind gesichert.

  2. Ein Betroffener, der alles verloren hat, wird schon an der elektronischen Antragstellung scheitern, da er nicht mehr über einen PC und Internet verfügt.

    Da er jeden Tag Schlamm schippt, fehlt ihm schlichtweg die Zeit, bei Ämtern
    vorzusprechen und sich mit Mindestabstand in eine Warteschlange einzureihen.

    Es wiehert der Amtsschimmel.

    Soviel zur zugesagten, unbürokratischen Hilfe..

  3. Unterkünfte, wie Hotelzimmer, Zimmer in Rehaeinrichtungen, werden die Kosten übernommen bis Herstellung von Wohnung/Haus. Wer unterstützt Familienangehörige, die ihre Verwandtschaft, z.b. Tante aufnimmt?
    Diese haben erhöhte Lebenskosten, erledigen Behördengänge etc..

  4. Müllentsorgung auf andere Weise. Es wurden Container in Ehrang aufgestellt zum Entsorgen von nicht mehr brauchbaren Gegenständen durch die Flut. Trotzdem werden wiederum Abfälle in der Oberstrasse in Nähe des Dönerladen blaue Säcke incl. Elektrogeräte abgestellt, am besten noch mitten auf die Fahrbahn. Die ersten 20 Säcke wurden schon entfernt. Über eine Begehung sollte mal nachgedacht werden.

  5. Was will eine 82 jährige hilflose Person mit 1500 Euro anfangen, wenn man alles verloren hat. Wie gut, das es Angehörige gibt, die diese Menschen bei sich unterkommen lassen, und die sich Gedanken machen. Sonst wäre man in Deutschland total aufgeworfen.

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