Katastrophenübung in Bitburg: Klinik, DRK und US-Militär trainieren Ernstfall

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Marienhaus Klinik Eifel Bitburg, US-Militär und DRK trainieren für den Ernstfall. Foto: Annika Bier

BITBURG. Was passiert, wenn plötzlich viele Verletzte gleichzeitig versorgt werden müssen? Genau dieses Szenario haben das Marienhaus Klinikum Eifel Bitburg, das Deutsche Rote Kreuz und das 52. Jagdgeschwader der Air Base Spangdahlem erstmals gemeinsam geübt. Im Fokus stand ein sogenannter Massenanfall von Verletzten – kurz MANV.

Gemeinsame Großübung in Bitburg

 Unter realitätsnahen Bedingungen haben das Marienhaus Klinikum Eifel Bitburg, das Deutsche Rote Kreuz und das 52. Jagdgeschwader der Air Base Spangdahlem erstmals gemeinsam eine Katastrophenübung durchgeführt.

Geübt wurde die Bewältigung eines sogenannten Massenanfalls von Verletzten, kurz MANV. Dabei müssen viele verletzte Menschen gleichzeitig medizinisch versorgt werden.

Szenario auf der Air Base Spangdahlem

Das Übungsszenario sah ein Schadensereignis auf der Air Base Spangdahlem vor. Dabei ging es um gefährliche Stoffe und eine hohe Zahl verletzter Personen. Die Betroffenen mussten medizinisch versorgt und dekontaminiert werden.

Für alle Beteiligten stand vor allem eines im Mittelpunkt: Wie funktionieren Abläufe, Kommunikation und Zusammenarbeit im Ernstfall?

Zehn simulierte Patienten im Fokus

Im Marienhaus Klinikum Eifel Bitburg wurde die Versorgung von zehn simulierten Patientinnen und Patiententrainiert. Darunter waren auch drei Schwerstverletzte.

Kurz nach der Alarmierung liefen im Krankenhaus feste Krisenstrukturen an: Mitarbeitende wurden zentral registriert, Funktionswesten, Funkgeräte, Telefone und Telefonlisten ausgegeben. Danach besetzten Klinikeinsatzleitung und Notfallteams ihre im Krisenplan vorgesehenen Positionen.

Klinik lobt Zusammenarbeit – sieht aber Verbesserungsbedarf

„Es war die erste Übung mit den amerikanischen Partnern überhaupt – und die Zusammenarbeit war durchweg hervorragend“, sagte Dr. Thomas Koch, Ärztlicher Direktor des Marienhaus Klinikums Eifel Bitburg.

Gleichzeitig zeigte die Übung auch Punkte, an denen nachgebessert werden muss. Vor allem bei der technischen Kommunikation gebe es Verbesserungsbedarf.

„Insbesondere bei den technischen Kommunikationswegen müssen wir nachsteuern. Unsere Tests haben gezeigt, dass die Funkgeräte nicht in allen Bereichen zuverlässig funktionieren“, so Koch.

Warum solche Übungen wichtig sind

Für Klinik, DRK und US-Militär sind solche Übungen ein wichtiger Testlauf. Sie zeigen, ob Einsatzpläne, Zuständigkeiten und Kommunikationswege auch unter Druck funktionieren.

Dr. Koch betonte: „Sie stärken die Zusammenarbeit und helfen uns, im Ernstfall noch besser vorbereitet zu sein.“

Ein besonderer Dank galt den Partnern der US Air Base Spangdahlem, dem DRK sowie den Mitarbeitenden des Klinikums, die während der Übung den regulären Klinikbetrieb aufrechterhielten.

Erfahrung aus Evakuierung nach Blindgänger-Fund

Wie wichtig klare Abläufe in Ausnahmesituationen sind, hatte sich bereits im April 2024 gezeigt. Damals musste der gesamte Klinikstandort nach dem Fund eines Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg evakuiert werden.

Die aktuelle Übung knüpft an diese Erfahrungen an. Sie zeigt: Nur durch regelmäßiges Training, klare Strukturen und verlässliche Abstimmung bleiben die beteiligten Einrichtungen auch in besonderen Einsatzlagen handlungsfähig.

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