Rheinland-pfälzisches Laborschiff «MS Burgund» ist in die Jahre gekommen

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Das rheinland-pfälzische Laborschiff "MS Burgund" Foto: Klaus Wendling/Ministerium für Klimaschutz Rheinland-Pfalz/dpa

MAINZ. Für die Gewässerqualität des Rheins hat das Umweltministerium Rheinland-Pfalz eine schwimmende Mess-Station im Einsatz. Weil die Technik zunehmend veraltet ist, wünscht sich Staatssekretär Manz eine Nachfolgerin für die «MS Burgund».

Seit 33 Jahren ist das rheinland-pfälzische Laborschiff «MS Burgund» für sauberes Wasser auf dem Rhein unterwegs. Die schwimmende Mess-Station des Umweltministeriums kann auch auf Mosel und Saar eingesetzt werden, ist aber inzwischen in die Jahre gekommen. Die «technische Ausstattung ist nicht mehr zeitgemäß», sagt Staatssekretär Erwin Manz (Grüne). Das zurzeit im Hafen von Wiesbaden-Schierstein liegende Schiff sei für ihn «eine Herzensangelegenheit», die er aus seiner bisherigen Arbeit als Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft im Ministerium mitgenommen habe.

«Es ist wichtig, dass wir ein Schiff auf dem Rhein haben, etwa für Untersuchungen bei illegalen Ölablassungen oder bei einem Chemieunglück», sagte Manz im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. «Und es ist ein idealer Ort für Umweltbildung, etwa mit Schulklassen.» Er hoffe, dass dies nach den Herbstferien wieder aktiver möglich sei.

Und Manz tritt dafür ein, dass die rund 36 Meter lange und 7,30 Meter breite «MS Burgund» eine Nachfolgerin bekommt: «Mein Wunsch ist ein neues klimaneutrales Schiff, das mit regenerativem Wasserstoff betrieben wird, mit einer Brennstoffzelle.» Die «MS Burgund» wird noch von zwei Dieselmotoren angetrieben.

Das Laborschiff kommt immer dann zum Einsatz, wenn zu befürchten ist, dass wassergefährdende Stoffe in den Rhein gelangen könnten. Einen großen Einsatz hatte die MS Burgund 2011, als das Tankschiff «Waldhof» bei St. Goar verunglückte, unterhalb der Loreley.

In der allgemeinen Gewässeraufsicht kümmert sich die Schiffsbesatzung um die chemisch-physikalische wie um die biologische Gewässerüberwachung. Da geht es zum einen etwa um Messungen des Sauerstoffgehalts und von Schadstoffen, zum anderen um die Bewertung der Wasserqualität für Fische, Muscheln, Kleintiere, Algen und andere Wasserpflanzen. In dem Laboratorium mit einer Fläche von 43 Quadratmetern können Wasserproben untersucht werden, die über drei fest installierte Stellen am Bug und auf der Backbordseite entnommen werden.

Dabei wirkt das Laborschiff an Programmen zur Zusammenarbeit in der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins mit. Schließlich unterstützt die «MS Burgund» auch das Aktionsprogramm zur Stärkung der Population von Wanderfischen wie Lachsen und Aalen im Rhein. (dpa)

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