Rettungsdienste: Belastung während Pandemie deutlich höher

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MAINZ. Die Corona-Pandemie macht die Arbeit der Rettungssanitäter im Land deutlich schwieriger – nicht nur, weil sie im Job dauerhaft Atem-Schutz-Masken tragen. In einer Hinsicht hatten die Rettungsdienste bislang aber zumindest aber kaum Probleme.

Schutzausrüstung, Hygienekonzepte, deutlich mehr Aufwand bei der Desinfektion der Fahrzeuge: Die Corona-Pandemie belastet die Arbeit der Rettungsdienste in Rheinland-Pfalz. «Die Arbeitsbelastung ist gestiegen», sagte Christian Görg, Vorstand des Regionalverbands Mittelrhein der Johanniter am Freitag. Das dauerhafte Tragen von FFP2- oder FFP3-Masken aber auch die erhöhten Anforderungen an die Hygienekonzepte fordern die Rettungsdienste. So nehme die Desinfektion von Fahrzeugen inzwischen deutlich mehr Zeit in Anspruch. Auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sprach von einer hohen Belastung.

Unterschiedlich sieht die Situation jedoch bei den Infektionsfällen unter den Mitarbeitern der Rettungsdienste aus. So ist zumindest der Regionalverband Mittelrhein nach Angaben von Görg bisher verschont geblieben. «Wir hatten keinen einzigen Verdachts- oder Infektionsfall bis heute.» Die Ausstattung mit entsprechender Schutzausrüstung sei «von Anfang an sehr gut» gewesen, sagte Görg. Im Schnitt transportiere der Regionalverband Mittelrhein jeden Tag drei Covid-19-Patienten.

Auch der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) berichtet von bislang keinerlei Infektionsfällen. Wie eine Sprecherin mitteilte, ist die «Infektionslage beim ASB in Rheinland-Pfalz – zum Glück – entspannt und die Personalsituation zufriedenstellend».

Den rheinland-pfälzischen Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hingegen hat es deutlich härter getroffen. Das sei tatsächlich ein Problem, «die Personalsituation kann sehr angespannt sein», sagte Manuel Gonzalez, Vorstand des Landesverbands. Dabei sei die Betroffenheit bei den DRK-Mitarbeitern nahezu analog zu den Infektionsfällen zu sehen. «Wir merken jetzt eine höhere Belastung und eine höhere Inzidenz in den einzelnen Rettungsdiensten.»

Wie DRK-Landesvorstand Gonzalez erklärte, wird jeder Patient von den Mitarbeitern so behandelt, als könnte er positiv sein. Bei bestätigten Fällen würden die Rettungssanitäter einer Besatzung in Quarantäne geschickt. Bei etwaigem Kontakt müssten auch Mitarbeiter auf der Wache in Isolation.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Innenminister Roger Lewentz (beide SPD) machten sich am Freitag beim DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe ein Bild von der Situation. Die Mitarbeiter der Hilfsorganisationen würden seit fast einem Jahr unter der hohen Belastung einer Pandemie arbeiten, sagte Dreyer. Sie seien eine feste Stütze «in dieser für alle besonderen Situation» – dies gelte unter anderem im Einsatz, aber auch bei den Impfungen oder Corona-Testungen, sagte Dreyer. Allein im Rettungsdienstbereich Rheinhessen wurden den Angaben zufolge bereits mehr als 2000 Corona-Patienten vom Rettungsdienst betreut.

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