Region: Virtuelle Tagung – Handwerker der Innungen mit Blick nach vorne

0
Über vierzig live zugeschaltete Delegierte trafen sich zur virtuellen Delegiertenversammlung im Netz; Foto: Kreishandwerkerschaft MEHR

MOSEL/EIFEL/HUNSRÜCK. Die Delegiertentagung ist neben den Lossprechungsfeiern und der Verleihung der Goldenen Meisterbrief eine der Hauptveranstaltungen im Jahreskalender der Kreishandwerkerschaft Mosel-Eifel-Hunsrück-Region (MEHR). Dort kommen die Obermeister und stellvertretenden Obermeister und andere Ehrenamtsträger zusammen, um Beschlüsse zu fassen und die Weichen für zukünftige Richtungen in der Kreishandwerkerschaft und den Innungen zu stellen. So auch dieses Jahr. Allerdings wurde auf Wunsch der überwiegenden Delegierten auf eine Präsenzveranstaltung verzichtet und die Versammlung wurde Ende November als virtuelle Gremiensitzung durchgeführt. „Möglich ist diese Form erst durch den neuen § 124 c der Handwerksordnung“, so Vorsitzender Kreishandwerksmeister Raimund Licht, der durch die Versammlung führte.

Ein Hauptpunkt der Tagesordnung waren die Jahresergebnisse der Kreishandwerkerschaft und der Tochtergesellschaften, die Geschäftsführer Dirk Kleis der Versammlung im Detail vorstellte. Im Resümee: Die Corona-Pandemie hat bei unseren Betrieben Spuren hinterlassen. Auch wenn der überwiegende Teil unserer rund 1.000 Mitglieder nach wie vor eine gute bis sehr gute Auftragslage verzeichnen kann, so wurden doch manche Gewerke wie Friseure, Bäcker und Fleischer hart getroffen, berichtet Geschäftsführer Dirk Kleis. Dies wirkt sich auch die Geschäftsstelle der Innungen, die Kreishandwerkerschaft MEHR aus. Wurde für 2019 noch ein deutlich positives Ergebnis erzielt, erwarten wir für 2020 erstmals ein negatives Resultat. Es war für alle ein schwieriges Jahr, so Kleis. Die in 2020 getätigten Investitionen, unter anderem im Bereich digitaler Ausstattung, werden sich aber langfristig auszahlen. Für 2021 rechnen wir schon wieder mit einem ausgeglichenen Haushalt. Ähnlich auch die Haushaltssituation bei den Tochtergesellschaften, der Mittelstandberatungsgesellschaft KH mbH und des Arbeitsmedizinischen- und Sicherheitstechnischen Dienstes der KH (AMD-KH).

Emotional diskutiert wurde von den Delegierten die Bekämpfung der Schwarzarbeit in der Region.
Die Arbeit der eigens für diesen Bereich beschäftigten Syndikusrechtsanwältin wird von den Mitgliedern sehr geschätzt, so Kleis. Rund 160 Fälle, bei denen Verdacht auf Schwarzarbeit vorlag, wurden bislang überprüft. Bei fast der Hälfte der Fälle wurden Verstöße gegen die Handwerksordnung oder dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb festgestellt und entsprechende Maßnahmen ergriffen. Der Kampf gegen die Schwarzarbeit und für gleiche Wettbewerbsbedingungen ist eines der drängenden Themen des Handwerks. Und zu Recht wird von unseren Innungsmitgliedern erwartet, dass dort in Sachen Kontrollen, die verschiedenen involvierten Stellen noch massiver tätig werden, unterstützt Kleis die Forderungen der Delegierten. Der zugeschaltete Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Trier, Axel Bettendorf berichtete in dem Zusammenhang über einen neuen Mitarbeiter, der unter anderem im Außendienst Betriebskontrollen durchführen wird.

Rudi Müller, Präsident der Handwerkskammer, zeigte sich derweil in der Videokonferenz erfreut über die Tatsache, dass sich der Mitgliederstamm bei den Innungen im gesamten erhöht hat. So auch Dirk Kleis: Die Zahl der neuen Mitglieder übersteigt die Zahl der Abgänge, die zumeist durch Betriebsschließungen aus Altersgründen erfolgen.“

Christian Weirich, Mitarbeiter und technischer Organisator der Versammlung, präsentierte den Teilnehmern die umfangreichen Medien-Aktionen der Kreishandwerkerschaft im laufenden Geschäftsjahr. Durch eine verstärkte Präsenz im Bereich der sozialen Netzwerke und über weitere Medienkanäle, konnten wir trotz ausgefallener Lossprechungsfeiern die neuen Fachkräfte im Handwerk wertschätzen. Ganz besonders auch die Arbeit der Prüfungsausschüsse. Auch die Begrüßung der neuen Auszubildenden im Handwerk fand tausendfache Beachtung, freut sich Weirich.

In einer Schweigeminute gedachten die Teilnehmer den verstorbenen Mitgliedern und Ehrenamtsträgern und der kürzlich verstorbenen ehemaligen Mitarbeiterin Renate Fahl.

Vorheriger Artikel„Virtuelle Grundsteinlegung“ für neue Studiwerk-Wohnanlage „Haus am Baum“
Nächster ArtikelDrittes Spiel innerhalb einer Woche: Gladiators Trier empfangen Bayer Giants Leverkusen

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.