Ermittlung gegen Klinikum wegen Babyleiche

0
Foto: Fabian Sommer/dpa-Archiv

LUDWIGSHFAFEN/FRANKENTHAL. Im Zusammenhang mit dem Fund einer Babyleiche im September 2017 im Viernheimer Wald hat die Staatsanwaltschaft Frankenthal Ermittlungen gegen Unbekannt aufgenommen. Es werde geprüft, ob es in diesem Zusammenhang im Klinikum Ludwigshafen zu strafrechtlich relevanten Versäumnissen gekommen sei, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Es gehe um den Verdacht auf fahrlässige Tötung durch Unterlassen.

In der Klinik war das Kind zur Welt gekommen. Nach bisherigem Ermittlungsstand sei die Frau mit dem Kind aus der Klinik entlassen worden, sagte der Sprecher.

Der Frau wird vorgeworfen, das wenige Wochen alte Kind im April 2017 getötet zu haben, ohne schuldfähig gewesen zu sein. Laut Staatsanwaltschaft hat die Frau eine seit Jahren unbehandelte psychische Krankheit. Das Gericht prüft auch, ob sie in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik untergebracht werden muss.

Das Jugendamt Mannheim hatte bereits zwei Wochen vor der Geburt des Kindes die Kliniken im Bereich Mannheim, Ludwigshafen und Südhessen auf die werdende Mutter hingewiesen, berichtete ein Sprecher der Staatsanwaltschaft vom Prozesstag am Montag: Man solle sie im Fall einer Entbindung nicht mit dem Kind weggehen lassen, warnte das Amt. Bereits 2014 hatte das Jugendamt die damals fünfjährige Tochter der Frau in die Obhut einer Verwandten gegeben. Diese hatte das Amt zuvor auf psychische Probleme ihrer jüngeren Schwester aufmerksam gemacht.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.