XXL-Laster kommen jetzt auch in Rheinland-Pfalz

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Bildquelle: Daimler Media Center

MAINZ. Die rheinland-pfälzische Regierung hat ihren Widerstand gegen eine Testphase von superlangen Lkw aufgegeben. Die sogenannten Gigaliner, Monstertrucks oder XXL-Laster, dürfen jetzt auch auf ausgewählten Strecken in Rheinland-Pfalz fahren.

Wie Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) am Mittwoch in Mainz mitteilte, habe er Strecken zwischen Kandel und Wörth, Rohrbach und Wörth und zwischen Haßloch und Kandel sowie Hockenheim für Fahrten von Lang-Lkw beim Bund angemeldet.

Vor allem bei Werkverkehren sollen Fahrten möglich sein – etwa für das Daimler-Werk in Wörth. Wissing betonte, mit den Lang-Lkw werde auch schädliches Kohlendioxid eingespart.

Die Riesen-Lkw stehen aber auch in der Kritik. Sie gelten aufgrund ihrer Länge von etwa 25 Metern und einem Gewicht bis zu 44 Tonnen bei vielen als Sicherheitsrisiko.

Normalerweise dürfen Brummis mit Anhänger eine maximal Gesamtlänge von 18,75 Meter nicht überschreiten. Zwei solcher Fahrzeuge sollen das Transportvolumen von drei herkömmlichen Lastern übernehmen können.

Nach Einschätzungen des TÜVs kommen die Riesen-Lkw problemlos auf deutschen Straßen zurecht. Sie könnten “technisch sicher und verkehrstechnisch gefahrlos betrieben werden“, heißt es in einem Abschlussbericht von TÜV Rheinland und TÜV Nord.

Außerdem habe eine Studie in den Niederlanden ergeben, dass die meisten Autofahrer die gestiegene Länge beim Überholen gar nicht bemerkten.

Die Befürworter der Gigalinern halten ihren Kritikern entgegen, dass die „ExtraLongVehicles“ nur auf bestimmten Relationen, die extra dafür geeignet wären, verkehren würden. Außerdem würde ein Überholvorgang eines Gigaliners nicht mehr als 1,5 Sekunden länger dauern als bei einem „normalen“ Lkw und so erhöhte Gefahr beim Überholen darstellen.

Auch das Argument der Kritiker, die Giga-Liner würden durch das hohe Gewicht eine zusätzliche Belastung der Straßendecken bedeuten, lassen die Befürworter so nicht gelten: Die Achslast würde sich im Gegenteil auf eine grössere Fläche verteilen, und würde dadurch die Strassen sogar weniger belasten, als bei herkömmlichen Lkw.

Rheinland-Pfalz gehörte neben Berlin und dem Saarland bislang zu den Ländern, die nicht am Feldversuch teilnahmen. Der frühere SPD-Verkehrsminister Roger Lewentz hatte 2011 davor gewarnt, dass sich mehr Transport von der Schiene auf die Straße verlagert.

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