Germanwings-Unglück: Vier Menschen aus Rheinland-Pfalz unter den Opfern

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Ein Airbus A 320 der Fluggesellschaft Germanwings

MAINZ/FRANKREICH. Inzwischen ist es amtlich. Beim gestrigen Absturz eines Airbus 320 der Germanwings über den französischen Alpen sind mindestens auch vier Einwohner von Rheinland-Pfalz ums Leben gekommen. Dies berichtet der SWR unter Berufung auf das rheinland-pfälzische Innenministerium.

Demnach handelt es sich um vier Personen im Alter zwischen 20 und 28 Jahren, die alle aus Norden unseres Landes stammten. Drei von ihnen waren Passagiere, eine Person gehörte zur Crew des Fliegers. Weiter heißt es in der Meldung, dass man derzeit noch nicht ausschließen könne, dass noch weitere Menschen aus Rheinland-Pfalz unter den Opfern zu finden sind. Die Auswertung der Passagierlisten sei noch nicht abgeschlossen.

Ein Flugschreiber ist schon gefunden

Gestern Morgen war der Jet mit 144 Passagieren und sechs Besatzungsmitgliedern im spanischen Barcelona mit dem Ziel Düsseldorf gestartet. An Bord befanden sich insgesamt 67 deutsche Staatsbürger. Zunächst sah alles nach einem ganz normalen Flug aus, bis die Maschine plötzlich zu einem, bisher unerklärlichen minutenlangen Sinkflug ansetzte und dann über den französischen Alpen in der Region Alpes-de-Haute-Provence abstürzte und zerschellte. Die Unglücksstelle liegt in rund 1500 Metern Höhe in sehr unwegsamem Gelände. Gestern schon hatte man einen der Flugschreiber gefunden, der Aufklärung über die Unfallursache bringen sollte. Allerdings ist er beschädigt.


Malu Dreyer denkt an die Opfer und die Hinterbliebenen

Gestern Abend war Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei ihrem Grußwort zur Vereidigung des neuen Trierer Oberbürgermeisters auf die Katastrophe eingegangen. Sie sagte, dass ihr angesichts dieses Unglücks wieder einmal bewusst werde, wie selbstverständlich man heute in Flugzeuge einsteige und irgendwo hinfliege. Ihre Gedanken und auch die der gesamten Landesregierung seien in diesen Stunden bei den Opfern und ihren Hinterbliebenen. Und auch die Landesvorsitzende der rheinland-pfälzischen CDU sagte, bei dem Unglück handele es sich um eine schreckliche Tragödie, „die uns alle sehr betroffen macht“.

Auch 16 Schüler waren an Bord

Mit an Bord von Flug 4U9525 waren auch 16 Schülerinnen und Schüler sowie zwei Lehrerinnen aus der nordrhein-westfälischen Stadt Haltern am See. Die Reise der Schüler in die Region Barcelona war der Gegenbesuch eines Austauschprojektes in der Jahrgangsstufe 10 des Halterner Gymnasiums. Tiefe Trauer herrscht auch in der deutschen Kulturszene, nachdem bekannt wurde, dass sich zwei Opernsänger an Bord der Maschine befanden.

Die Altistin Maria Radner.
Die Altistin Maria Radner.

Zwei Opernsänger unter den Opfern

Zum einen war die Düsseldorfer Altistin Maria Radner zusammen mit ihrem Mann und ihrem Baby an Bord. Radner war nach ihrem Debut an der Metropolitan Opera in New York seit 2012 eine weltweit gefragte Sängerin. Des Weiteren befand sich mit Oleg Bryjak ein Bariton in der Maschine, der ebenfalls auf den Bühnen in aller Welt zuhause war. Beide Künstler hatten Engagements in Barcelona und waren besonders für ihre Interpretationen in Wagneropern berühmt geworden.

Der Bariton Oleg Bryjak.
Der Bariton Oleg Bryjak.

Das Unglück wird als eines der Schwersten in der Geschichte der deutschen Luftfahrt bezeichnet. Die Airline Germanwings, ein Tochterunternehmen der Lufthansa, musste für heute einige Flüge streichen, da die Mitarbeiter unter der emotionalen Belastung nicht in der Lage sind, ihren Dienst zu verrichten. Mit Unterstützung des Mutterkonzerns soll aber der normale Flugbetrieb soweit wie möglich aufrechterhalten werden.

Wie inzwischen bekannt wurde, hat Ministerpräsidentin Dreyer angesichts der vier Opfer aus Rheinland-Pfalz von heute bis Freitag Trauerbeflaggung an allen Dienstgebäuden des Landes angeordnet.

Hotlines für Angehörige

Das Auswärtige Amt richtete einen Krisenstab ein. Über eine Hotline mit der Telefonnummer 030/5000-3000 können sich Angehörige informieren, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Auch Germanwings richtete eine Hotline ein: 0800-1133 5577. Auch der Flughafen Düsseldorf richtete unter der Rufnummer 0800-7766350 eine Hotline ein.

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1 KOMMENTAR

  1. Es ist ein schreckliches Unglück aber was ich auch schrecklich finde ist ,dass die deutsche Politszene genau den Katastrophentourismus praktiziert der bei den Bürgern kritisiert wird.

    Jetzt schnell mal hinfliegen und gucken, wozu muss die halbe Regierung jetzt zum Unfallort die sind weder Spezialisten aber behindern die Bergungsarbeiten, was soll das , haben die zuhause nicht genug zu tun ?

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