Land und EU fördern Batteriespeicher-Ausbau in der Region Trier

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on links: Dr. Philip Schmit (SWT), Reinhard Müller (RTS), Staatssekretär Michael Hauer, Arndt Müller (SWT). Foto: SWT Trier

TRIER – Mit dem gezielten Ausbau von Batteriespeichern treiben die Stadtwerke Trier (SWT) und die RTS AöR die Energiewende in der Region konsequent voran.

Am heutigen Donnerstag, 16. April 2026, übergab Staatssekretär Michael Hauer im Umweltministerium des Landes Rheinland-Pfalz die Förderbescheide aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) an den SWT-Vorstand Arndt Müller und den RTS-Vorstand Reinhard Müller.

Gefördert werden mehrere innovative Speicherprojekte mit einer Gesamtkapazität von 14 Megawattstunden (MWh) und einem Investitionsvolumen von rund 6,35 Millionen Euro. Die Projekte sind Teil der EFRE-Förderperiode 2021–2027 im Schwerpunkt „Energieeffizienz und intelligente Netz- und Speicherinfrastruktur“. Ziel ist es, neue Technologien und Strategien zur Integration erneuerbarer Energien zu erproben, CO₂-Emissionen messbar zu reduzieren und Modelllösungen mit Übertragbarkeit zu schaffen.

„Batteriespeicher sind ein zentraler Baustein für ein stabiles, klimafreundliches Energiesystem“, betonte Staatssekretär Michael Hauer bei der Übergabe. „Die geförderten Vorhaben zeigen beispielhaft, wie regionale Energieversorger Innovationen vorantreiben und erneuerbare Energien effizient in bestehende Netze integrieren können.“

Die SWT verfolgen mit dem Ausbau kurzfristiger Flexibilitäten eine klare strategische Zielsetzung: Spätestens bis 2030 soll der Strom zur Versorgung der Kundinnen und Kunden größtenteils aus regionalen, erneuerbaren Energien und ergänzenden Flexibilitäten stammen und damit eine möglichst hohe Marktunabhängigkeit erreichen.

Der hierfür notwendige Bedarf an kurzfristigen Flexibilitäten liegt bei etwa zehn bis 15 Prozent der Absatzmenge und umfasst neben Batteriespeichern auch die Optimierung großer Verbraucher, wie beispielsweise das Lade- und Lastmanagement der Busflotte, die Nutzung vorhandener Heimspeicher bei Kunden sowie die Chancen, die das bidirektionale Laden bietet.

Konkret werden im Rahmen der Förderung folgende Projekte umgesetzt:

  • Am Hauptklärwerk Trier entsteht ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 1 MWh. Das Projekt wird mit 50 Prozent gefördert. Bei geschätzten Gesamtkosten von rund 595.000 Euro beträgt die Fördersumme etwa 280.500 Euro. Der Speicher dient der Optimierung des Eigenverbrauchs der Anlage in Kombination mit Photovoltaik und dem Klärgas-Blockheizkraftwerk. Durch die Integration in den Bilanzkreis Abwasser sowie – mit verbleibenden Kapazitäten – dem Bilanzkreis der SWT und der Energieregion Trier schaffen die SWT auch einen Mehrwert für die umliegenden Gewerbebetriebe.
  • Am Umspannwerk Ehrang wird ein 3-MWh-Speicher realisiert. Die geplanten Kosten liegen bei 1.510.000 Euro, die Förderquote hier beträgt 40 Prozent. Ziel dieses Speichers ist unter anderem die Integration in unterschiedliche Bilanzkreise sowie die Erhöhung des regional erzeugten und regional genutzten Stroms.
  • Ein weiterer SWT-Speicher mit 5 MWh entsteht am Standort der Molkereigenossenschaft Arla in Pronsfeld. Das Projekt wird mit 30 Prozent gefördert und hat ein Gesamtvolumen von rund 2 Millionen Euro. Hier steht insbesondere die Integration größerer Mengen erneuerbaren Stroms in den betrieblichen Ablauf im Fokus.
  • Die Regionalwerke Trier Saarburg (RTS AöR) erhalten eine Förderung für die Errichtung eines Batteriespeichers mit 5 MWh Kapazität im Industriepark Region Trier in Föhren. Die Förderquote beträgt 40 Prozent bei Gesamtkosten von rund 2,2 Millionen Euro. Hier dient die Batterie als Grünstromspeicher insbesondere zur Optimierung des Energiebereitstellungsprofils der Freiflächensolaranlage IRT III. Der vor Ort erzeugte Strom versorgt hauptsächlich die benachbarten Industrie- und Gewerbekunden mit erneuerbarer Energie. Der Speicher erhöht die Unabhängigkeit vom Strommarkt und optimiert den Eigenverbrauch.

„Die Speicher dienen dem tatsächlichen physikalischen Ausgleich von Erzeugung und Bedarf und werden regelmäßig mit Grünstrom geladen“, erläuterte SWT-Vorstand Arndt Müller. „Sie ermöglichen es, überschüssige Energie – insbesondere aus Photovoltaikanlagen – zeitlich zu verschieben, Abregelungen zu vermeiden und unsere Abhängigkeit von volatilen Strompreisen weiter zu reduzieren. Damit leisten wir einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz, sorgen für bezahlbare Preise und erhöhen die Versorgungssicherheit in der Region.“

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