Schöne Kirchen und Kapellen in der Region – Die Corneliuskapelle im ehemaligen Kloster Machern

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Ansicht der ehemaligen Klosterkirche von Süden; links das heute umgebaute Langhaus, rechts die Corneliuskapelle im ehemaligen Chorraum. Foto: Martin Schmitz

BERNKASTEL-KUES. Am Rand des Bernkastel-Kueser Stadtgebietes, dem Stadtteil Wehlen zugeordnet, liegt malerisch auf der linken Moselseite das ehemalige Kloster Machern. Man findet es recht unkompliziert, wenn man sich am direkt gegenüber liegenden Weinort Zeltingen-Rachtig orientiert.

1238 erfolgte die Gründung der Anlage als Zisterzienserinnenkloster; sie wurde der Abtei Himmerod unterstellt. Nach einer Blüte im 13. und 14. Jahrhundert durchlebte sie in den folgenden Jahrhunderten wechselhafte Zeiten. Der heutige Gebäudebestand hat seinen Ursprung im 17. und 18. Jahrhundert. 1802 endete hier im Rahmen der Säkularisation wie überall im Pastoralen Raum Bernkastel-Kues das Klosterleben, danach kam die Anlage zur landwirtschaftlichen Nutzung in Privatbesitz. Die Kirche diente als Scheune, ihre Fenster wurden zugemauert, Decken und Wände schwer geschädigt. 1806 wurde sogar der moselseitige Ostflügel mit 35 Zimmern von den Eigentümern abgebrochen, da man den fortwährenden Einquartierungen französischer Soldaten ein Ende machen wollte. Über 150 Jahre verfiel das Gebäude dann zusehends. 1969 erwarb glücklicherweise Weingutbesitzer Franz Schneider Kloster Machern und begann mit einer großangelegten Renovierung. Im Jahr 2000 wurde das Kloster von der Trierer Bürgerverein 1864 GmbH und der Günther und Käthi Reh Stiftung & Co. KG angekauft, weiter renoviert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Heute bilden die ehemaligen Klostergebäude eines der beliebtesten Ausflugsziele in unserer Region: Neben dem Klosterpark und dem Kräutergarten, dem Weinbistro und dem Café mit Eiscafé laden das Brauhaus-Restaurant, eine Klosterbrauerei, das Spielzeugmuseum, das Ikonenmuseum und der Klosterladen zahlreiche Besucher ein – diesen steht ein großer Besucherparkplatz und sogar ein Schiffsanleger zur Verfügung. Es werden Klosterführungen für Gruppen, Museumsführungen, und Kräutergartenführungen angeboten.

Prachtvoller Hochaltar aus der Mitte des 18. Jahrhunderts; in der Mitte ein Gemälde der Himmelfahrt Mariens, darüber eines der Dreifaltigkeit. Links und rechts zwei große Heiligenfiguren in Lindenholz (Josef und Karl Borromäus). Foto: Martin Schmitz

Inmitten der verschiedenen, lebhaft genutzten Gebäude blieb tatsächlich über die Jahrhunderte ein kleiner Andachtsraum quasi als eine Oase der Stille bestehen: Der Chorraum der ehemaligen Klosterkirche, wohl einige Jahrzehnte älter als die Kirche, zu der von der Äbtissin Maria Ursula von Metternich im Jahr 1668 der Grundstein gelegt worden war, ist als Corneliuskapelle zu den Öffnungszeiten des Museums frei zugänglich. Diese kleine Kapelle beherbergt einen der schönsten Hochaltäre in unserer Gegend, ein mächtiges Werk aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Einmal im Jahr, zum Patronatsfest des Heiligen (16. September), findet traditionell die Corneliusmesse mit einer Kindersegnung in Kloster Machern statt, meist im Innenhof der Anlage; daneben kann man in der Kapelle natürlich auch eine kirchliche Trauung feiern.

In das Langhaus der ehemaligen Klosterkirche mit seiner schönen originalen Stuckdekoration, das nach Aufhebung des Klosters zunächst mit einer Mauer vom Chorraum getrennt worden war, wurde bei den umfassenden Renovierungen im letzten Jahrhundert eine Zwischendecke eingezogen und die bis dahin vorhandene Nonnenempore entfernt. Der vermauerte Triumphbogen zur Kapelle hin wurde wieder geöffnet. So entstand dadurch im Erdgeschoss ein Trauzimmer als Außenstelle des Standesamts der Verbandsgemeinde, im Obergeschoss der festliche Barocksaal, der unter anderem Premium-Spielort und Gründungsstätte des „Mosel Musikfestivals“ ist.

Weitere Bilder sowie ausführlichere Informationen zur Kapelle, ihrer Lage und weiterführende Links finden sich auf der Seite des Pastoralen Raums Bernkastel-Kues. (Quelle: Pastoraler Raum Bernkastel-Kues/Martin Schmitz)

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