REGION TRIER – Nach intensiven Debatten hat der Bundestag die Aufnahme des Wolfs in das Bundesjagdgesetz beschlossen. Dies soll eine leichtere Bejagung ermöglichen.
Hintergrund dieser Entscheidung ist die zunehmende Ausbreitungsdynamik und die damit verbundenen Konflikte in der landwirtschaftlich genutzten Kulturlandschaft. Im Jahr 2024 verursachten Wolfsangriffe immense wirtschaftliche Schäden: Neben 4.300 getöteten Nutztieren fielen Kosten von über 24 Millionen Euro für Herdenschutz und Ausgleichszahlungen an. Die Bundesregierung reagiert damit auf die erheblichen und potenziell existenzbedrohenden Belastungen für Weidetierhalter, die neben finanziellen Einbußen auch unter einer starken psychischen Belastung durch die Anblicke gerissener Tiere leiden.
Politische Forderungen und die Rolle von Rheinland-Pfalz
In Rheinland-Pfalz wird die Entscheidung von den Regierungs- und Oppositionsparteien genau beobachtet. Die CDU-Landtagsfraktion unter Horst Gies fordert eine schnelle Integration in das Landesjagdgesetz, um eine „Trendwende Wolf“ einzuleiten. Laut Gies führt die aktuelle Dynamik zu erheblichen Konflikten, da Wölfe zunehmend die Scheu vor Menschen verlieren und nicht nur Wildtiere, sondern auch Rinder, Pferde und Schafe töten. Die Union drängt seit Jahren darauf, das Wolfsmanagement zukunftsfähig zu gestalten und den Schutzstatus des Tieres an die realen Gegebenheiten der Kulturlandschaft anzupassen, damit Tierhalter im Westerwald, der Eifel und dem Hochwald nicht länger im Stich gelassen werden.
Kritik der Naturschutzverbände und Weidetierhalter-Hoffnungen
Dem gegenüber steht laut SWR-Berichten die massive Kritik von Naturschutzorganisationen. Die Naturschutzinitiative Westerwald betont, dass eine Bejagung laut EU-Recht nur zulässig sei, wenn sich die Art in einem günstigen Erhaltungszustand befinde. Da dies aus ihrer Sicht nicht der Fall ist, lehnen sie die Gesetzesänderung ab und bezweifeln zudem den Zusammenhang zwischen der Anzahl der Wölfe und der Häufigkeit von Übergriffen. Weidetierhalter hingegen hoffen auf eine „unbürokratische Entnahme“, idealerweise noch am Tag eines Angriffs. Für sie wäre ein zeitnaher und rechtssicherer Abschuss das „Nonplusultra“, um ihre Herden langfristig vor weiteren Attacken zu schützen.















