Landstuhl. Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter bei einer Ticketkontrolle in Rheinland-Pfalz ruft die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft zu einer bundesweiten Schweigeminute auf. Kolleginnen und Kollegen sollen heute um 15.00 Uhr innehalten, um dem getöteten Bahnmitarbeiter zu gedenken.
Der Angriff hatte sich am Montagabend in einem Regionalzug bei Landstuhl ereignet. Der 36-jährige Zugbegleiter erlag später seinen schweren Verletzungen.
„Wir sind erschüttert und trauern“
EVG-Vorsitzender Martin Burkert äußerte sich tief betroffen:
„Wir sind erschüttert und trauern um unseren Kollegen. Heute steht die Eisenbahnerfamilie still“, teilte Burkert mit. Die Schweigeminute sei ein Zeichen des gemeinsamen Gedenkens – aber auch ein stiller Protest gegen die zunehmende Gewalt im öffentlichen Personennahverkehr.
Gewerkschaft kündigt politischen Druck an
Zugleich macht die EVG deutlich, dass es nicht bei Symbolik bleiben soll. „Ab morgen erhöhen wir nochmal den Druck“, erklärte die Gewerkschaft. Der brutale Überfall müsse ein Umdenken auslösen.
Die Forderung ist klar: Die Politik müsse endlich wirksame Maßnahmen ergreifen, um Bahnmitarbeiter besser zu schützen. Immer wieder komme es zu Übergriffen bei Ticketkontrollen – mit teils dramatischen Folgen.
Gewalt gegen Zugpersonal rückt erneut in den Fokus
Der Tod des Zugbegleiters hat bundesweit Entsetzen ausgelöst. Bahnmitarbeiter berichten seit Jahren von steigender Aggressivität gegenüber Kontrollpersonal. Gewerkschaften und Interessenvertretungen fordern unter anderem mehr Sicherheitspersonal, bessere Präventionskonzepte und härtere Konsequenzen bei Gewalt gegen Beschäftigte.
Mit der Schweigeminute wollen die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner nicht nur Abschied nehmen, sondern auch ein deutliches Signal senden: So dürfe es nicht weitergehen.
















