BERLIN/EIFEL. Nach Jahrzehnten voller Streit, Verzögerungen und juristischer Auseinandersetzungen nimmt der Lückenschluss der A1 in der Eifel nun erstmals konkrete Formen an. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) kündigte in Dreis-Brück an, dass im Frühjahr die ersten sichtbaren Arbeiten beginnen:
„Im Frühjahr wird man schon etwas sehen.“
Mit dem nun rechtskräftigen Planfeststellungsbeschluss kann der rund 10 Kilometer lange Abschnitt zwischen Kelberg und Adenau vorbereitet werden – ein Teilstück, das nach Einschätzung des Ministers die umliegenden Gemeinden besonders stark entlasten wird.
Was jetzt passiert: Baustraßen, Rodungen, Umweltmaßnahmen
Die ersten Monate werden geprägt von vorbereitenden Arbeiten:
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Anlegung von Baustraßen, u. a. für Artenschutzmaßnahmen
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Rodungen von Waldflächen, soweit erforderlich
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Planung und Ausschreibung von zehn Talbrücken
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Parallelstart aller Teilarbeiten, um keine Zeit zu verlieren
Die Kosten für das Teilstück belaufen sich nach Angaben des Bundes auf 317,4 Millionen Euro. Der komplette Lückenschluss wird später rund 1,1 Milliarden Euro kosten.
Wann die eigentlichen Bauarbeiten an der Trasse beginnen können, bleibt offen:
„Ein paar Jahre kann es aber noch dauern.“, so Schnieder.
Warum dieser Abschnitt entscheidend ist
Gerade die Orte rund um Dreis-Brück leiden seit Jahren unter massivem Durchgangsverkehr. Ortsbürgermeisterin Edith Löhr-Hoffmann brachte es deutlich auf den Punkt:
„Die Grenzen sind überschritten.“
Pro Tag rollen etwa 4.000 Fahrzeuge durch die Gemeinde – eine Belastung für Menschen, Infrastruktur und Lebensqualität. Das nun freigegebene Teilstück gilt als das wirksamste zur Entlastung der Region.
Jahrzehnte der Verzögerungen – und ein entscheidendes Urteil
Der Abschnitt ist seit 1972 geplant, doch Streit um Routenführung, Klima- und Artenschutz sowie politische Widerstände verzögerten das Projekt. Zuletzt klagte der rheinland-pfälzische BUND vor dem Bundesverwaltungsgericht – ohne Erfolg.
Mitte November wies das Gericht die Klage ab. Besonders betont wurde:
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die Möglichkeit von Ausnahmen beim Vogelschutz,
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und die Bedeutung des Lückenschlusses für militärische Mobilität,
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sowie seine Rolle im transeuropäischen Verkehrsnetz (TEN-T), das bis 2050 fertiggestellt werden soll.
Wie geht es mit den anderen Teilstücken weiter?
Die A1-Lücke beträgt insgesamt 25 Kilometer. Für die nördlichen Abschnitte fehlen weiterhin Baurechte:
Adenau – Lommersdorf (NRW)
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Vorentwurf soll 2026 vorgelegt werden
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Planfeststellungsverfahren könnte wieder aufgenommen werden
Lommersdorf – Blankenheim
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Planfeststellungsbeschluss frühestens 2027 erwartet
Erst wenn alle Abschnitte genehmigt sind, kann der Lückenschluss vollständig erfolgen.
Eine der längsten Autobahnen Deutschlands – mit letzter Lücke
Die A1 verbindet die Ostsee mit der französischen Grenze bei Saarbrücken über rund 730 Kilometer. Der Lückenschluss zählt zu den prominentesten Infrastrukturprojekten Deutschlands – und zu den umstrittensten.
Prognose für 2030
Die Autobahn GmbH rechnet je nach Abschnitt mit:
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17.200 bis 24.100 Fahrzeugen täglich
Ein Hinweis darauf, wie bedeutend die Verkehrsachse ist – nicht nur für die Eifel, sondern für den überregionalen Verkehr.


















Die Aktion Lückenschluss A1 ist doch schon jetzt wieder zum Scheitern verurteilt. Wie die letzten 10mal auch. Selbst wenn jetzt, nach über 50 Jahren hin und her, mit dem Ausbau der 10km bis Adenau begonnen werden sollte (wie alle Verantwortlichen sagen, in ein paar Jahren) ist das kein Garant dafür das die restlichen 15km auch gebaut werden. Bis dahin finden Umweltschützer noch neue Arten die geschützt werden müssen und es rechtfertigen den Bau wieder zu stoppen. Es werden also 317 Millionen in einen 10km langen Autobahnabschnitt investiert, der wissentlich als Sackgasse in der Eifel endet.