Krypta mit Simeon-Sarkophag in Trier-West wiedereröffnet

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Museumsdirektorin Dr. Viola Skiba und Bischof Dr. Stephan Ackermann (v. l.) erläutern OB Wolfram Leibe, Katja Bruch, Pfarrbeauftragte in der Pfarrei „Maria im Westen“, und Bernd Steil, Verwaltungsratsvorsitzender der Vorgängergemeinde St. Simeon, (v. r.) Details der Heiligen-Figur. Foto: Presseamt Stadt Trier

TRIER – Mit einer kleinen Feier wurde in Trier-West die Krypta unter der profanierten Kirche St. Simeon mit dem Sarkophag des heiligen Simeon nach einer Renovierung wiedereröffnet.

Bischof Dr. Stephan Ackermann und OB Wolfram Leibe würdigten das große Engagement einer Gruppe der Gemeinde unter Leitung von Bernd Steil für das Projekt. Zudem wurde den Gästen eine spannende Reise durch die Geschichte präsentiert.

Dr. Viola Skiba, Direktorin des Stadtmuseums, stellte in einem prägnanten Vortrag das Leben des weitgereisten Heiligen vor. Simeon wurde um 980/990 in Syrakus auf Sizilien geboren und starb am 1. Juni 1035 in Trier. Er wurde zum Diakon ausgebildet, war Pilgerführer im Heiligen Land, und wurde Mönch in Bethlehem sowie im Katharinenkoster auf dem Berg Sinai. 1026 wurde er als Almosensammler in die Normandie geschickt. 1028 bis 1030 war er Begleiter des Trierer Erzbischofs Poppo von Babenberg auf dessen Pilgerreise nach Jerusalem.

Simeon ließ sich in einem Turm der Porta Nigra einmauern

Nach der Rückkehr ließ sich Simeon in einer Zelle im Ostturm der Porta einmauern, behielt aber Kontakt zur Außenwelt. An seinem Grab ereigneten sich viele Wunder. Schon wenige Monate nach seinem Tod wurde Simeon dann auf Bitten von Erzbischof Poppo heiliggesprochen. Seine Gebeine ruhten bis 1400 nahe seiner Zelle.

Nachdem der Sarg am 9. Januar 1400 geöffnet und die Identität der Gebeine bestätigt wurde, wurden diese im Simeonstift erneut bestattet. Sie lagen dann ab 1748 in einem spätbarocken Marmorsarkophag, bis sie am 7. Oktober 1803 in die Kirche St. Gervasius überführt wurden, die durch die Angriffe im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Der Sarkophag wurde ebenfalls beschädigt, aber erst 1965 geborgen.

Am 30. Oktober 1971 wurde die Reliquie in der Krypta der neuerrichteten Kirche St. Simeon in Trier-West beigesetzt. Am 25. Mai 2019 wurde die Kirche profaniert und dient nun als Bistumsarchiv. Die Krypta blieb geweiht. 
Nach der Renovierung soll der Raum, in dem der Sarkophag des Heiligen nach der Aussage des Bischofs auch künftig bleiben soll, nun auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. Darin sieht Leibe die Chance, Simeon in Trier bekannter zu machen. Er sei auch zu einem Symbol für Multikulturalität und internationale Verständigung geworden.

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