Zweite Ausbildungsrunde beim Dekon Zug Trier: Gemeinsam Leben retten

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Bei der Dekontamination von Verletzten muss auf viele Details geachtet werden, damit die gefährlichen Substanzen sich nicht weiter verbreiten können. Foto: Trierer Rathaus Zeitung

TRIER. Bei einem Unfall mit chemischen, biologischen, radiologischen oder nuklearen Gefahrstoffen (CBRN) müssen Verletzte zunächst dekontaminiert werden, um sie medizinisch sicher versorgen zu können. Genau das übte die Trierer Berufsfeuerwehr mit Freiwilligen Wehren von Stadt und Kreis im Brand- und Katastropenschutzzentrum Ehrang.

In so einem Fall ist eine enge Abstimmung zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst unerlässlich. In der Region ist für solche Einsätze die interkommunale Facheinheit „Dekon Zug Trier“ zuständig. Darin arbeiten die Berufsfeuerwehr Trier mit Freiwilligen Feuerwehren aus Stadt und Kreis zusammen. Die Berufsfeuerwehr kann dabei insbesondere Notfallsanitäter in voller Schutzausrüstung einsetzen, um kontinuierlich die medizinische Versorgung sicherzustellen. Derzeit läuft die zweite Ausbildungsrunde, bei der 22 Feuerwehrleute der Feuerwehren Trier-Stadtmitte und mehrere aus dem Kreis geschult werden. Ziel ist, die Vorgehensweise zu vereinheitlichen: Konkret werden neben rechtlichen Grundlagen, unter anderem der Umgang mit Dekontaminationsmitteln, Geräten und Messtechnik vermittelt.

Das berichtet die Trierer Rathaus Zeitung in ihrer aktuellen Ausgabe am Dienstag.

Vor kurzem übten die Schulungsteilnehmenden im Brand- und Katastrophenschutzzentrum in Ehrang den Aufbau der Ausrüstung und die Dekontamination eines Verletzten. Das Prozedere läuft folgendermaßen ab: An der Absperrung zur Gefahrenstelle sichtet medizinisches Personal in Schutzkleidung die Verletzten. Je nach Dringlichkeit wird dann die Dekontamination eingeleitet. Die Patientinnen und Patienten werden zunächst entkleidet und Wunden  abgedeckt. Danach folgt eine mehrstufige Reinigung mit Wasser und Dekontaminationsmitteln. Erst danach werden sie dem Rettungsdienst übergeben.

Der dafür von der Berufsfeuerwehr angeschaffte Abrollbehälter Dekon-V ist mobil und kann schnell an seiner Einsatzstelle aufgebaut werden. Er wird unterteilt in Schwarzbereich (unrein) und Weißbereich (rein), die durch Schnellaufbauzelte an den Container angeschlossen werden.

Zusätzlich verfügen die Freiwilligen Feuerwehren über sogenannte Dekon-P Einheiten – das sind Zelte, die ebenfalls für die Dekontamination ausgerüstet sind. So können Menschen  gehend in den Zelten und liegend im Abrollbehälter dekontaminiert werden. Ralf Cordel (Berufsfeuerwehr Trier) und Florian Weier, Fachbereichsleiter Dekon des Gefahrstoffzugs Trier-Saarburg, die die Ausbildung der Facheinheit verantworten, zeigten sich zufrieden: „Bei solchen Einsätzen muss auf viele Details geachtet werden, um eine Verschleppung des Gefahrstoffs zu verhindern und die Verletzten schnell an medizinisches Personal übergeben zu können. Das hat sehr gut funktioniert.“

(Quelle: Rathaus Zeitung Trier, Ausg. v. 03.06.25)

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