Nistet in Felsformationen an der Mosel: Vogel des Jahres 2025 kehrt nach RLP zurück

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Foto: SGD Nord / Heinz Strunk

KOBLENZ. Müsste der Hausrotschwanz zur Schule gehen, er hätte wohl so seine Probleme. Denn ruhig Sitzen zählt nun wirklich nicht zu seinen Stärken. Wer den mausgrau bis graubraun gefärbten Vogel mit dem auffälligen orangefarbenen Schwanz beobachtet, sieht ihn ständig zucken, zittern und wackeln.

Was der Grund für dieses – von außen betrachtet – nervöse Verhalten ist, konnte die Wissenschaft noch nicht abschließend klären. Doch es nicht die einzige Besonderheit, die den zarten Luftakrobaten auszeichnet.

Der Hausrotschwanz, der ab März aus seinem Winterquartier zurückkehrt, ist auch ein echter Felsbewohner. So nisten einige Brutpaare beispielsweise in natürlichen Felsformationen an der Ahr, der Mosel, der Nahe und am Mittelrhein. Hier profitieren sie von den Vogelschutzgebieten für Felsbrüter, die von der SGD Nord in ihrer Funktion als Obere Naturschutzbehörde betreut und gepflegt werden. In diesem natürlichen Habitat, wo er kleine Spalten und Höhlen bezieht, ist der Hausrotschwanz jedoch vergleichsweise selten anzutreffen.

Mitbewohner des Menschen

Denn die meisten der circa 90.000 Brutpaare in Rheinland-Pfalz sind inzwischen Kulturfolger geworden, und damit Mitbewohner des Menschen. Von Hochhäusern in Innenstädten über Industriegebiete bis hin zu Dörfern und Gärten: Überall dort, wo der Hausrotschwanz kleine Nischen und Höhlen findet, fühlt er sich zuhause. Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt: Rollladenkästen, Zeitungsrohre, Lüftungsschächte, Mauerlöcher und Dachvorsprünge – der Hausrotschwanz findet beinahe überall ein geeignetes Plätzchen. Wer den Tieren bei der „Wohnungssuche“ helfen möchte, kann sogenannte Halbhöhlen-Nistkästen aufstellen, die es auch im Baumarkt zu kaufen gibt.

Frühe und schrille Sänger

Eine weitere Besonderheit des Hausrotschwanzes ist sein Gesang. Dieser ist sehr markant und kommt kratzig, klirrend und beinahe schrill daher. Wer ihm lauschen will, muss jedoch früh aufstehen, denn Hausrotschwänze gehören zu den ersten Sängern am Morgen. Die männlichen Tiere nutzen exponierte Stellen als Bühne, wie etwa Dachfirste, Schornsteine und Fernsehantennen. Hier starten sie ihre Konzerte oft schon vor Sonnenaufgang.

Der Auszeichnung „Vogel des Jahres“ wird vom Naturschutzbund Deutschland und dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern verliehen. In der öffentlichen Abstimmung votierten mehr als 30 Prozent der Vogelfreunde für den Hausrotschwanz, der damit den Kiebitz als Preisträger des Vorjahres ablöst. Weitere Informationen zu den Aufgaben der SGD Nord im Bereich des Naturschutzes sind unter folgendem Link zu finden: www.sgdnord.rlp.de/themen/naturschutz. (Quelle: SGD Nord)

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