Saarland: Fehltage wegen wegen psychischer Leiden klettern auf Rekordwert

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Foto: Fabian Sommer/dpa/dpa-tmn/Symbolbild

SAARBRÜCKEN. Noch nie haben Beschäftigte aus dem Saarland öfter wegen psychischer Leiden krank auf der Arbeit gefehlt als im Jahr 2023. Das zeigt eine repräsentative Auswertung der Krankenkasse Barmer unter den bei ihr in dem Bundesland versicherten 51.000 Erwerbspersonen.

Demnach entfielen im Vorjahr auf jeden Beschäftigten aus dem Saarland im Durchschnitt 5,7 Fehltage im Beruf wegen seelischer Probleme (2022: 5,1 Tage, Bund: 4,5 Tage). Die größte Rolle spielten dabei Depressionen mit 1,8 Arbeitsunfähigkeitstagen (2022: 1,4 Tage, Bund: 1,3 Tage). Die Zahl der beruflichen Fehltage infolge psychischer Erkrankungen ist damit im Saarland in den vergangenen zehn Jahren um 54 Prozent gestiegen (2013: 3,7 Tage). „Seelische Leiden haben manchmal auch betriebsbedingte Ursachen. Ein mitarbeiterorientierter und wertschätzender Führungsstil, der Beschäftigte in Entscheidungen einbindet, fördert die Gesundheit am Arbeitsplatz“, sagt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Zur Vorbeugung psychischer Erkrankungen könne auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen betriebliches Gesundheitsmanagement etabliert werden und wichtig sein.

Atemwegsinfekte zweithäufigster Grund für Arbeitsunfähigkeit

Laut Barmer fielen Erwerbspersonen aus dem Saarland im Jahr 2023 durchschnittlich 25,7 Tage im Job wegen Krankheit aus (2022: 25,9 Tage, Bund: 22,6 Tage). Nach psychischen Leiden sorgten Erkrankungen der Atemwege wie Grippe, Husten und Schnupfen mit 4,8 Tagen pro Kopf (Bund: 4,5 Tage) für die zweitmeisten Fehlzeiten bei Beschäftigten aus dem Bundesland. Das waren fast genauso viele Fehltage wie im Jahr 2022 (5,1 Tage) mit dem bisherigen Höchstwert bei Atemwegserkrankungen im Saarland. Der dritthäufigste Grund für Ausfallzeiten saarländischer Beschäftigter waren im Vorjahr Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen mit 4,7 Tagen (2022: 4,7 Tage, Bund: 4,0 Tage), gefolgt von Verletzungen wie Verstauchungen und Bänderrisse mit 2,6 Tagen (2022: 2,6 Tage, Bund: 2,3 Tage). Der Krankenstand im Saarland lag im Vorjahr bei 7,1 Prozent (2022: 7,1 Prozent, Bund: 6,2 Prozent). „An einem durchschnittlichen Kalendertag waren also von 1.000 Beschäftigten aus dem Saarland 71 arbeitsunfähig gemeldet“, erläutert Kleis.

Regionale Unterschiede beim Krankenstand im Saarland

Die Analyse zeigt auch teils erhebliche Unterschiede zwischen dem Regionalverband Saarbrücken und den fünf saarländischen Landkreisen mit Blick auf das Arbeitsunfähigkeitsgeschehen. So registrierten die Statistiker der Krankenkasse im Landkreis Neunkirchen mit 28,3 Krankheitstagen die landesweit höchsten beruflichen Fehlzeiten je Erwerbsperson im Jahr 2023. Das waren rund drei Tage mehr als im Regionalverband Saarbrücken (24,9 Tage) mit den wenigsten Arbeitsunfähigkeitstagen im Saarland. Bei den beruflichen Ausfalltagen je Erwerbsperson wegen psychischer Erkrankungen verzeichnete der Regionalverband dagegen den landesweiten Höchstwert im Jahr 2023 (6,5 Tage), während im Landkreis Merzig-Wadern die saarlandweit geringsten Ausfallzeiten aufgrund seelischer Leiden gezählt wurden (5,4 Tage). Auch bei den Atemwegserkrankungen verzeichnete der Landkreis Merzig-Wadern mit durchschnittlich 4,0 Fehltagen im Beruf den saarländischen Tiefstwert im vergangenen Jahr. Den Spitzenwert bei den Atemwegserkrankungen gab es bei den Beschäftigten im Landkreis Neunkirchen mit 5,5 Fehltagen im Job. (Quelle: Barmer Rheinland-Pfalz/Saarland)

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