Hochwasserpartnerschaft Kyll bildet eine “AG Gefahrenabwehr”

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Foto: Sebastian Schmitt/dpa/Symbolbild

TRIER-LAND. Auf Einladung des ibh (Informations- und Beratungszentrum Hochwasservorsorge Rheinland-Pfalz) und der HPI (Internationales Betreuungszentrum für Hochwasserpartnerschaften) trafen sich zahlreiche Vetreter öffentlicher Einrichtungen entlang der Kyll von Nordrhein-Westfalen (Kronenburger See) bis zur Einmündung der Kyll in die Mosel bei Trier-Ehrang zum 11. Workshop der Hochwasserpartnerschaft Kyll im Sitzungssaal der VG Verwaltung Trier-Land in Trier.

Hierbei stand die Entwicklung eines Aktionsplanes Hochwasservorsorge und Gewässerentwicklung entlang der Kyll sowie die Neuerungen im Hochwasservorhersagedienst Rheinland-Pfalz im Mittelpunkt. Diese basieren auf den Erkenntnissen des Starkregenereignisses und dem anschließenden Hochwasser vom Juli 2021.

„Ziel des Aktionsplanes Kyll ist es, eine nachhaltige Hochwasservorsorge an der Kyll einzurichten, überörtliche Maßnahmen und deren Umsetzungen zu koordinieren und entlang der Kyll mit den Anliegern abzustimmen“, erläuterte Hans Peter Böffgen, Moderator der Hochwasserpartnerschaft Kyll und Bürgermeister der VG Gerolstein. Hierzu sollen auch die örtlichen Hochwasser- und Vorsorgekonzepte der Verbands- und Ortsgemeinden bei dem neu zu erstellenden Aktionsplan für die Kyll berücksichtigt werden.

Dr. Margret Johst vom Landesamt für Umwelt stellte die Neuerungen im Hochwasservorhersagedienst vor. Auf der neuen Homepage www.hochwasser.rlp.de erhalten Bürger, Kommunen und Einsatzkräfte eine Vielzahl differenzierter Informationen zu Pegelständen und Vorhersagen. Wenn die Pegel kritische Marken erreichen, werden Warnungen an die Apps Meine Pegel und zukünftig auch an die Warnapps Nina und Katwarn versandt. Hierdurch erhalten alle Beteiligten mehr und frühzeitigere Informationen um sich und ihr Hab und Gut zu schützen.

Auf Vorschlag des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Trier-Land, Michael Holstein, wurde neu eine AG (Arbeitsgruppe) Gefahrenabwehr gebildet. Hier werden sich zukünftig alle Brand- und Katastrophenschutzinspekteure der Landkreise und der Stadt Trier sowie alle Verbandsgemeindewehrleitungen (entlang der Kyll) regelmäßig treffen und austauschen.

Sinn und Zweck ist es, ein stabiles Netzwerk der Feuerwehren entlang der Kyll aufzubauen, die im Großschadensfall eng miteinander abgestimmt Maßnahmen treffen und sich über aktuelle Lageentwicklungen gegenseitig informieren werden. Hierbei können auch präventiv gemeinsame, kommunenübergreifende Beschaffungen und Übungsszenarien entstehen. Hierzu Bürgermeister Michael Holstein: „Wir haben kürzlich in der Hochwasserpartnerschaft Untere Sauer /Our ebenfalls eine AG Gefahrenabwehr gebildet und bisher sehr gut Erfahrungswerte sammeln können. Gerade die neuen Wettergefahren zeigen uns auf, wie wichtig es ist, eng vernetzt zu denken, zu handeln und sich präventiv vorzubereiten. Dies möchten wir nun auch entlang der Kyllanrainerkommunen tun!“

Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen und soll nun zeitnah umgesetzt werden.

Dr. Rita Ley, vom IBH/HPI, betonte die Wichtigkeit der künftigen Zusammenarbeit der Kommunen bei der Hochwasservorsorge an der Kyll. Der künftige Aktionsplan und die AG Gefahrenabwehr sind ein erster konkreter Schritt zu einer abgestimmten Hochwasservorsorge an der Kyll.

 

1 Kommentar

  1. Einen Hochwasserschutz betrachte ich nicht nur in präventiven Maßnahmen (Koordination der Einsatzkräfte) sondern auch im Bereich aktiver Hochwasserschutz. Die Menschen frühzeitig zu waren ist sehr sinnvoll, aber nicht mit dem Zweck „Zitat: Hierdurch erhalten alle Beteiligten mehr und frühzeitigere Informationen um sich und ihr Hab und Gut zu schützen.“ Würde die Schutzmauer im Bereich Ehrang (Kylleinmündung Mosel) um einen Meter erhöht werden, würden alle Bürger des Stadtteils Ehrang ruhiger schlafen. Es müssen heute, nach 2 1/2 Jahren, noch Häuser abgerissen werden und die Menschen wohnen seit diesem Zeitpunkt in einer Mietswohnung abgesehen von dem Verlust ihrer persönlichen Gegenständen.

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