Trier: Umstrukturierungen und weitere Digitalisierung – So soll es jetzt schneller gehen im Bürgeramt

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Foto: Presseamt Stadt Trier

TRIER. Im Trierer Bürgeramt hat sich wegen der hohen Nachfrage nach den städtischen Dienstleistungen die Wartezeit auf Termine in den vergangenen Monaten stark erhöht. Die Verwaltung reagiert nun mit Umstrukturierungen und weiterer Digitalisierung von Prozessen, so dass die Wartezeiten auf Termine verkürzt werden können.

Das teilte die Stadt Trier am Dienstag mit. Die teilweise wochenlangen Wartezeiten auf einen Termin im Trierer Bürgeramt haben in den letzten Monaten für Diskussionen gesorgt. Die einfachste Lösung wäre, mehr Personal einzustellen, um mehr Termine anbieten zu können. Dafür fehlt der Stadt Trier aber letztlich das Geld – und die Landesregierung hat strenge Vorgaben für die weitere Haushaltsplanung der Kommunen, die eine weitere Verschuldung verhindern sollen. Der für Haushalt und Personal zuständige OB Wolfram Leibe und der für die Bürgerdienste zuständige Dezernent Ralf Britten haben daher gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erste Maßnahmen entwickelt, die ab November für kürzere Wartezeiten und schnellere Termine sorgen sollen. Geplant ist folgendes:

  • Anmeldungen von Bürgerinnen und Bürgern, die von außerhalb nach Trier ziehen, sind ab November auch online möglich. Diese Möglichkeit gibt es heute schon für Umzüge innerhalb Triers. Die Neu-Triererinnen und -Trierer von außerhalb müssen dann nur noch zu einem kurzen Fünf-Minuten-Termin ins Bürgeramt am Viehmarkt kommen, um den Adressaufkleber für ihre Ausweise zu erhalten. Bisher mussten sie den kompletten Vorgang durch persönliche Vorsprache im Bürgeramt erledigen, das dauerte in der Regel gut 15 Minuten. Vergangenes Jahr gab es rund 6400 Zuzüge aus dem Bundesgebiet. Wird künftig dafür die Onlineanmeldung genutzt, ergibt sich eine erhebliche Zeitreduzierung. Das Bürgeramt kann also für andere Anliegen mehr und schneller Termine anbieten.
  • Schalter für Kurz-Termine: Ein solcher Schalter für Dienstleistungen, deren Bearbeitung nur wenige Minuten dauert, wird im Bürgeramt künftig gesondert eingerichtet. Auch für diesen Schalter ist weiterhin eine Terminvereinbarung nötig. Oberbürgermeister Leibe und Dezernent Britten versprechen sich vom Kurztermin-Schalter einen Mehrfacheffekt: einmal eine schnellere Bearbeitungszeit und darüber hinaus auch eine Entlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an anderen Schaltern. Am Schalter für Kurz-Termine sind ab November folgende Dienstleistungen möglich: Führungszeugnisse (Belegarten N, NE, O, OE), Gewerbezentralregisterauskünfte (Belegart 1, 9), Lebens-/Meldebescheinigung, Steuer-ID (Zweitausfertigung), Untersuchungsberechtigungsschein, Beglaubigung Abschrift/Kopie für 1 Dokument, Änderung Adressetikett/elektronischer, Aufenthaltstitel (nach Online-Ummeldung), Abholung Meldebestätigung/Änderung Identitätsdokument.
  • Neuer Abholschalter ohne Terminvereinbarung: Zur Ausstellung eines (Express)-Reisepasses, oder des Personalausweises waren bisher zwei Termine im Bürgeramt nötig, einer für die Beantragung und später ein weiterer Termin zur persönlichen Abholung des Dokuments. Für die Abholung ist künftig keine Terminvereinbarung mehr nötig. Voraussetzung: Die Bürgerinnen und Bürger müssen zustimmen, dass sie von der Verwaltung per Mail über die eingetroffenen Dokumente informiert werden. Kommt diese Mail, können sie die Dokumente ohne Termin zu den Öffnungszeiten des Bürgeramts abholen. Der Abholschalter wird ab 2. November an der Infotheke eingerichtet. Dadurch entfallen jährlich über 11.000 Terminvereinbarungen. Die Öffnungszeiten ab 2. November: Montag 10 bis 12.30/13.30 bis 16 Uhr, Dienstag: 7 bis 12.30 Uhr, Mittwoch: 8 bis 12.30/13.30 bis 15 Uhr, Donnerstag: 10 bis 13.30/14.30 Uhr bis 18 Uhr, und Freitag: 8 bis 13 Uhr.

Ralf Britten, zuständiger Dezernent für die Bürgerdienste, sagt: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind trotz der erheblichen Belastungen wegen zu geringer personeller Ressourcen motiviert und machen einen wirklich guten Job für unsere Triererinnen und Trierer. Ich bin optimistisch, dass wir durch diese Maßnahmen den Service verbessern und die Wartezeiten auf Termine reduzieren können.“ OB Wolfram Leibe ist ebenfalls zuversichtlich: „Die Maßnahmen zeigen, dass wir im Sinne der Bürgerinnen und Bürger und im Sinne unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorankommen, wenn wir die laufenden Prozesse immer wieder kritisch hinterfragen und zugleich auf Digitalisierung setzen.“ Das Bürgeramt bittet in diesem Zusammenhang die Bürgerinnen und Bürger eindringlich, die Verwaltung zu informieren, falls ein Termin nicht wahrgenommen werden kann. Abgesagte Termine stehen dann anderen sofort zur Verfügung. Je nach Personalkapazität schaltet das Bürgeramt im System jeden Morgen auch weitere Termine frei. Das heißt: Auch, wer bereits einen länger vorausliegenden Termin gebucht hat, sollte regelmäßig in das Onlinesystem des Bürgeramtes schauen, ob nicht ein früherer kurzfristig freigeworden ist.

Für besonders dringliche Anliegen (etwa ein sehr kurzfristig benötigter Reisepass), werden im Bürgeramt auch kurzfristig Termine geschaffen. Wer einen benötigt und die Dringlichkeit glaubhaft begründen kann, schreibt eine E-Mail an [email protected]. Wichtig dabei: Das System ist für echte Notfälle gedacht, nicht, um Nachlässigkeit oder Vergesslichkeit auszugleichen.

Online-Dienste

Derzeit sind über 70 Dienstleistungen ohne Termin über die Internetseite der Stadt Trier zu erledigen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Meldebescheinigungen,
  • Abmeldung Hauptwohnung ins Ausland,
  • Abmeldung Nebenwohnsitz
  • Umzug innerhalb des Stadtgebiets,
  • Untersuchungsberechtigungsschein und Bewohnerparkausweis beantragen.

Übersicht über alle Online-Dienste: www.trier.de/buergeramt.

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