Digitalisierung im Saarland: Herausforderung für Behörden, Unternehmen und Schulen

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Symbolbild; Foto: pixabay

Das Thema Digitalisierung hat mittlerweile nahezu alle Lebensbereiche erfasst. Bundesweit wird der Aufbau digitaler Strukturen vorangetrieben. Auch im Saarland wird viel dafür getan. Doch noch nicht überall ist der digitale Wandel angekommen. Insbesondere Verwaltungen und kleinere Unternehmen tun sich noch schwer. Und im schulischen Bereich sorgt die Digitalisierungsoffensive sogar für Streit. Wie geht es weiter mit der Digitalisierung des Saarlandes?



Schwierigkeiten bei der digitalen Verwaltung

Das vom Bundestag beschlossene sogenannte Onlinezugangsgesetz soll deutsche Verwaltungsapparate effizienter machen und den Bürgerinnen und Bürgern den digitalen Behördenbesuch ermöglichen. Anträge zu stellen oder Dokumente einzureichen, soll flächendeckend online möglich sein. In einigen Bundesländern funktioniert das bereits recht gut. Das Saarland gehört allerdings nicht dazu. Bundesweit ist es das Schlusslicht im Hinblick auf die digitale Verwaltung. Woran es hapert, ist unklar. Während einerseits fehlende finanzielle Mittel beklagt werden, wurden andererseits Fördergelder in Millionenhöhe gar nicht abgerufen.


Und auch im privaten Sektor ist der digitale Wandel noch nicht überall angekommen. Vor allem kleinere Unternehmen tun sich schwer mit dem Anschluss.



Unternehmen fehlt es an Kompetenzen und Ressourcen


Kleinere Unternehmen in den digitalen Wandel einzubeziehen, ist deutschlandweit ein schwieriges Thema. Vielen Unternehmen fehlen die personellen Ressourcen, andere sehen in ihrem Bereich keinen Digitalisierungsbedarf. Oft verfügen sie noch nicht einmal über eine eigene Webseite. Nach Einschätzung vieler Experten kann das fatale Folgen haben. Denn Kundenrecherchen finden längst überwiegend online statt und digitales Marketing ist in vielen Branchen bereits essenziell. Doch was in großen Unternehmen kein Problem für die IT-Abteilung ist, stellt Kleinunternehmer oft vor unlösbare Aufgaben. Gerade mittelständischen Unternehmen im Handwerk oder Handel fehlt häufig das nötige Know-how. Wie und wo kann ich eine Domain kaufen? Wie erstellt man überhaupt eine Webseite und worauf kommt es dabei an? Oft sind es bereits die grundlegenden Fragen, die Probleme bereiten. Und wo bereits die eigene Domain schwer erreichbar erscheint, rücken weitergehende Digitalisierungsstrategien in weite Ferne.


Hier sind nicht nur finanzielle Fördermittel, sondern auch praktische Unterstützungsangebote gefragt, um den digitalen Wandel voranzutreiben.



Überstürzte Digitalisierung in den Schulen?


Während sich so manches Unternehmen mit dem eigenen Onlineauftritt noch schwertut und die Behörden beim Onlinezugangsgesetz hinterherhinken, wird in den saarländischen Schulen Tempo gemacht. Daran gibt es allerdings Kritik, denn die Offensive setzt nach Meinung einiger Bildungsexperten die falschen Prioritäten.


Mit einem Vorstoß, den so noch kein anderes Bundesland gewagt hat, sorgte die saarländische Schulpolitik für Aufsehen. Statt mit Schulbüchern sollen die Schülerinnen und Schüler nur noch am Tablet arbeiten. Im Eiltempo wurden dafür bereits Schulen digital aufgerüstet. Was zukunftsweisend klingt, stößt aber nicht überall auf Begeisterung. Bildungsexperten verweisen auf Studien, denen zufolge das Lesen am Tablet den Lernerfolg verschlechtern soll.
Zudem wird kritisiert, dass zwar viel Geld in die moderne Technik fließt, Probleme wie der wachsende Lehrermangel im Saarland aber kaum in Angriff genommen würden. Dabei sei die digitale Technik an sich Kindern und Jugendlichen heute ohnehin bereits geläufig. Gelernt werden, müsse viel mehr der kritische und reflektierte Umgang damit. Und das erfordere zunächst genug entsprechend ausgebildete Lehrer.


Letztlich gibt es im Hinblick auf die Digitalisierung also noch viele offene Baustellen im Saarland und der digitale Wandel bleibt vorerst eine Herausforderung.

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