Fahrrad-Club: Schlechte Note fürs Radeln in Trier

Die Städte in Rheinland-Pfalz verbessern die Infrastruktur für Radfahrer. Nach einer Umfrage des ADFC ist aber noch viel Luft nach oben, damit sich die Zweiradfahrer bei ihren Touren in den Städten wohl und sicher fühlen. Der Stadt Trier gibt der Fahhrad-Club keine gute Note.

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Symbolbild; Foto:dpa

TRIER. Mit einer äußerst dürftigen Schulnote von 4,3 schneidet die Moselstadt Trier im Städtevergleich beim aktuellen Fahrradklima-Test der ADFC ziemlich miserabel ab.

Bemängelt werden in dem aktuellen Test vor allem die in Trier fehlenden Möglichkeiten zum „zügigen Radfahren“ und die kaum vorhandenen „öffentlichen“ Fahrräder oder Fahrradverleih-Möglichkeiten. Auch dass das Stadtzentrum in Trier für Fahrräder nicht gut erreichbar ist, wird von den Testern negativ bewertet. Seit 2012 erhält damit Trier eine durchgängig schlechte Schulnote bzw. „gerade noch ausreichend“ beim Städte-Ranking der Tester. Die Tester sehen da innerhalb der letzten Jahre auch keinerlei große Verbesserungen in der ältesten Stadt Deutschlands. Als positiv werden aber die in Trier eigens für Fahrräder geöffneten Einbahnstraßen und die Möglichkeit, das Rad großflächig im ÖPNV mitzunehmen bewertet.

Foto: ADFC

In Ingelheim (Kreis Mainz-Bingen) fühlen sich die Radfahrer in Rheinland-Pfalz am wohlsten. Das geht aus dem vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) am Montag in Stadecken-Elsheim veröffentlichten Fahrradklima-Test hervor. Stadecken-Elsheim (ebenfalls Kreis Mainz-Bingen) und Landau erhielten bei der Befragung ebenfalls positive Bewertungen von den Radfahrerinnen und Radfahrern im Land. Am schlechtesten schnitten beim ADFC-Fahrradklima-Test Windhagen (Kreis Neuwied), Pirmasens und Neuwied ab.

Die Befragung wird alle zwei Jahre bundesweit vom ADFC in Kooperation mit dem Bundesverkehrsministerium durchgeführt. In Rheinland-Pfalz nahmen 9400 Menschen an der Umfrage im vergangenen Herbst teil. Dabei stellten sie nach Angaben des Fahrrad-Clubs jedoch überwiegend schlechte Noten aus. Selbst Spitzenreiter Ingelheim habe mit einer Gesamtnote von 3,4 abgeschnitten. Im bundesweiten Vergleich befänden sich viele Städte im Land auf den hinteren Rängen, berichtete der ADFC-Landesvorsitzende Andreas Geers.

Bundesweit lag die Zahl der Teilnehmer an dem nicht repräsentativen Stimmungstest unter den Radfahrenden bei rund 245.000. Die Umfrage umfasste 27 Fragen und fünf Zusatzfragen, etwa dazu, ob sich Radfahrer sicher fühlen. Die Umfrage soll Aufschluss darüber geben, welche Städte besonders fahrradfreundlich sind – und wo Nachholbedarf besteht.

Bemängelt werden nach Angaben des ADFC an vielen Orten die gleichen Probleme: Radfahren fühle sich nicht sicher an, da die existierenden Wege zu schmal, in schlechtem Zustand oder nicht durchgängig seien. Falschparker, die Radwege blockieren, seien überall ein großes Problem und sorgten zusätzlich für Stress, wenn sie Radfahrende in den Autoverkehr zwingen. Generell fühlten sich viele der Radfahrerinnen und Radfahrer als Verkehrsteilnehmer nicht wirklich akzeptiert.

In Rheinland-Pfalz machten sich aber auch die Anstrengungen der Städte bemerkbar, die Infrastruktur für Radfahrer zu verbessern, berichtete der ADFC-Landesvorsitzende. Das Fahrradwegenetz in Frankenthal, Mainz, Ingelheim und Landau sei etwa mit den Noten 2,7 und 2,8 beurteilt worden. Bei den Bemühungen für mehr Fahrradförderung schnitten Landau, Koblenz und Bad Kreuznach bei der Befragung am besten ab.

Die Rhein-Mosel-Stadt Koblenz ist beim Fahrradklima-Test bundesweit einer der Aufsteiger. Die Stadt habe von den Kommunen mit 100.000 bis 200.000 Einwohnern im bundesweiten Vergleich seit der letzten Erhebung 2020 die beste Entwicklung genommen, erklärte Geers. Dennoch lag Koblenz in dieser Kategorie mit Rang 29 von 40 noch weit von der Spitze entfernt.

Ludwigshafen steht deutschlandweit mit Platz 24 etwas besser da als Koblenz. Die Landeshauptstadt Mainz rangierte im aktuellen Test bei den Städten mit 200.000 bis 500.000 Einwohnern auf Rang 11 von 26. In der Ortsgrößenklasse 50.000 bis 100.000 Einwohner wurde Bad Kreuznach 71. von 113, Worms 88., gefolgt von Kaiserslautern auf Platz 89. Noch weiter hinten reihte sich Neuwied als 111. ein.

2 Kommentare

  1. Wenn sich eine Radausleihe in Trier lohnen würde, dann wäre schon jemand auf diese Idee gekommen und würde sich dumm und dämlich verdienen.
    Ich vermisse zur Verbesserung realisierbare Vorschläge, aber da kommt nichts, außer unverhältnismäßiger Kritik.

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