Afrika-Reise: Dreyer besucht Gedenkstätte für Völkermord in Ruanda

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Ein Mann in der ruandischen Hauptstadt Kigali blickt auf eine Tafel mit den Namen von Opfern des Völkermordes von 1994. Foto: dpa

KIGALI. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat in der ruandischen Hauptstadt Kigali eine Gedenkstätte für den Völkermord in dem ostafrikanischen Land vor 28 Jahren besucht. Der Ort mache dieses «Menschheitsverbrechen» fühlbar, sagte Dreyer am Sonntag in der Gedenkstätte Nyanza Kicukiro. Und er zeige auch, dass das Land um einen gemeinsamen Weg in die Zukunft wisse. Mit Landtagspräsident Hendrik Hering legte Dreyer an einem Massengrab auf dem Gelände einen Blumenkranz nieder.

Im Jahr 1994 waren während des Völkermordes an den Tutsi innerhalb weniger Monate mehr als eine Million Menschen in Ruanda getötet worden. Auf dem Hügel, auf dem heute die Gedenkstätte Nyanza liegt, wurden an einem Tag im April 1994 über 3000 Menschen umgebracht. Angesichts dieser noch nicht allzu weit zurückliegenden Vergangenheit sei es beeindruckend, wie sich Ruanda seitdem entwickelt habe, betonte Dreyer.

Freddy Mutanguha, Vizepräsident von Ibuka, einem Zusammenschluss von Organisationen von Überlebenden des Genozids, sagte, die Gedenkstätte sei ein Zeichen menschlichen Scheiterns, ein Zeichen des Scheiterns der internationalen Gemeinschaft. Mutanguha hatte damals selbst seine Eltern und vier Schwestern verloren. Die Vergangenheit könne nicht ungeschehen gemacht werden, sagte er. Doch es müsse verhindert werden, dass sich so etwas wiederhole. (dpa)

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