MAINZ/TRIER. Der Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) hat nach eigenen Angaben in der Nacht der Flutkatastrophe an der Ahr korrekt gehandelt.
Die ADD habe in der Nacht «nur Kenntnis von Einzelereignissen» und kein umfassendes Lagebild gehabt, sagte ADD-Präsident Thomas Linnertz am Freitag vor dem Untersuchungsausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags.
Die ADD habe versucht, über die verschiedenen Leitstellen und Technischen Einsatzleitungen (TEL) vor Ort Informationen über die Lage zu bekommen. «Wir müssen uns darauf verlassen, was können uns die Technischen Einsatzleitungen liefern, um eine Lage gut bewerten zu können», sagte der 46-Jährige.
Es seien nach dem damaligen Kenntnisstand keine zentralen Abwehrmaßnahmen erforderlich gewesen, und es habe auch keine Hinweise dafür gegeben, dass die TEL in der Kreisstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler nicht arbeitsfähig gewesen wäre. Erst am 16. Juli habe es erstmals einen Hinweis von einem ADD-Mitarbeiter bei der TEL in Bad Neuenahr-Ahrweiler gegeben, dass die dortige Einsatzleitung überfordert sei. Am 16. Juli sei in einem Telefonat mit Innenstaatssekretär Randolf Stich (SPD) erstmals die Überlegung angestellt worden, dass die ADD die Einsatzleitung übernehmen soll.
Linnertz erfuhr nach eigenen Worten am Abend der Flutkatastrophe erst gegen Mitternacht von zerstörten Häusern in der Ortschaft Schuld, und auch, dass es Vermisste und eventuell Tote gebe. Dass dies tatsächlich der Fall gewesen sei, habe er erst am nächsten Tag erfahren. «Wir hätten in der Nacht nicht mehr Ressourcen in Einsatz bringen können», sagte er. Die Lage sei nicht vorhersehbar gewesen.


















