Ferkel stirbt bei Tiertransportunfall bei Ralingen: Tierrechtsorganisation PETA erstattet Strafanzeige

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Foto: Polizeiinspektion Trier

RALINGEN/TRIER/STUTTGART. Nach dem Unfall eines Traktorgespanns mit einem Tiertransport bei Ralingen will die Tierrechtsorganisation PETA Strafanzeige gegen die Verantwortlichen bei der Staatsanwaltschaft Trier erstatten. 

In einer Pressemitteilung der Organisation heißt es dazu:

“Tod durch Tiertransport: Medienberichten zufolge ereignete sich am vergangenen Montag ein Unfall bei einem Schweinetransport bei Ralingen/Olk (lokalo.de berichtete). Laut den Berichtangaben war der Fahrer eines mit 108 Jungtieren beladenen Transporters auf der L42 in Richtung Rahlingen vermutlich zu schnell unterwegs. Mutmaßlich kippte infolgedessen das Gespann in der Kurve einer abschüssigen Strecke auf die Gegenfahrbahn und rutschte 100 Meter über die Fahrbahn, bevor es zum Liegen kam.

Eines der Ferkel wurde dabei so schwer verletzt, dass es getötet werden musste. Gegen den Fahrer des Transporters wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet. PETA wird wegen des Vorfalls Strafanzeige gegen die Verantwortlichen bei der Staatsanwaltschaft Trier erstatten, unter anderem wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und gegen die Tierschutztransportverordnung.

Zudem fordert die Tierrechtsorganisation den Entzug der Fahrerlaubnis wegen des Verdachts auf erhöhte Geschwindigkeit. Für Tiere sind die Transporte stets mit zahlreichen Risiken und Qualen verbunden: Sie leiden unter Hunger und Durst, sind erdrückender Enge und Temperaturschwankungen ausgesetzt. Auch das Verletzungsrisiko in den vollbelegten Transportern ist enorm. Immer wieder ereignen sich tödliche Unfälle. Die Tierrechtsorganisation fordert ein ausnahmsloses Verbot von kommerziellen Tiertransporten.

„Schonende Tiertransporte in der Fleisch-, Milch- und Eierindustrie gibt es nicht. Bei Unfällen sterben Schweine, Rinder, Hühner, Puten oder andere Tiere qualvoll und langsam. Körperteile werden eingequetscht oder brechen. Die Tiere geraten in Panik, erleiden Kreislaufzusammenbrüche oder Herzinfarkte“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und PETAs Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. „Wer Fleisch und andere Produkte tierischen Ursprungs isst, trägt Mitschuld – nur eine vegane Ernährung hilft den Tieren nachhaltig.“

PETA dankt den beteiligten Einsatzkräften sowie allen weiteren Menschen, die sich bei dem Unfall bei Trier für die Rettung der Tiere eingesetzt haben.

Schweine dürfen laut der Tierschutztransportverordnung bis zu acht Stunden am Stück befördert werden. Allein dies ist extrem belastend für die Tiere. Durch Ausnahmegenehmigungen sind die Transportzeiten jedoch oft sehr viel länger. Auch ohne die qualvollen Transporte leiden Tiere, die für Ernährungszwecke gehalten und gezüchtet werden. Schweine zeigen ein ausgeprägtes Sozialverhalten; die meisten der intelligenten und äußerst sensiblen Lebewesen müssen ihr in der Regel kurzes Leben in Ställen auf Spaltenböden verbringen, ohne je frische Luft zu spüren.” (Quelle: PETA Deutschland e.V.).

 

 

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